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Vorbereitung für die Umsetzung der Wasserstoffmodellregion OWL

Der nächste Schritt für die praktische Umsetzung der Wasserstoffmodellregion HyDrive OWL steht an. Ab Ende September können sich Regionen für das Bundesprogramm HyPerformer bewerben. Die OWL-Kreise und die Stadt Bielefeld könnten bei einer Förderzusage mit der Umsetzung der Technologie in der Fläche beginnen. Unter der Koordinierung des Kreises Lippe soll in den kommenden Monaten eine gemeinsame Bewerbung ausgearbeitet werden. „Jetzt startet die Phase, in der wir konkrete Projekte anpacken können. Mit unseren Visionen und starken Kooperationspartnern, wollen wir einen schlagkräftigen Förderantrag stellen“, so Landrat Dr. Axel Lehmann.

Grundlage für die Bewerbung ist die Potentialanalyse, bei der die Kreise Lippe und Minden-Lübbecke sowie die Stadt Bielefeld gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) die Voraussetzung für die Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff vor Ort betrachtet haben. Die Bewertung des Anwenderpotentials erfolgte zusätzlich mit allen anderen Kreisen in OWL.

Die Analyse sieht folgenden Fahrplan vor: Zunächst sollte an einem favorisierten Standort in Bielefeld Wasserstoff hergestellt werden. Von dort aus soll der Transport des Wasserstoffs zu den einzelnen Abnahmestellen erfolgen. Die Tankstellen – pro Region eine – sind an verkehrsgünstigen Punkten geplant. Unter den festgelegten Eckpunkten zur Produktion, dem Transport und der Bereitstellung könnten die möglichen Anwender zunächst bis zu 110 Fahrzeuge – ein Mix aus Bussen, LKW und Abfallsammelfahrzeugen – betreiben. Wenn diese ersten Insellösungen stehen, kann der Pool der Anwender wachsen und ein lückenlose Infrastruktur entstehen. „Wir konnten unser Konzept bereits in verschiedenen Foren mit dem Verkehrsministerium vorstellen“, erklärt Olrik Meyer, Projektleiter von HyDrive OWL. „Sollten wir einen Zuschlag erhalten, ließen sich Beschaffungsvorhaben umsetzen und Investitionslücken schließen.“

Für einen erfolgreichen Antrag geht der Kreis Lippe mit den Projektpartnern nun in Gespräche, um Verbindlichkeiten zu schaffen. Akteure entlang der Wertschöpfungskette sollen dabei konkrete Investitionsabsichten aufzeigen. Erste Erklärungen liegen bereits vor. Weitere Interessierte, vor allem Logistiker, Tankstellenbetreiber und Anwender, können sich unter d.hetmann@kreis-lippe.de melden.

Unabhängig von dem Förderprogramm arbeiten die OWL-Kreise und die Stadt Bielefeld bereits in einer Steuerungsgruppe zusammen. Die Kooperation plant aktuell eine Verstetigung von jährlichen Treffen sowie Workshops, um Akteure über neuste Entwicklungen zu informieren und die Netzwerkarbeit zu intensivieren. „Durch ein großes Netzwerk schaffen wir nicht nur Voraussetzungen für effizienten  künftigen Einsatz von Wasserstoff im Mobilitätssektor. Wir können darüber hinaus auch Themen wie die Energieversorgung und –speicherung mit betrachten und Optionen für weitere Anwendungen ausloten“, erklärt Dr. Ute Röder, Verwaltungsvorstand II beim Kreis Lippe. 

Hintergrund zum Förderprogramm HyPerformer

Der Kreis Lippe als Koordinator, die Stadt Bielefeld und der Kreis Minden-Lübbecke haben sich im Dezember 2019 mit dem Projekt HyDrive OWL erfolgreich beim Bundeswettbewerb “HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland” beworben. Sie erhielten einen Zuschlag für das Programm HyExpert. Die Teilnahme an dem Programm ist nun Voraussetzung für eine mögliche Berücksichtigung in der höchsten Kategorie HyPerformer. Die Bewerbungsphase läuft bis Ende Januar 2023. Das Bundesverkehrsministerium will voraussichtlich mindestens drei Gewinnerregionen bzw. Konzepte ermitteln, welche jeweils mit bis zu 15 Mio. Euro Förderung unterstützt werden. Insgesamt stehen Fördermittel von 45 Millionen Euro bereit. Der Kreis rechnet für Mitte 2023 mit einer Entscheidung.

PM Kreis Lippe

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