Anzeige: T&R Lemgo
Leserbriefe

Leserbrief zu den Bauarbeiten der Grundschulen Lieme und Kirchheide

„Damit hatte keiner im Schulausschuss gerechnet“ und ich kann nur sagen, ich bin auch mehr als erstaunt, um nicht zu sagen, ich bin schockiert. Da wird doch allen Ernstes berichtet, dass mit den Bauarbeiten zu den beiden Grundschulen in Lieme und Kirchheide nicht vor 2031 begonnen werden kann! Die Begründungen dafür sind ebenfalls mehr als abenteuerlich. Da geht es zunächst um fehlende Alternativen für die Ausweichquartiere während der Umbauzeiten. Hat denn darüber vorher niemand nachgedacht, als es im Wettbewerb um Erhalt oder Neubau der Schulgebäude ging? Für die Teilnehmer an den Wettbewerben, die sich für eine Neubaulösung entschieden, war das ein wesentliches Argument sich für den Neubau der Schulen zu entscheiden. Wohlwissend, dass Containerlösungen sehr teuer sind und das sonstige Ausweichquartiere auch nicht zeitnah und ohne erheblichen finanziellen Aufwand zu schaffen sind. Um dies ebenfalls festzustellen haben die Verantwortlichen nunmehr fast ein Jahr seit der Wettbewerbsentscheidung gebraucht. Ob die nun gefundenen Möglichkeiten wirklich 2029 zur Verfügung stehen und was deren Herrichtung kostet, dazu keine Auskunft. Um dies Festzustellen wurde eine Machbarkeitsstudie beauftragt, deren Ergebnis im Herbst vorliegen soll. Was, wenn diese Studie zu dem Schluss kommt, eine Machbarkeit ist nicht gegeben?

Ein weiteres ganzes Jahr wird veranschlagt, um die Vergabeart zu entscheiden (!) und erst 2029 soll mit der Planung(!) begonnen werden, an deren Ende eine Wirtschaftlichkeitsberechnung stehen soll (!?) Danach will man sich nach Fördermitteln umschauen. Bleibt die Frage, was passiert, wenn die Wirtschaftlichkeitsberechnung ein negatives Ergebnis bringt oder Fördermittel nicht mehr verfügbar sind? Vier Jahre Planung für die Katz und zurück auf Los, oder passiert weiterhin nichts? Ist das der Bauturbo in Lemgo?

Bei jedem wirtschaftlich denkenden Unternehmen beginnt die Projektphase eines Vorhabens mit einer Wirtschaftlichkeitsprüfung und führt diese nicht erst nach 4 Jahren kostenintensiver Planung durch. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist Voraussetzung für den Start eines Projektes. Hätte man diese Wirtschaftlichkeitsberechnung durch ein unabhängiges Gutachterbüro direkt nach Vorliegen der Wettbewerbsergebnisse und unter Betrachtung aller Zusatzkosten für Ausweichquartier, Fahrtkosten für Schülertransport, Bauzeitverlängerung usw durchgeführt, hätten die ernüchternden Fakten schon sehr viel früher vorgelegen. Dabei wären die enormen Mehraufwendungen für den Erhalt einiger Wandfragmente des Altbaus durch Abfangungen, Spezialgründungen und Ertüchtigungen des Altbestandes usw., bisher noch nicht einmal berücksichtigt, in jedem Fall auch Bestandteil einer solchen wirtschaftlichen Betrachtung. Dies alles wurde hier versäumt und wird, schlimmer noch, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Nebenbei, das Wohl der Schüler scheint bei all diesen Planungen hier offensichtlich völlig aus den Augen gekommen zu sein. Hier ist dringender Handlungsbedarf durch die Politik gegeben, liegt doch die Fertigstellung der ersten Grundschule bei den nächsten Kommunalwahlen noch in weiter Ferne.

Reinhard Schwakenberg / Dipl.- Ing. Architekt

Unterstützung Redaktion

Dir gefällt unser täglicher Einsatz für Lemgo? Dann unterstütze meine Arbeit hier mit einem virtuellen Kaffee für den Redakteur – oder einem Kauknochen für Redaktionshund Bolle! 🐾

🦴 Kauknochen oder Kaffee spendieren
Mehr anzeigen
Anzeige: Hausmann Optik

Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"