Hausärztliche Versorgung: FDP will frühzeitig Ärzte für Lemgo gewinnen

FDP beantragt Strategie zur Ärztegewinnung – interkommunales MVZ bleibt wichtigstes Ziel
Die FDP-Fraktion Lemgo will bei der Sicherung der hausärztlichen Versorgung nicht warten, bis das geplante interkommunale Medizinische Versorgungszentrum seinen Betrieb aufgenommen hat. Mit einem Antrag zur Ratssitzung am 12. Oktober fordert sie, bereits jetzt Möglichkeiten zu prüfen, Ärztinnen und Ärzte für eine spätere Tätigkeit in Lemgo zu gewinnen.
„Die Gründung des interkommunalen MVZ hat für uns weiterhin Priorität. Da der Gründungsprozess aber immer noch nicht abgeschlossen ist, sollten wir die Zeit nutzen und uns auch schon jetzt um Ärzte für Lemgo bemühen“, erklärt FDP-Fraktions-vorsitzende Barbara Schiek-Hübenthal.
Die FDP beantragt zunächst, gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und den niedergelassenen Ärzten den aktuellen und zukünftigen hausärztlichen Versorgungsbedarf in Lemgo zu ermitteln. Dabei sollen insbesondere bevorstehende altersbedingte Praxisaufgaben berücksichtigt werden.
Gleichzeitig soll die Verwaltung prüfen, wie Ärzte frühzeitig für Lemgo gewonnen und möglichst langfristig an den Standort gebunden werden können. Dabei sollen Kooperationen mit bestehenden MVZ, Arztpraxen und weiteren Partnern ebenso berücksichtigt werden wie Förder- und Qualifizierungsprogramme.Die Prüfung kann zugleich dazu beitragen, Ärztinnen und Ärzte auf Lemgo als attraktiven Standort aufmerksam zu machen und möglicherweise auch für eine eigene Niederlassung in der Stadt zu gewinnen.
Ein Erfahrungsaustausch der FDP-Fraktion mit Kalletals Bürgermeister Mario Hecker über den Aufbau und Betrieb des dortigen kommunalen MVZ hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig um geeignete Ärzte zu bemühen. Deshalb soll auch geprüft werden, ob sich durch eine Zusammenarbeit mit dem MVZ Kalletal zusätzliche Möglichkeiten zur Ärztegewinnung für Lemgo ergeben.
„Wir möchten aber nicht nur eine einzelne Kooperationsmöglichkeit betrachten. Entscheidend ist für uns, grundsätzlich zu prüfen, was Lemgo schon heute tun kann, um Ärzten frühzeitig eine berufliche Perspektive in unserer Stadt zu bieten“, so Schiek-Hübenthal.
Handlungsbedarf besteht aus Sicht der FDP, weil in den kommenden Jahren weitere niedergelassene Hausärzte altersbedingt ihre Tätigkeit beenden werden und der zukünftige Bedarf voraussichtlich nicht allein durch bestehende und geplante Praxen gedeckt werden kann.
„Wir sollten nicht erst das MVZ gründen und uns anschließend um Ärzte kümmern. Beides muss parallel vorangebracht werden, damit die hausärztliche Versorgung in Lemgo auch in Zukunft gesichert ist“, so Schiek-Hübenthal abschließend.
Pressemitteilung FDP Lemgo
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