Aus Lemgo nach Spanien: Anni wagt ein Schulhalbjahr in Spanien
Die 16-jährige Schülerin des Marianne-Weber-Gymnasiums lebt ab dem 3. September für ein halbes Jahr im Großraum Madrid – und berichtet künftig regelmässig für Mein-Lemgo über Schule, Alltag und ihre Erlebnisse in Spanien.
Ein halbes Jahr die vertraute Schule gegen eine Schule in Spanien tauschen, bei einer Gastfamilie leben, eine andere Sprache nicht nur im Unterricht sprechen und den Alltag in einem fremden Land kennenlernen: Was sich nach einem großen Abenteuer anhört, beginnt für Schülerinnen und Schüler meist lange vor der Abreise. Denn vor dem Auslandsaufenthalt stehen die Suche nach dem passenden Programm, Gespräche mit der Schule, Bewerbungen, Formulare – und nicht zuletzt die Frage, wie das Ganze finanziert werden kann.
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Austauschorganisationen bieten Aufenthalte von wenigen Monaten bis zu einem kompletten Schuljahr an. Gemeinnützige Organisationen haben sich unter anderem im Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch (AJA) zusammengeschlossen. Zu dessen Mitgliedern gehören beispielsweise Rotary Jugenddienst Deutschland, Youth For Understanding (YFU) und Experiment e.V. Der AJA setzt gemeinsame Qualitätsstandards für den langfristigen Schüleraustausch und bietet auch Informationsveranstaltungen für Jugendliche und Eltern an.
Dass die Entscheidung trotzdem nicht ganz einfach ist, hat auch die 16-jährige Anni Krause aus Lemgo erfahren. Die Schülerin des Marianne-Weber-Gymnasiums wird ab dem 3. September ein Schulhalbjahr in Galapagar verbringen, einer Kleinstadt im Großraum Madrid, die ungefähr so groß ist wie Lemgo. Schon seit etwa 2023 beschäftigt sie der Gedanke, für längere Zeit im Ausland zu leben. Reisen habe sie schon immer begeistert, erzählt sie, ebenso Sprachen. In der neunten Klasse kam Spanisch als Schulfach hinzu.
Zunächst dachte Anni auch über einen kürzeren Aufenthalt von drei Monaten nach. Bei der Suche nach dem passenden Weg ins Ausland stieß die Familie allerdings schnell auf ganz praktische Fragen. Das von ihrer Schule favorisierte Rotary-Modell passte nach Annis Schilderung nicht zu den Möglichkeiten ihrer Familie. Andere Programme kamen wegen Kosten oder Rahmenbedingungen nicht infrage.
Gemeinsam mit ihrem Vater suchte sie deshalb weiter. Über YFU und eine AJA-Austauschmesse lernte sie schließlich Experiment e.V. kennen. Es folgten Online-Bewerbung, Kennenlerngespräch, Vorbereitungsseminar – und einiges an Papierkram. Auch für ein Europa-Stipendium bewarb sich Anni, erhielt dieses allerdings nicht.
Wenige Wochen nach dem Kennenlerngespräch kam schließlich die Zusage. Spanien oder Italien standen zur Wahl. Die Entscheidung fiel nicht besonders schwer: Italienisch spricht Anni bislang nicht, Spanisch dagegen schon.
Am 3. September wird aus der langen Vorbereitung schließlich Wirklichkeit. Dann geht es von Lemgo in den Großraum Madrid. Für Anni bedeutet das nicht nur eine andere Schule und eine andere Sprache, sondern erstmals für mehrere Monate Alltag in einem anderen Land.
Und Meine Lemgo darf sie dabei begleiten. Etwa alle zwei Wochen wird Anni in den kommenden Monaten selbst von ihrem Leben in Spanien erzählen: von Schule und Gastfamilie, neuen Bekanntschaften, Unterschieden zwischen Deutschland und Spanien, vielleicht von Heimweh und ganz sicher von Dingen, mit denen sie vorher nicht gerechnet hat.
Zum Auftakt erklärt sie selbst, warum sie sich auf den Weg macht:

Aus der Heimat in die Welt
Ich bin Anni Krause, 16 Jahre alt und eine Schülerin des Marianne-Weber-Gymnasiums Lemgo. Das kommende Schulhalbjahr, ab September, werde ich mit der Organisation Experiment e.V. in Galapagar, Spanien verbringen. Eine Kleinstadt im Großraum Madrid ungefähr so groß wie Lemgo. Doch warum zieht es mich dorthin und was wird mich dort erwarten?
Lemgo ist Heimat. Der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, der Ort, an dem meine Familie ist. Lemgo ist (m)ein Zuhause. Und dennoch möchte ich die Welt außerhalb entdecken. Ich möchte reisen, ich möchte Erinnerungen schaffen und ich möchte etwas von mir in die Welt tragen. Aber warum sollte das für dich interessant sein? Immerhin bin ich nur irgendeine Teenagerin, die über ihre Auslandszeit berichtet, oder nicht? Nicht ganz. Ich bin nämlich außerdem durch und durch eine Lipperin. Ich bin hier wech. Wenn ich reise, dann nehme ich meine Heimat in meinem Herzen mit. Und ich möchte euch dazu einladen, ebenfalls mit mir zu reisen. Ob im Büro, auf dem Sofa oder im Bett, ich möchte euch mit mir in ein ganz anderes Land nehmen und euch mit meinen Erzählungen das Ausland in die Heimat bringen. Und außerdem möchte ich euch die Kultur, Traditionen und das alltägliche Leben in Spanien näher bringen und euch Infos und Geschichten aus erster Hand liefern. Das Ganze wird mir nicht nur durch die Unterstützung meiner Familie, Freunde und Lehrer ermöglicht, sondern auch mithilfe der Organisation Experiment. Experiment bietet Auslandsaufenthalte auf der ganzen Welt an, für verschiedene Längen, wie in meinem Fall einem halben Jahr.
Vielleicht waren einige von euch bereits in Spanien, andere werden vielleicht noch hinreisen wollen. Als Reisende sind wir alle vereint, ganz gleich, ob wir physisch dort sind oder in unseren Gedanken und Gefühlen. Begleitet mich bei meinem Abenteuer und erlebt mit mir eine unvergessliche Zeit!
Wer Anni bei ihrem Schulhalbjahr in Spanien unterstützen und einen kleinen Beitrag zu ihrem Abenteuer leisten möchte, kann dies über ihre GoFundMe-Seite tun:
Annis Spanien-Abenteuer unterstützen
Dir gefällt unser täglicher Einsatz für Lemgo? Dann unterstütze meine Arbeit hier mit einem virtuellen Kaffee für den Redakteur – oder einem Kauknochen für Redaktionshund Bolle! 🐾
🦴 Kauknochen oder Kaffee spendieren



