IHK Lippe zu Unternehmensinsolvenzen: Keine Trendwende in Sicht

24 Unternehmen aus Lippe haben laut dem Statistischen Landesamt IT.NRW von Januar bis März 2026 beim Amtsgericht Detmold einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das entspricht einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. „Die anhaltende Wirtschaftskrise frisst die Liquidität in den Unternehmen“, zeigt sich Svenja Jochens, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe), besorgt. „Wir befürchten, dass die Insolvenzzahlen noch weiter steigen werden.“
Die meisten der 24 betrieblichen Insolvenzanträge in Lippe entfallen auf das Baugewerbe (6; Vorjahr: 4), gefolgt vom Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (5; Vorjahr: 2) sowie dem verarbeitenden Gewerbe (4; Vorjahr: 1).
Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2026 registrierten die nordrhein-westfälischen Amtsgerichte insgesamt 1.720 Unternehmensinsolvenzen (+9,4 Prozent) – der dritthöchste Wert in NRW seit zehn Jahren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden in den ersten drei Monaten des Jahres bundesweit 6.275 Unternehmensinsolvenzen beantragt, was einem Anstieg von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
„Haupttreiber des Insolvenzgeschehens sind die strukturellen Defizite des Wirtschaftsstandorts, insbesondere die zu hohen Energie- und Arbeitskosten. Die anhaltend schwache Konjunktur sowie geopolitische Krisen legen diese Schwächen schonungslos offen“, erläutert Timm Lönneker, Referent der IHK Lippe. Vor allem aber mangele es an privaten Investitionen aus der Wirtschaft: Im Wettbewerbsvergleich zu hohe Arbeitskosten, Energiepreise und Steuern sowie bürokratische Belastungen verhinderten eine Trendwende“, so der Referent.
Neben den Unternehmensinsolvenzen beantragten 98 weitere Schuldner in Lippe die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens (Vorjahr: 79; +24 Prozent). In 81 Fällen handelte es sich um Verbraucherinsolvenzen (Vorjahr: 61; +33 Prozent). Zudem waren 16 ehemals Selbstständige betroffen (Vorjahr: 12).
PM IHK Lippe
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