Wie tickt eine Sanduhr? TH OWL unterstützt Jugend-forscht-Preisträger auf dem Weg zum europäischen Forschungswettbewerb
Mit seinem preisgekrönten Sanduhr-Projekt vertritt Tim Kammel vom Engelbert-Kaempfer-Gymnasium in Lemgo ab dem 22. September Deutschland beim europäischen Nachwuchswettbewerb EUCYS. Auf seinem Weg dorthin bekam der 18-Jährige Unterstützung an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL). Sein Beispiel zeigt, wie die Hochschule Schüler:innen und Lehrkräfte bei Forschungsprojekten unterstützt – mit Fachwissen, besonderen Untersuchungsmöglichkeiten und Kontakten zu den passenden Fachleuten.
Tim Kammel ist damit kein Einzelfall. Seit vielen Jahren begleitet die TH OWL junge Menschen dabei, ihre Ideen weiterzuentwickeln. Lehrkräfte und Schüler:innen finden hier Kontakte zu Forschenden, Laboren oder Werkstätten, wenn sie für Projekte, Facharbeiten oder Wettbewerbsbeiträge Expertise suchen.
Je nach Fragestellung vermitteln die Fachbereiche Kontakte und entwickeln gemeinsam mit den Schulen individuelle Lösungen. Wo es fachlich und organisatorisch möglich ist, bringen Forschende und Mitarbeitende ihr Know-how ein. Nicht als Selbstverständlichkeit, sondern weil sie Freude daran haben, junge Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen.
Dass diese Zusammenarbeit funktioniert, erlebt Dr. Jens Schulze seit vielen Jahren. Der Lehrer für Mathematik und Physik am Engelbert-Kaempfer-Gymnasium betreut seit 14 Jahren die Jugend-forscht-AG seiner Schule – und begleitete in dieser Funktion auch Tim Kammel. In dieser Zeit konnten zahlreiche Arbeiten von der Kooperation mit der TH OWL profitieren.
„Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur über ihren Projekten brüten. Sie können an der TH OWL ihre Ideen mit Fachleuten diskutieren und weiterentwickeln“, sagt Dr. Schulze. Bei einzelnen Projekten konnten Jugendliche ihre Arbeiten auch Professoren der Hochschule vorstellen und wertvolle Rückmeldungen erhalten. „Die Jurys bei den Wettbewerben merken, wenn sich jemand umschaut, Forschung und Praxis verbindet und Impulse in seine Arbeit einfließen lässt“, beobachtet Schulze.
Doch wie finden Lehrkräfte überhaupt die passenden Ansprechpersonen für ihre Projekte? Für viele führt der erste Weg zu Rainer Kammler vom Lernlabor TechLipp. Seit mehr als 20 Jahren bringt er Schulen und TH OWL zusammen. Das Labor bietet praktische Angebote für Schulklassen und fördert die Zusammenarbeit mit Schulen in der Region. Kinder und Jugendliche werden dort selbst aktiv: Sie schrauben, montieren, löten, experimentieren und programmieren. Ziel ist es, junge Menschen früh für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern und Einblicke in Studium und Forschung zu ermöglichen.
Je nach Thema begleitet Kammler Projekte zunächst selbst und vermittelt bei Bedarf Kontakte zu den passenden Fachgebieten, Laboren oder Werkstätten der TH OWL. Gemeinsam wird geschaut, welche Expertise ein Projekt weiterbringen kann.
„Ich mag es, wenn Kinder und Jugendliche selbst beginnen, die Welt zu entdecken, Fragen stellen und Dinge ausprobieren, die wir Erwachsenen längst vergessen haben“, sagt Kammler. Genau diese Neugier sei es, die ihn antreibe, Lehrkräfte und Jugendliche mit den passenden Fachleuten an der Hochschule zusammenzubringen.
Über die Jahre ist so ein enges Netzwerk mit Schulen entstanden. Mit Dr. Jens Schulze verbindet Rainer Kammler eine langjährige Zusammenarbeit. „Herr Schulze steht regelmäßig mit neuen Projekten auf der Matte – und genau das ist gut so“, sagt er schmunzelnd.
Von diesem Netzwerk profitierte auch der Jugend-forscht-Preisträger Tim Kammel. Werkstoffprüferin Juliane Boldt vom Fachbereich Produktion und Technik fertigte für sein Projekt mithilfe eines Rasterelektronenmikroskops detaillierte Aufnahmen von unterschiedlichen Sandkörnern an, mit denen Tim die Vorgänge in der Sanduhr anschaulich erläutern konnte.
„Tim war unglaublich engagiert“, erinnert sich Boldt. „Seine Leistungsbereitschaft war ansteckend und machte die Zusammenarbeit sehr angenehm. Es freut uns, wenn wir im Rahmen unserer Möglichkeiten junge Menschen dabei unterstützen können, ein Stück weiterzukommen.“ Für sie gehört der Austausch mit Schulen selbstverständlich dazu. „Wenn wir selbst nicht helfen können, gibt’s so viele Möglichkeiten und Know-how hier an der TH – wir finden jemanden.“
Für Tim Kammel hat sich dieser Weg gelohnt. Nach dem Regional- und Landessieg erhielt er beim Bundesfinale von „Jugend forscht“ den Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit. Am 15. September stellte er sein Projekt beim Empfang der Preisträger des 61. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ im Bundeskanzleramt in Berlin vor.
Nun folgt der europäische Wettbewerb: Vom 22. bis 27. September tritt Kammel beim European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) in Kiel an. Dort vertritt er Deutschland mit seinem Sanduhr-Projekt in der Kategorie Physik. Rund 150 junge Forschungstalente aus fast 40 Ländern kommen zu dem Wettbewerb zusammen.
Der erste Schritt begann jedoch deutlich früher – mit einer Idee, einer engagierten Lehrkraft und Menschen an der TH OWL, die sich Zeit nahmen, zuhörten und ihr Fachwissen teilten.
Eine Idee für ein Forschungsprojekt?
Lehrkräfte, die mit ihren Schüler:innen ein Forschungsprojekt, eine Facharbeit oder einen Wettbewerbsbeitrag planen und Unterstützung benötigen, wenn sich gern an das
Lernlabor TechLipp, techlipp@th-owl.de
PM TH OWL
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