Anzeige: T&R Lemgo
MenschenReportagen

Mit Herz, Humor und Hebebühne: Henrik Delker und Lemgos grüne Oasen

Er hat eigentlich immer ein Lächeln im Gesicht, einen lockeren Spruch auf den Lippen und ist in Lemgo wahrlich kein Unbekannter: Ob frisch verheiratet im privaten Glück, in der lokalen Parteipolitik oder im Schützenwesen – Henrik Delker ist im Stadtbild fest verankert. Doch seine wahre Berufung liegt in den grünen Oasen unserer Hansestadt. Als Chef der Gartenmanufaktur Delker in Brake weiß er genau, wo der lippische Spaten ansetzt. Wir haben uns mit ihm mitten im Frühsommer getroffen, um dem Experten die besten Tipps für den heimischen Garten zu entlocken, aktuelle Trends abzuklopfen und zu erfahren, wann man das Selbermachen im eigenen Interesse lieber stoppen sollte. Ein Gespräch über schweren Boden, die Tücken der Liebe zu Pflanzen und eine Douglasie, die eine ganze Nachbarschaft in Ekstase versetzte.

Das Interview führte die Redaktion von „Mein Lemgo“

Henrik Delker

Mein Lemgo: Gehen wir direkt ans Eingemachte, oder besser gesagt: an die Erde. Wenn wir uns die Gärten hier in Lemgo und Umgebung anschauen – mit welchen typischen Bodenverhältnissen oder Herausforderungen haben die Hobbygärtner hier eigentlich meistens zu kämpfen?

Henrik Delker: Also in erster Linie haben wir hier sehr schweren Boden, wie der Name Lemgo schon sagt. Das kommt ja historisch vom „Limgauwe – lehmiger Gau“. Das ist aber eigentlich eine sehr gute Voraussetzung, wenn man an das Thema Wassermangel denkt. Der Boden hat nämlich eine unglaublich gute Wasserhaltefähigkeit. Er verhindert allerdings auch langfristig, dass gewisse Trockenheit liebende Pflanzen hier besonders gut gedeihen. Und man muss aufpassen: Die eine oder andere Pflanze kann bei uns schnell Probleme mit Staunässe bekommen.

Mein Lemgo: Das passt perfekt zu unserer nächsten Frage nach den typischen Fehlern. Sie sehen ja beruflich unzählige Gärten von innen. Was ist denn der häufigste Fehler, den der klassische Lemgoer Hobbygärtner aus purer Liebe zu seinen Pflanzen macht?

Henrik Delker: Da gibt es zwei Klassiker. Das eine ist tatsächlich das Überwässern, was zu der eben angesprochenen Staunässe führt und leider bei vielen Pflanzen paradoxerweise genau die gleichen Symptome und Ergebnisse hervorruft wie Trockenheit. Die Blätter hängen, und meistens wird dann aus Sorge einfach noch mehr drüber gegossen. Am Ende wundern sich alle, warum es im Wurzelbereich so modert.

Der zweite Fehler betrifft die Baumauswahl: Es werden großwerdende oder schnellwachsende Gehölze viel zu nah ans Haus gepflanzt. Da sollte man sich ganz am Anfang, wenn man zum Beispiel einen Baum zur Hochzeit geschenkt bekommt, gründlich Gedanken machen, wie groß der wirklich wird. Sonst müssen wir hinterher schneller zum Fällen kommen, als dem Kunden lieb ist, weil der Wurzeldruck ans Mauerwerk gerät oder die Regenrinnen ständig voll mit Laub und Nadeln sitzen.

Mein Lemgo: Bleiben wir kurz beim Thema Wasser und Hitze. Wir stecken mitten im Frühsommer. Wenn die Tage jetzt wieder richtig heiß werden: Welche robusten Blütenpflanzen oder Gehölze empfehlen Sie, die nicht beim kleinsten Sonnenstrahl schlappmachen und trotzdem fantastisch aussehen?

Henrik Delker: Da kann ich nur sagen: Altbewährte Sachen sind die sicherste Bank. Dazu gehören allgemein Gehölze und Tiefwurzler, die hier in der Region seit mehreren hundert oder gar tausend Jahren wachsen, wie zum Beispiel Buchen oder Kastanien. Die haben einfach die besten Widerstandseigenschaften. Und sie sind im Vergleich zu manch exquisiten Import-Artikeln oft auch deutlich günstiger.

Mein Lemgo: Und wie sieht es mit dem Lieblingsthema der Deutschen aus – dem Rasen? Wenn der nach den ersten heißen Tagen eher nach kasachischer Steppe als nach englischem Grün aussieht, was ist die absolute Erste-Hilfe-Maßnahme?

Henrik Delker: Ganz grundsätzlich spart man sich viel Leid und Arbeit, wenn man den Rasen im Sommer einfach mal einen Zentimeter höher mäht. Nicht jeder Rasen muss die Tiefe von einem Teppichboden haben. Dreieinhalb bis viereinhalb Zentimeter sind schon recht kurz. Wenn man im Sommer mäht, sollte man das mit dem Korb tun, das verhindert die Unkrautaussamung.

Auch bei der Rasensorte sollte man genauer hinschauen und die passende Saatgutmischung wählen. Mittlerweile ist es viel hilfreicher, einen Rasen zu nehmen, der auch mal ein oder zwei Zentimeter tiefer wurzelt. Es geht im modernen Sommer gar nicht mehr darum, einen kontinuierlich knallgrünen Rasen zu erhalten. Wichtig ist, dass er lange grün bleibt und vor allem schnell wieder grün wird, wenn es nach einer Dürreperiode von vielleicht sechs Wochen wieder regnet. Daran sollte man also nicht verzweifelt festhalten.

Mein Lemgo: Das Thema Insektenschutz und biologische Vielfalt ist in aller Munde. Welche Pflanzen sollte jeder Lemgoer auf dem Balkon oder im Garten haben, um den lokalen Bienen und Insekten etwas Gutes zu tun?

Henrik Delker: Das hängt natürlich immer stark vom konkreten Standort ab. Aber für den Balkon empfehle ich gerade für den versierten Hobbygärtner Geranien. Das sind Pflanzen, die wirklich robust, widerstandsfähig und auch optisch ansprechend sind. Ansonsten machen sich auch Hortensien sowohl im Vorgartenbeet als auch auf dem Balkon im Kübel immer sehr gut. Wer Biodiversität auf Minimalraum möchte, kann auch ausgewählte Blühstreifenmischungen direkt in Balkonkästen ansäen.

Wenn wir über den Klimawandel in den Gärten sprechen, sieht man übrigens massive Veränderungen : In den letzten fünf Jahren haben wir als Betrieb nicht einen einzigen Buchsbaum mehr gepflanzt, aber sehr viele Kilometer Buchsbaumhecken gerodet. Die sind extrem anfällig für den Zünsler, was durch die Trockenheit bedingt wird. Der Trend geht generell weg von den immergrünen Lebensbaumhecken und Zypressensorten, die unter den langen Trockenphasen leiden. Stark ausgebreitet hat sich leider der Kirschlorbeer. Er erfreut sich einer hohen Beliebtheit, obwohl diese Pflanze keinerlei ökologischen Nährwert oder Nutzen für Vögel und Insekten hat. Da kann man aber gut mit Pflanzen aus dem Mediterranbereich gegensteuern. Ganz besonders dort zu erwähnen ist die Glanzmispel mit ihren tollen Eigenschaften, oder natürlich ganz klassisch die total heimischen Gehölze Hainbuche oder die Rotbuche. Damit kann man eigentlich nichts verkehrt machen.

Mein Lemgo: Viele Menschen haben heute wenig Zeit, wünschen sich aber trotzdem eine grüne Oase. Was ist aktuell der absolute Trend bei pflegeleichten Gärten, ohne dass es gleich die berüchtigte Schotterwüste sein muss?

Henrik Delker: Da haben wir eigentlich immer zwei relativ einfache, simple Möglichkeiten. Die eine ist der koordiniert angelegte Blühstreifen. Dass man dort eben Rasen und Blühstreifenmischungen miteinander kombiniert und dann extra eigene Bereiche dafür schafft. Gerade bei den mehrjährigen Sorten reicht es, die einmal abzumähen, wenn sie verblüht sind. Die andere Möglichkeit, wenn man etwas mehr investieren möchte, sind Bodendecker und Stauden, mit denen man wunderbar arbeiten kann. Die beschatten auch gleichzeitig den Boden, schützen ihn vor der UV-Strahlung und halten dort den Boden auch länger feucht. Es gibt also viele Optionen, die keinen besonders hohen Arbeits- oder Pflegeaufwand haben. Der Kostenpunkt liegt hier eigentlich nur in der Erstellung der Fläche.

Mein Lemgo: Jetzt haben wir viel über das Selbermachen gesprochen. Aber ab wann sollte der Hobbygärtner die Schaufel oder die Säge lieber aus der Hand legen? Wo hört der Spaß auf und wo fängt die professionelle Planung an?

Henrik Delker: Im Bestand würde ich immer dazu raten, sich auch von fachkundigen Kollegen Rat einzuholen, wenn der Baum dann doch zu groß ist. Nicht alles ist mit der Baumarktsäge zu managen, da sind ganz schnell auch große versicherungstechnische Malheure möglich. Grundsätzlich gilt: Man soll das im Garten machen, was man machen möchte, wo man Lust zu hat und was man auch körperlich machen kann. Wenn es zu viel wird oder zu stressig ist – sei es beim Heckenschnitt, beim Baumschnitt oder der allgemeinen Pflege –, kann man sich jederzeit fachkundige Hilfe holen.

Mein Lemgo: Viele verbinden Ihren Namen ja vor allem mit den eher großen Projekten, Pflasterungen oder kompletten Neuanlagen. Welche Services bietet Ihr Team denn noch an, die der normale Hausbesitzer vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hat?

Henrik Delker: Wir haben das große Glück, dass wir eigentlich alle Angelegenheiten des Gartenbaus, alle Tätigkeitsfelder bespielen können aufgrund unseres Teams, wo viele Fähigkeiten versammelt sind. Einen reinen Winterdienst oder die klassische Urlaubspflege bieten wir zwar nicht mehr an, dafür haben wir aber zum Beispiel die Rasen-Dauerpflege im Programm. Das läuft über Jahresabos inklusive Rasenmähen, Laubbeseitigung und den regelmäßigen Pflegeschnitten, bei denen wir alle vier bis sechs Wochen vorbeikommen.

Natürlich gehören auch die klassischen Pflasterarbeiten, Natursteinpflasterung und der Natursteinmauerbau zu unseren Kernthemen. Ein ganz großer Schwerpunkt ist aktuell zudem der klimagerechte Garten in Neubausiedlungen. Da kann man selbst auf kleinem Raum mit dem richtigen Oberflächenbelag und den passenden Pflanzen für einen moderaten Kostenaufwand immer noch ein sehr schönes Gesamtensemble stricken. Zusammengefasst gilt bei uns einfach: Wer fragt, dem wird geholfen.

Mein Lemgo: Zum Abschluss: Was war denn das skurrilste oder schönste Gartenprojekt, das Sie bisher hier in der Region Lemgo umsetzen durften?

Henrik Delker: Da denke ich in erster Linie an ein Bauprojekt an einem sehr steilen Hang, wo die Eigentümerfamilie ziemlich verzweifelt war, wie sie dieses zwar große, aber absolut nicht zuwegbare Grundstück erschließen soll. Dort konnten wir mit unserem Konzept die Bauherren überzeugen, nämlich keine Betonfertigteile zu nehmen – also die bekannten L-Steine –, sondern mit massiven Natursteinelementen zu arbeiten. Das waren Steine, die im Durchschnitt anderthalb Tonnen gewogen haben. Es war sehr aufwendig und anspruchsvoll, aber die Steinelemente sind nun komplett bepflanzt. Damit ist eine Fläche, die man ansonsten totgelegt hätte, jetzt sehr lebendig und passt harmonisch in das Gesamtlandschaftsbild. Das Beste daran: Vom Kostenaufwand her war es identisch mit den Angeboten aus Fertigbetonteilen. Die Arbeit mit Naturstein und wasserdurchlässigen Oberflächen ist also nicht kostspieliger als die sterile Herangehensweise mancherorts. Und es war einer unserer ersten größeren Aufträge; die Kunden haben uns damals sechs anderen Mitbewerbern vorgezogen und sind bis heute treu geblieben.

Die absolute Lieblingsgeschichte mit echtem Volksfestcharakter war aber eine Großbaumfellung einer 30 Meter hohen Douglasie in der Franz-Liszt-Straße. Zur Fällung hat sich tatsächlich die gesamte Nachbarschaft versammelt, gegrillt sowie Kaffee und Kuchen herausgestellt. Hinterher standen 30 Leute um unsere vier Mitarbeiter vom Team herum und waren am Klatschen, als das letzte Stück vom Baum abgetragen wurde. Das war einfach großartig!

Unser Eindruck

Das Gespräch mit Henrik Delker zeigt deutlich: Moderner Gartenbau im Raum Lemgo erfordert weit mehr als nur den sprichwörtlichen grünen Daumen. Es braucht das genaue Verständnis für die regionalen Besonderheiten – wie den schweren, wasserhaltenden Lemgoer Lehmboden – und den Mut, sich von veralteten, nicht mehr klimagerechten Pflanzentraditionen wie dem geplagten Buchsbaum oder dem ökologisch wertlosen Kirschlorbeer zu verabschieden.

Gleichzeitig wird deutlich, dass ein schöner, lebendiger und insektenfreundlicher Garten kein zeitraubendes Buch mit sieben Siegeln sein muss, wenn man auf die richtigen Strategien wie koordinierte Blühstreifen, clevere Bodendecker oder die passende Rasen-Mähhöhe setzt. Und wenn ein Projekt doch einmal die eigenen Kräfte oder das heimische Werkzeug übersteigt, steht mit der Gartenmanufaktur Delker in Brake ein kompetentes, bodenständiges Team bereit. Ob für die regelmäßige Dauerpflege im Abo oder die aufwendige Naturstein-Gestaltung: Wer auf der Suche nach fachkundiger Unterstützung mit Herz und Humor ist, findet hier den passenden Ansprechpartner direkt vor der Haustür.


Gartenmanufaktur Delker – Auf einen Blick

  • Unternehmen: Gartenmanufaktur Delker
  • Inhaber: Henrik Delker
  • Sitz: Lemgo-Brake
  • Leistungsspektrum: * Individuelle Gartenplanung & Beratung
    • Klimagerechte Gartengestaltung für Neubauten und Bestand
    • Natursteinpflasterung & Natursteinmauerbau
    • Professionelle Pflasterarbeiten & Neuanlagen
    • Dauerhafte Rasen- und Gartenpflege im Jahresabo (inkl. Mäharbeiten, Laub & Pflegeschnitten)
    • Fachkundiger Baum- und Heckenschnitt
  • Kontakt & Web: www.gartenbau-lemgo.de

Mehr anzeigen
Anzeige: Hausmann Optik

Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"