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Anni in Spanien: Zwischen Schulalltag, Stadtfest und ein bisschen Heimweh

Seit zweieinhalb Wochen lebt Anni Krause vom Marianne-Weber-Gymnasium Lemgo bei ihrer Gastfamilie in Galapagar nahe Madrid. Langsam stellt sich ein neuer Alltag ein, in dem sie viel entdeckt, neue Freundschaften schließt und das Leben in Spanien genießt. Doch bei aller Begeisterung für die vielen neuen Erfahrungen merkt sie auch, wie sehr ihr manches Vertraute aus der Heimat fehlt. In ihrem neuesten Bericht erzählt sie von ihrem Schulalltag, einem spanischen Stadtfest und den kleinen und großen Herausforderungen ihres Auslandsaufenthalts.

„Mittlerweile bin ich schon 2,5 Wochen in Spanien. Langsam spielt sich ein Alltag ein, der sich zwar sehr stark zu meinem Alltag in Deutschland unterscheidet, mir aber dennoch ein gutes Maß aus Komfort und Entdecken bietet.

Jeden Morgen stehe ich um 7:50 an der Bushaltestelle und warte auf meinen Schulbus. Es ist kalt. Sehr sehr kalt. Aber da es über den Tag an die 30 Grad geben soll, halte ich eine kurze Hose für die bessere Wahl. Die Schule beginnt um 8:25, eine ¾ Stunde später als in Deutschland! Meine Lehrer sind alle sehr verständnisvoll mir und den anderen Austauschschülern gegenüber. Viele können zwar kein Englisch, sind aber trotzdem gewillt uns Wissen zu vermitteln. Ich habe 6 Stunden jeden Tag. Das ist ein großer Unterschied zu meiner deutschen Schule, wo ich mal 4 und mal 10 Stunden haben kann.

In der Klasse habe ich vor allem drei Mädchen mit denen ich meine Zeit verbringe. Anne kommt aus den Niederlanden und kann mich deshalb nicht nur als Austauschschülerin, sondern auch sprachlich ziemlich gut verstehen. Außerdem haben wir alle unsere Fächer gemeinsam mit zwei Spanierinnen, die uns sehr gut bei der Eingewöhnung helfen und natürlich auch mit der Sprache, denn die ist noch immer sehr kompliziert. Letztes Wochenende war von Donnerstag bis Montag ein Stadtfest von Galapagar zu Ehren ihres Schutzpatrons. Das mag sehr förmlich klingen, hat sich aber angefühlt wie Klässchen, nur im Sommer. Donnerstags bin ich mit meiner Gastfamilie, nach der Eröffnung der Feierlichkeiten durch die Bürgermeisterin, bei einer Art Häppchenempfang gewesen. Soetwas habe ich noch nie gesehen. Da die Feier ziemlich exklusiv war, gab es nicht nur Freigetränke, sondern auch kunstvoll drapierte Häppchenplatten, mit unglaublich leckeren Gerichten. Das war ein außergewöhnliches Erlebnis.

Teil der Festlichkeiten waren auch die für Spanien typischen Stierkämpfe. Ich persönlich bin kein Befürworter dieser Kämpfe, deshalb war ich sehr froh, dass man mich ,,nur“ zu einem Treiben mitgenommen hat. Am Morgen findet in Galapagar das Treiben statt, bei dem vor allem junge Männer vor den Kampfstieren davon laufen, während nachmittags die richtigen Kämpfe stattfinden.

Die anderen Tage bin ich mit vielen anderen Austauschschülern unterwegs gewesen. Wir sind ziemlich viele in Galapagar und dessen Umgebung, das erleichtert das Anschlussfinden wirklich sehr. Die Treffen mit anderen Austauschschülern sind immer toll, da man sich versteht, weil man in der gleichen Situation ist. Gestern beispielsweise sind zwei Austauschfreundinnen und ich zu einem großen See, dem Embalse de Valmayor, gefahren. Dort haben wir ein entspanntes Picknick gemacht und uns anschließend an die Wasserkante gesetzt, schwimmen darf man dort nämlich nicht.

Ich genieße meine erste Zeit in Spanien sehr, aber dennoch ist es schwer in einer neuen Umgebung mit anderen Menschen zu sein. Ich entdecke so viel Neues, aber mir fehlt das Vertraute. Dennoch freue ich mich unglaublich auf all das, was ich noch sehen werde.“

Wer Anni bei ihrem Schulhalbjahr in Spanien unterstützen und einen kleinen Beitrag zu ihrem Abenteuer leisten möchte, kann dies über ihre GoFundMe-Seite tun:

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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