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Kein Mensch soll ohne Hoffnung bleiben: Eheleute Sigrid Pöppelmann-Terwey und Bernd Terwey erhalten Bundesverdienstkreuz für herausragendes Engagement in der Völkerverständigung

Ihr Engagement war nie nur eine Aufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit: Für ihren Einsatz in der Völkerverständigung sind die Eheleute Sigrid Pöppelmann-Terwey und Bernd Terwey von Landrat Meinolf Haase jetzt mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

„Hinter Ihrem jahrelangen Einsatz steht die Überzeugung, dass kein Mensch ohne Hoffnung bleiben darf“, betonte der Landrat in seiner Ansprache. „Sie handeln aus Nächstenliebe und übernehmen Verantwortung, wo andere wegschauen. Diese Auszeichnung ist unser Zeichen des Dankes für Ihre unschätzbaren Verdienste und Ihre gelebten Werte.“

Das Engagement der Eheleute begann 1995 beim Verein „Partner von Tschernobyl Lage-Hörste e.V.“. Der Verein ermöglichte Kindern aus der strahlenbelasteten Reaktor-Region Erholungsaufenthalte in Deutschland. Bis zu 30 Kinder einer Schule aus Mosyr kamen so jedes Jahr für vier Wochen in Gastfamilien unter. Das Ehepaar Terwey öffnete von Beginn an sein eigenes Zuhause und nahm regelmäßig zwei bis drei dieser Kinder bei sich auf.

2001 übernahm Bernd Terwey die Funktion des Schriftführers, er kümmerte sich um das Sponsoring und fungierte als Ansprechpartner für organisatorische Anliegen. Sigrid Pöppelmann-Terwey übte von 2003 bis 2009 das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden  aus und übernahm 2010 die Funktion als Vorsitzende. Gemeinsam organisierten die Eheleute die Erholungsurlaube federführend: Sie gestalteten Vor- und Nachbereitungstreffen mit den Gasteltern, organisierten Aufenthaltsräume und Verpflegung und standen den Gastfamilien als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch der jährliche Kleiderbasar, bei dem gespendete Kleidung kostenlos an die Kinder verteilt wurde, ist maßgeblich auf das Engagement der Eheleute zurückzuführen. Um Spendengelder zu generieren, wurden zahlreiche Veranstaltungen geplant und umgesetzt.

Um die Beziehung zwischen Belarus und Deutschland zu stärken, baute Sigrid Pöppelmann-Terwey eine Schulpartnerschaft zwischen der Felix-Fechenbach-Gesamtschule in Leopoldshöhe und der Schule in Mosyr auf. Während der Aufenthalte besuchten die weißrussischen Kinder eine Woche lang die Schule in Leopoldshöhe und nahmen am Unterricht in musischen und sportlichen Fächern teil. Dabei entstanden Musik- und Theaterprojekte, die der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Dass die Projekte durch Fördermittel unterstützt wurden, ist ebenfalls auf das Engagement der Ordensträgerin zurückzuführen.

Mehrfach reisten Gastfamilien aus Deutschland nach Belarus, um die Kinder zu besuchen und deren Eltern kennenzulernen. Auch Gegenbesuche fanden statt. Die Arbeit des Vereins „Partner von Terschnobyl Lage-Hörste e. V.“ wurde 2020 durch die Conrona-Pandemie unterbrochen und durch den russischen Angriffskrieg unmöglich gemacht, so dass der Verein 2022 aufgelöst wurde.

Als 2023 in Lage-Hörste eine Notunterkunft für Geflüchtete eingerichtet wurde, boten die Eheleute ihre Unterstützung an und betrieben Spendenakquise. Auch die noch vorhandenen Spenden, wie Kleidung aus der Auflösung des Vereins, kamen den Menschen in der Notunterkunft zugute.

Als ehemaliger Deutschlehrer bietet Bernd Terwey regelmäßig Deutschkurse für Flüchtlinge aus der Ukraine an. Der Unterricht ist oftmals eine Herausforderung, da viele Geflüchtete schwere Schicksalsschläge erlebt haben und die Kursteilnehmer häufig wechseln. Auch Sigrid Pöppelmann-Terwey bietet Mal- und Kunstkurse für die Bewohner der Notunterkunft an. Die benötigten Materialien werden teilweise privat finanziert. Zudem engagiert sie sich aktiv dafür, Vorurteile gegenüber den neuen Mitbürgern abzubauen. Sie bringt sich am „Runden Tisch der Flüchtlingsunterkunft Lage-Hörste“ ein und ist Mitglied der „Aktiv-Gruppe Hörste“. Diese Initiativen haben es sich zur Aufgabe gemacht, konkrete Hilfe zu leisten und die Geflüchteten durch verschiedene Projekte in die Dorfgemeinschaft zu integrieren.

PM Kreis Lippe

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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