Erinnerungen an das Leben und Arbeiten auf Schloss Brake: Erzählwerkstatt lädt am 10. November ein
Lemgo/Brake. Wie sah der Alltag rund um das Schloss Brake in der Vergangenheit eigentlich aus? Wie prägte die Arbeit der Kreisverwaltung, des Domänenbetriebs und des Sägewerks das Zusammenleben? Um all die großen und kleinen Geschichten von damals wieder aufleben zu lassen, laden das Kulturstellwerk Nordlippe – ein Projekt des Landesverbandes Lippe –, das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, der Verein „Leben in Brake“ und die Volkshochschule Detmold-Lemgo zur „Erzählwerkstatt“ ein. Diese findet am Dienstag, den 10. November, um 18:00 Uhr im Weserrenaissance-Museum im Schloss Brake statt.
Karl Heinz Richter, der in einer Dienstwohnung seines Vaters im benachbarten Lindenhaus aufwuchs, kann sich noch gut daran erinnern, dass 1946 das Hochwasser die Holzbrücke des Sägewerks Viethmeier wegriss. Dabei wurde nicht nur das viele Holz des Sägewerks einfach weggespült. Auch die Landwirtschaft war betroffen, wie Helmut Vetter, dessen Vater damals Domänenpächter war, zu berichten weiß: „Der Kuhstall wurde durch das Hochwasser überflutet und die Kühe mussten tagelang auf dem Schlosshof gemolken werden.“
Auch die Kreisverwaltung prägte ab 1932 das Leben am Schloss. Ehemalige Beschäftigte wie Heinz-Werner Dubbert, Heinz Landwehr, Friedel Schafmeister, Dagmar Dubbert und Elisabeth Keller haben rückblickend unter anderem das damalige Kantinenessen gelobt. Dieses wurde im Kreisaltenheim am Lindenhaus gekocht, in schweren Kübeln mit einem Pkw herangefahren und von den Azubis in den Speiseraum im Schlosskeller getragen. 1986 zog schließlich der Landesverband Lippe mit seiner Verwaltung in die vollumfänglich renovierten Räumlichkeiten ein.
Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Jochen Brunsiek für das Kulturstellwerk Nordlippe: “Mit der Erzählwerkstatt möchten wir die Erinnerungskultur pflegen und Gemeinschaftserlebnisse schaffen.”
Neben alten Bildern und Postkarten werden an dem Abend auch historische Filmaufnahmen gezeigt. Einleitend trägt Heimatdichter Friedo Petig einige ausgewählte Anekdoten vor. Kurator Jürgen Scheffler begleitet das Projekt und wird die Ergebnisse der insgesamt fünf Erzählwerkstätten im Nachgang zu einer Ausstellung zusammenführen.
Unterstützt wird das Vorhaben mit historischem Bild- und Fotomaterial von der Brigitte und Wilfried Mellies-Stiftung, dem Verein Alt-Lemgo, dem Stadtarchiv Lemgo und der Lippischen Landesbibliothek.
Zeitzeugen sowie interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich willkommen. Der Eintritt zur Erzählwerkstatt ist frei. Um die Planung zu erleichtern, wird um eine Anmeldung über die VHS Detmold-Lemgo unter der Kursnummer 262-L1157 gebeten.
PM Kulturstellwerk
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