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„SPD Lemgo will mehr Schatten für die Innenstadt“ – Sonnensegel als Antwort auf zunehmende Hitze prüfen

Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, wird der Aufenthalt in der Lemgoer Innenstadt für viele Menschen zunehmend belastend. Wo zusätzliche Bäume aufgrund der historischen Bausubstanz und unterirdischer Versorgungsleitungen häufig nur eingeschränkt möglich sind, braucht es ergänzende Lösungen. Deshalb hat die SPD-Ratsfraktion einen Prüfantrag eingebracht, der die Möglichkeiten einer temporären Beschattung öffentlicher Aufenthaltsbereiche untersuchen soll. Im Mittelpunkt stehen dabei Sonnensegel zwischen Gebäuden, die – soweit die technischen und statischen Voraussetzungen dies zulassen – an bereits vorhandenen Aufhängungen der Weihnachtsbeleuchtung befestigt werden könnten.

Aus Sicht der SPD bleibt eine stärkere Begrünung der Stadt grundsätzlich das Ziel. Gerade in der historischen Altstadt stoßen zusätzliche Baumstandorte jedoch vielerorts an ihre Grenzen.

„Wo immer zusätzliche Bäume möglich sind, sollten diese selbstverständlich gepflanzt werden. In weiten Teilen unserer historischen Innenstadt verhindern jedoch unterirdische Versorgungsleitungen, enge Straßenräume, Rettungswege und der Denkmalschutz eine großflächige Begrünung. Deshalb brauchen wir ergänzende Lösungen, um die Menschen an heißen Sommertagen besser zu schützen.“, so begründet Christian Bintz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender die Idee.

Die Sozialdemokraten sehen in temporären Sonnensegeln eine praktikable Möglichkeit, die direkte Sonneneinstrahlung deutlich zu reduzieren und damit die Aufenthaltsqualität spürbar zu verbessern – ohne dauerhaft in die historische Bausubstanz einzugreifen.

Alexander Baer, Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Landtag NRW ergänzt: „Die Sommer werden immer heißer. Das haben wir zum Beispiel auch beim Strohsemmelfest deutlich gespürt. Wer im Hochsommer durch die Innenstadt geht, merkt schnell, wie stark sich Pflaster und Fassaden aufheizen. Beschattung reduziert die direkte Sonneneinstrahlung erheblich und sorgt dafür, dass sich Menschen deutlich angenehmer in unserer Innenstadt aufhalten können.“

Dass solche Konzepte funktionieren, zeigen zahlreiche Städte bereits seit Jahren. So werden beispielsweise in Málaga und Sevilla große Teile der Einkaufsstraßen während der Sommermonate mit Sonnensegeln beschattet. Auch Ferrara setzt in seiner historischen Altstadt auf saisonale textile Beschattungssysteme. Die Erfahrungen dieser Städte zeigen, dass sich solche Lösungen technisch und gestalterisch auch in historischen Innenstädten umsetzen lassen, ohne dauerhaft in die Bausubstanz einzugreifen.

Ein besonderer Vorteil könnte nach Auffassung der SPD darin liegen, vorhandene Infrastruktur zu nutzen.

„In vielen Bereichen existieren bereits Aufhängungen für die Weihnachtsbeleuchtung. Sollten diese – nach entsprechender statischer Prüfung – auch im Sommer genutzt werden können, vermeiden wir zusätzliche bauliche Eingriffe und handeln wirtschaftlich. Genau das soll die Verwaltung prüfen.“, konkretisiert Julien Thiede, ebenfalls stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Die SPD betont ausdrücklich, dass es sich nicht um einen Umsetzungsbeschluss, sondern um einen Prüfauftrag handelt. Neben Sonnensegeln sollen auch weitere temporäre Beschattungsmöglichkeiten untersucht werden, sofern diese technisch, gestalterisch oder wirtschaftlich besser geeignet sind.

Thiede stellt klar: „Wir wollen keine einzelne Lösung festschreiben. Unser Ziel ist es, die beste Lösung für Lemgo zu finden. Deshalb soll die Verwaltung ausdrücklich auch alternative oder ergänzende Beschattungsmöglichkeiten prüfen und bewerten.“

Gerade weil die Kosten einer möglichen Umsetzung heute noch nicht bekannt sind, soll die Verwaltung im Rahmen des Prüfauftrags die technische Machbarkeit, die Wirtschaftlichkeit sowie mögliche Förderprogramme im Bereich Klimaanpassung und Stadtentwicklung untersuchen. Sollte sich eine Umsetzung als sinnvoll erweisen, hält die SPD ein Pilotprojekt in einem besonders stark frequentierten Bereich der Innenstadt für einen geeigneten ersten Schritt.

Für die SPD geht es dabei nicht nur um den Schutz vor Hitze, sondern auch um die Zukunft der Innenstadt insgesamt.

Christian Bintz erläutert auch die Auswirkungen auf den Einzelhandel: „Eine lebendige Innenstadt lebt davon, dass Menschen sich gerne dort aufhalten. Gerade an heißen Sommertagen suchen viele möglichst schnell klimatisierte Räume auf oder bleiben ganz zu Hause. Mehr Schatten bedeutet deshalb mehr Aufenthaltsqualität, stärkt den Einzelhandel und die Außengastronomie und macht unsere Innenstadt insgesamt attraktiver.“

Abschließend stellt die SPD klar, dass temporäre Beschattung keine Alternative zu weiterer Begrünung sei, sondern diese dort ergänzen solle, wo neue Baumstandorte nicht realisierbar sind.

„Klimaanpassung beginnt nicht immer mit großen Bauprojekten. Oft sind es pragmatische Ideen, die den Alltag der Menschen spürbar verbessern. Unser Antrag soll den Anstoß geben, solche Möglichkeiten für Lemgo ergebnisoffen zu prüfen.“, schließt Baer.“

Pressemitteilung SPD Lemgo

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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