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Naturschutz zum Anfassen: Schafbeweidung im Kreissortengarten

Der lippische Sortengarten beim LWL-Freilichtmuseum Detmold bekommt tierische Bewohner. Demnächst zieht auf der rund fünf Hektar großen Fläche eine Schafherde ein. Die Tiere stammen aus dem Bestand des Museums, darunter Bentheimer Landschafe und Deutsche Schwarzköpfige Fleischschafe. Mit dem Projekt bauen der Kreis Lippe, die Biologische Station Lippe und das LWL-Freilichtmuseum ihre Zusammenarbeit aus. „Ziel ist es, die ökologische Qualität der Fläche weiter zu verbessern und gleichzeitig die Umweltbildung vor Ort zu stärken“, erklärt Isabelle Hugenberg von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe.

Mit der Einführung der Schafbeweidung wird eine besonders nachhaltige Form der Flächenpflege etabliert. Die Schafrassen, die zum Einsatz kommen, sind robust, genügsam und besonders gut an die Landschaftspflege angepasst. „Sie übernehmen auf natürliche Weise Aufgaben, die sonst technisch oder mechanisch erfolgen müssten: Sie halten die Vegetation kurz, reduzieren den Aufwuchs von Gehölzen und lockern durch ihre Bewegungen den Boden auf. Gleichzeitig sorgen ihre Hinterlassenschaften für eine natürliche Düngung“, fasst Vanessa Kowarsch von der Biologischen Station zusammen.

Vor allem für die Artenvielfalt bringt die extensive Beweidung erhebliche Vorteile. Durch das ungleichmäßige Abfressen entsteht ein Mosaik aus kurzen und höheren Grasbereichen. Diese Strukturvielfalt schafft ideale Bedingungen für zahlreiche Pflanzenarten sowie für Insekten, darunter Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer. In der Folge profitieren auch Vögel und Kleinsäuger, die auf ein reichhaltiges Nahrungsangebot angewiesen sind. Darüber hinaus bleibt die Streuobstwiese als offener Lebensraum erhalten. „Diese Beweidungskultur war über Jahrhunderte hinweg üblich und hat vielerorts das Landschaftsbild geprägt. Wir begrüßen es sehr, dass unsere Museumsschafe als natürliche Landschaftspfleger im Kreissortengarten zum Einsatz kommen und wir auf diese Weise einen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten schaffen können“, sagt Dr. Christian Höing, Leiter der Landschaftsökologie im LWL-Freilichtmuseum Detmold.

Für die Beweidung und den Schutz der Tiere ist es notwendig, die Fläche einzuzäunen. Dadurch wird sich die Wegeführung vor Ort leicht verändern. Jedoch wird darauf geachtet, dass der Bürgerwald für Erholungssuchende weiterhin möglichst unkompliziert zugänglich bleibt. Die Projektpartner bitten hierfür um Verständnis.

Gefördert wird das Vorhaben von der Bezirksregierung Detmold.

Hintergrund lippischer Sortengarten

Die Ursprünge des heutigen Kreissortengartens reichen bis ins Jahr 2003 zurück. Damals legte das LWL-Freilichtmuseum Detmold im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme eine Streuobstwiese mit alten Apfelsorten an. Seit 2021 besteht eine Kooperation mit dem Kreis Lippe, der auf einer direkt angrenzenden Fläche ebenfalls Obstbäume traditioneller, zum Teil regionaler Sorten pflanzte. Gemeinsam bilden beide Areale heute den sogenannten Kreissortengarten.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Umweltbildung: Die Biologische Station Lippe bietet auf der Fläche regelmäßig pädagogische Programme an. Besucher, insbesondere Kinder und Jugendliche, können so die Zusammenhänge zwischen traditioneller Landnutzung, Naturschutz und Artenvielfalt direkt vor Ort erleben.

PM Kreis Lippe

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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