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Leserbriefe

Quo vadis homo sapiens?

22.09.2022

Zum x-ten Male wurden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in der Massentierhaltung festgestellt. Jetzt ist es sogar so weit gegangen, dass die Tierquälereien unter dem Label „Tierwohl“ stattgefunden haben – quo vadis homo sapiens?

Wollen wir uns, die Tiere und die Natur zerstören, bis wir endlich Ruhe finden?

Die Videoaufnahmen vom Mai 2022 zeigen laut dem Deutschen Tierschutzbüro in allen sieben Zulieferbetrieben des Fleischkonzerns Westfleisch katastrophale Zustände und eklatante Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. In einer Mitteilung ist die Rede von Schweinen mit offenen, eitrigen Wunden, von verletzten Tieren, die nicht mehr aus eigener Kraft hochkommen, oder auch von toten und verwesenden Schweinen.

In allen dokumentierten Betrieben wurden Schweine gequält, teilweise auch von Mitarbeitern misshandelt.

Westfleisch behauptet, seit Beginn der „Initiative Tierwohl” als starker Partner der Landwirte dabei zu sein. Doch Tierhalter, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen, müssen bestimmte Tierwohlkriterien umsetzen. Diese wurden von Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Tierschutz entwickelt und liegen alle über den gesetzlichen Standards. Tierhalter in der Initiative Tierwohl erhalten eine Kostenkompensation für den Mehraufwand, den sie durch die Umsetzung der Tierwohl-Kriterien haben, von ihren direkten Abnehmern. Diese geben den Mehrpreis bis in den Handel und die Gastronomie weiter.

Darüber hinaus werden Landwirtschaftliche Betriebe in der Umsetzung von Tierwohlmaßnahmen durch verschiedene öffentliche Mittel der Länder, des Bundes und der EU unterstützt. 

Wie kann es möglich sein, dass solche Tierquälereien durch Subventionen und Täuschung der Verbraucher*innen finanzielle Unterstützung bekommen?? Warum muss es immer der ehrenamtliche Tierschutz sein, der solche verheerenden Zustände und Betrügereien aufdeckt?

Wann fangen wir als Gesellschaft an, umzudenken? Glauben wir tatsächlich an die Versprechungen der gewinnorientierten Tierausbeuter?

Die Fleischindustrie ist Teil unseres kapitalistischen Systems, und in diesem bestehenden System wird es immer lediglich ums Geld und die Gewinnmaximierung gehen. Dabei bleiben Mensch, Tier und Natur auf der Strecke. Und meine Lebenserfahrung zeigt, dass auch die Gierigen nicht glücklich sind.

Wofür dann das alles?

Leserbrief von Michaela Latzel / Horn-Bad Meinberg

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