Arbeitsminister Laumann besucht SOLLICH – Familienunternehmen zeigt Perspektivenberuflicher Bildung
Für NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann führte seine Ausbildungstour in Bad Salzuflen ein Stück weit zurück zu den eigenen beruflichen Wurzeln. Beim Besuch des Maschinen- und Anlagenbauers SOLLICH suchte er den direkten Austausch mit Auszubildenden, Ausbildern und Unternehmensleitung. In der Ausbildungswerkstatt traf der gelernte Maschinenschlosser auf junge Menschen, die heute am Beginn ihres eigenen Berufswegs stehen. Laumanns Ausbildungstour rückt bewusst die Praxis in den Mittelpunkt: Wie gelingt Ausbildung im Betrieb? Was brauchen junge Menschen für einen guten Start? Und wie können Unternehmen ihren Fachkräftenachwuchs sichern?
Bei SOLLICH traf der Minister auf ein Unternehmen, das darauf seit vielen Jahren eine klare Antwort gibt: selbst ausbilden, junge Menschen entwickeln und ihnen langfristige Perspektiven im Unternehmen eröffnen.
Bei SOLLICH wird in Generationen gedacht
Seit mehr als 100 Jahren befindet sich SOLLICH in Familienhand. Thomas Sollich führt den Maschinen- und Anlagenbauer heute in dritter Generation. Mit Nicolas und Carla Sollich ist bereits die vierte Generation im Unternehmen tätig. Rund 500 Menschen arbeiten am Standort Bad Salzuflen. Aktuell bildet SOLLICH 23 junge Menschen in sieben Berufen aus, insbesondere im gewerblich-technischen Bereich. Zum 1. September beginnen neun weitere Nachwuchskräfte ihre Ausbildung.
„Als Familienunternehmen denken wir nicht in kurzen Zeiträumen, sondern in Generationen. Dazu gehört für uns seit jeher, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben und unsere Fachkräfte von morgen selbst auszubilden“, sagt Thomas Sollich, Geschäftsführer der SOLLICH KG. „Wir investieren viel Zeit, Wissen und Vertrauen in unsere Auszubildenden und begleiten sie auf ihrem Weg. Sie müssen bei uns nicht schon alles können – wichtig sind Neugier, Lernbereitschaft und gute Grundlagen. Das Fachliche bringen wir ihnen bei. Unser Ziel ist, dass aus Auszubildenden qualifizierte Fachkräfte werden, die sich bei uns weiterentwickeln und dem Unternehmen lange verbunden bleiben.“
Dass eine Ausbildung dabei nicht das Ende, sondern der Anfang beruflicher Entwicklung sein kann, zeigt SOLLICH im eigenen Unternehmen. Ehemalige Auszubildende übernehmen neue Aufgaben, qualifizieren sich weiter und entwickeln sich zu gefragten Fachkräften. Derzeit absolvieren fünf Nachwuchskräfte ein kooperatives Studium in den Bereichen Mechatronik und Elektrotechnik.
Ausbildung ist ein Startpunkt, kein Endpunkt
„Wir müssen jungen Menschen und ihren Eltern viel deutlicher zeigen, wohin eine Ausbildung führen kann“, sagt Svenja Jochens, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe). „Ausbildung bedeutet nicht, sich mit 16 oder 17 Jahren auf einen einzigen Weg für das gesamte Berufsleben festzulegen. Sie schafft eine berufliche Grundlage, auf der sich viele weitere Entwicklungsschritte aufbauen lassen.“
Eine Ausbildung kann der direkte Einstieg als Fachkraft sein, aber ebenso Ausgangspunkt für berufliche Weiterbildung, Meister- oder Fachwirtabschlüsse, ein späteres Studium oder Führungsverantwortung. Für die IHK ist deshalb entscheidend, berufliche und akademische Bildung in der Berufsorientierung tatsächlich gleichwertig darzustellen.
Gute Ausbildung braucht gute Grundlagen
Der Austausch bei SOLLICH machte zugleich deutlich, was Ausbildungsbetriebe leisten: Sie vermitteln berufliches Fachwissen, investieren Zeit und Erfahrung in junge Menschen und begleiten deren persönliche Entwicklung.
„Auszubildende müssen am ersten Tag noch keine Fachkräfte sein – genau dafür ist Ausbildung da“, betont Jochens. „Sie brauchen aber Neugier, Lernbereitschaft und grundlegende schulische Kompetenzen. Die allgemeinbildenden Schulen haben deshalb eine wichtige Aufgabe: Sie müssen jungen Menschen diese Grundlagen vermitteln und ihnen die ganze Bandbreite beruflicher Möglichkeiten zeigen.“
Für die IHK müssen deshalb Schulen, Eltern, Berufsorientierung und Ausbildungsbetriebe ineinandergreifen. Unternehmen wie SOLLICH zeigen, welche Chancen Ausbildung eröffnet und welche Entwicklungsmöglichkeiten sich daran anschließen können.
PM IHK Lippe
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