MVZ Kalletal erhalten – Hausärztliche Versorgung für Kalletal und Lemgo im Blick behalten

Lemgo / Kalletal. Das knappe Patt-Ergebnis im Rat der Gemeinde Kalletal zur weiteren Finanzierung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) stößt bei Alexander Baer, Landtagsabgeordnetem und SPD-Fraktionsvorsitzendem in Lemgo, auf Unverständnis und große Sorge.
„Das NRW-Gesundheitsministerium unter Karl-Josef Laumann (CDU) führt das Kalletal offiziell auf der Liste der von hausärztlicher Unterversorgung bedrohten Kommunen. Ausgerechnet dort verweigert eine knappe Ratsmehrheit der einzigen kommunalen Hausarztpraxis die weitere Absicherung. Dass der Antrag in geheimer Abstimmung abgelehnt wurde, hinterlässt erhebliche Fragen“, betont Baer. „Sollte sich die CDU-Fraktion vor Ort und damit auch ihr Landtagskandidat Lars Brakhage gegen das MVZ ausgesprochen haben, stünde dies im direkten Widerspruch zur Position ihres eigenen Gesundheitsministers.“
Als finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion wird Baer deutlich: „Hier hat eine Kommune etwas geschaffen, das funktioniert: eine Praxis, die knapp 2.500 Menschen versorgt. Die Patientenzahlen steigen, das Defizit sinkt, ab 2028 sind schwarze Zahlen geplant. Es geht um ein Darlehen, das zurückgezahlt wird, nicht um einen Zuschuss. Und ausgerechnet die Politik, deren ureigenste Aufgabe die Versorgung der Menschen ist, macht das jetzt selbst kaputt. Wegen umgerechnet gerade einmal 200 Euro Darlehensvolumen pro Patient. Das begreife ich nicht. Nicht als Politiker und erst recht nicht als Bürger unserer Region.“
Auswirkungen auf Lemgo und Beratungen in der SPD-Ratsfraktion
Die Entscheidung betrifft keineswegs nur das Kalletal. Rund 600 der derzeit knapp 2.500 Patientinnen und Patienten im MVZ Kalletal kommen aus Lemgo, weil sie dort keinen Hausarztplatz finden konnten. Eine Schließung des Standorts würde die hausärztliche Versorgungslage in Lemgo schlagartig weiter verschärfen.
„Wir dürfen die Entwicklungen in den Nachbarkommunen nicht isoliert betrachten. Was im Kalletal passiert, hat unmittelbare Auswirkungen auf die Patientinnen und Patienten bei uns in Lemgo“, erklärt Baer. Um die gesundheitspolitischen Folgen abzufedern und mögliche regionale Lösungsansätze zu erörtern, kündigt der Fraktionsvorsitzende konkrete Schritte an: „Ich werde das Thema in der kommenden Woche in meine SPD-Ratsfraktion einbringen. Dort werden wir beraten, wie wir uns für den Erhalt der Versorgungsstrukturen einsetzen können.“
Pressemitteilung Alexander Baer Mitglied des Landtags NRW (SPD)
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