LWL leistet viel für Lippe – „Aber auch beim LWL gilt: Ausgaben müssen mit Augenmaß erfolgen“
Kreis Lippe. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat im Jahr 2025 rund 284,8 Millionen Euro im Kreis Lippe ausgegeben. Dem standen rund 126 Millionen Euro gegenüber, die der Kreis Lippe als Mitglied an den LWL gezahlt hat. Ein erheblicher Teil der Leistungen kommt dabei unmittelbar den Menschen in Lippe zugute.
„Die Zahlen machen deutlich: Der LWL ist auch für Lippe ein wichtiger und unverzichtbarer Partner. Gerade im sozialen Bereich übernimmt er Aufgaben, die vor Ort einen ganz konkreten Unterschied machen“, erklärt Arne Brand, SPD, Mitglied der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe.
Allein im Jahr 2025 unterstützte der LWL im Kreis Lippe insgesamt 4.249 Menschen mit Behinderung. Dafür wurden rund 142,5 Millionen Euro für soziale Aufgaben eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Unterstützung beim selbstbestimmten Wohnen und Hilfen für Kinder mit Behinderung.
Auch bei der beruflichen Teilhabe spielt der LWL eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr finanzierte er in Lippe 1.599 Arbeitsplätze in Werkstätten für Menschen mit wesentlicher Behinderung. Zusätzlich wurden rund 3,4 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe eingesetzt, um Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt zu integrieren, Arbeitsplätze anzupassen oder deren Erhalt zu ermöglichen.
„Inklusion darf kein abstrakter Begriff sein. Sie muss im Alltag funktionieren – beim Wohnen, bei der Arbeit, in der Kita und in vielen anderen Lebensbereichen. Genau hier zeigt sich, welchen konkreten Nutzen die Arbeit des LWL für die Menschen in Lippe hat“, so Brand.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das selbstbestimmte Wohnen. Der LWL unterstützte 2025 insgesamt 1.161 Menschen in Lippe, damit sie alleine oder gemeinsam mit anderen in einer eigenen Wohnung leben können. Für die inklusive Betreuung von 623 Kindern mit Behinderung in Regelkindertageseinrichtungen wurden rund 5,8 Millionen Euro aufgewendet.
„Besonders wichtig finde ich, dass Unterstützung möglichst dort ankommt, wo Menschen leben: in der eigenen Wohnung, im Kindergarten oder am Arbeitsplatz. Das ist gelebte Teilhabe und nicht nur ein Haushaltsposten“, betont Brand.
Auch wirtschaftlich ist der LWL in Lippe präsent. Im vergangenen Jahr arbeiteten 198 Menschen direkt beim LWL in Lippe. Darüber hinaus finanzierte der Landschaftsverband bei Leistungserbringern im Kreis indirekt rund 1.923 Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, beispielsweise in der Betreuung von Menschen mit Behinderung.
Hinzu kommen weitere Leistungen, unter anderem in der Kultur und bei Entschädigungsleistungen. 2025 zahlte der LWL im Kreis Lippe rund 4,5 Millionen Euro an Entschädigungsleistungen, unter anderem an Kriegsopfer und Hinterbliebene.
Für Brand ist deshalb klar, dass die Diskussion über die Finanzierung des LWL differenziert geführt werden muss.
„Wer über die Landschaftsumlage spricht, darf nicht nur auf die Ausgabenseite schauen. Hinter den Zahlen stehen Menschen und konkrete Leistungen. Gerade im Bereich der Eingliederungshilfe übernimmt der LWL eine Verantwortung, die wir als Kommunen alleine kaum bewältigen könnten“, sagt Brand.
Gleichzeitig müsse der LWL seine finanzielle Verantwortung gegenüber den Kreisen und kreisfreien Städten ernst nehmen. „Gute Leistungen und solide Finanzen sind kein Widerspruch. Der LWL leistet wichtige Arbeit – aber auch beim LWL muss jede Ausgabe kritisch hinterfragt werden. Wir brauchen Augenmaß, klare Prioritäten und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitteln der Kommunen“, macht Brand deutlich.
Denn der Kreis Lippe finanziert den Landschaftsverband maßgeblich über die Landschaftsumlage. „Jeder Euro, den der LWL ausgibt, muss letztlich auch im Zusammenhang mit der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Kreise und Städte gesehen werden. Gerade für Lippe ist es wichtig, dass die Belastung durch die Landschaftsumlage beherrschbar bleibt“, so Brand.
Sein Fazit: „Ich sehe den LWL als starken Partner für Lippe. Die Leistungen, insbesondere für Menschen mit Behinderung, sind unverzichtbar. Gleichzeitig müssen wir immer wieder schauen, was notwendig ist, was effizient organisiert werden kann und wo wir uns Ausgaben vielleicht auch sparen können. Sozial verantwortlich zu handeln bedeutet für mich deshalb auch, mit den finanziellen Möglichkeiten verantwortungsvoll umzugehen.“
Der LWL arbeitet als Kommunalverband für die 8,3 Millionen Menschen in Westfalen-Lippe. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Behinderten- und Jugendhilfe, Psychiatrie, Kultur und weitere westfalenweite Aufgaben.
PM Arne Brand, Mitglied im LWL via SPD Lippe
Dir gefällt unser täglicher Einsatz für Lemgo? Dann unterstütze meine Arbeit hier mit einem virtuellen Kaffee für den Redakteur – oder einem Kauknochen für Redaktionshund Bolle! 🐾
🦴 Kauknochen oder Kaffee spendieren



