Mit Verständnis bauen – Komplexes soll nicht abstrakt bleiben
Dr. Jens Vornholt ist neuer Professor für Baustatik und konstruktiven Ingenieurbau an der TH OWL.
Vom Bauzeichner zum Professor für Baustatik und konstruktiven Ingenieurbau: Dr. Jens Vornholt verstärkt seit dem 1. September den Fachbereich Bauen und Umwelt der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL).
Die TH OWL kennt der 34-Jährige aus Drensteinfurt bereits gut. Vier Semester lang lehrte er hier im Fachgebiet Stahlbau. Nun möchte er seine Lehre selbst gestalten, Studierende für konstruktive Zusammenhänge begeistern und seine Forschung im Stahlbau weiterentwickeln.
Sein beruflicher Weg begann ganz praktisch: Von 2010 bis 2012 absolvierte Vornholt eine Ausbildung zum Bauzeichner. Anschließend studierte er Bauingenieurwesen an der FH Münster, zunächst im Bachelor und danach im Master. Von 2018 bis 2024 arbeitete er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Parallel zu seiner weiteren beruflichen Tätigkeit promovierte er von 2020 bis 2026 an der Ruhr-Universität Bochum. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit dem Tragverhalten von Stirnplattenverbindungen mit I- und H-Querschnitten.
Zuletzt arbeitete Dr. Vornholt als Projektingenieur bei der Ingenieursozietät Schürmann – Kindmann und Partner. Erfahrungen aus Wissenschaft und Ingenieurpraxis bringt er damit gleichermaßen an die TH OWL. Schon von September 2023 bis Juli 2025 hatte er hier einen Lehrauftrag im Stahlbau und unterrichtete Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen.
In dieser Zeit reifte auch der Wunsch, dauerhaft in die Hochschullehre zu wechseln. „Während meiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter habe ich festgestellt, dass ich nicht nur gerne lehre, sondern auch den Anspruch habe, Lehre eigenständig zu gestalten und Studierende nachhaltig für das Fach zu begeistern“, sagt Professor Dr. Jens Vornholt.
Die persönliche Atmosphäre und die engagierten Kolleg:innen hätten ihn darin bestärkt, sich für die TH OWL zu entscheiden.
Seine Vorstellung von guter Lehre ist klar: Komplexe bautechnische Zusammenhänge sollen nicht abstrakt bleiben. Vornholt möchte sie anschaulich, modellgestützt und mit Beispielen aus der Praxis vermitteln.
Sein Ziel ist dabei nicht allein, Formeln und Berechnungsverfahren zu lehren. Studierende sollen ein fundiertes bautechnisches Verständnis entwickeln und lernen, eigenständig zu denken. „Lehre bedeutet für mich, Verständnis zu vermitteln und eigenständiges Denken zu fördern“, bringt er seinen Anspruch auf den Punkt. Besonders reizt ihn die Verbindung von Theorie und Anwendung.
Auch in der Forschung bleibt Professor Vornholt dem Stahlbau verbunden. In den kommenden Jahren möchte er an die Themen seiner Promotion anknüpfen und Konstruktions- und Bemessungslösungen für Verbindungen im Stahlbau weiterentwickeln. Dabei geht es ihm sowohl darum, neue Einsatzmöglichkeiten zu schaffen als auch wirtschaftlichere Lösungen zu finden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Austausch mit Unternehmen und dem Handwerk. Kooperationen bieten aus seiner Sicht die Chance, Hochschule und regionale Wirtschaft enger miteinander zu verbinden. Praxisnahe Fragestellungen können so in Forschung und Lehre einfließen – und zugleich gemeinsam neue Lösungen entstehen.
Wenn Professor Vornholt nicht gerade über Stahlkonstruktionen, Tragwerke und Bemessung nachdenkt, liest er, geht joggen oder widmet sich einem ganz eigenen Bauprojekt: Er werkelt an seinem Haus.
PM TH OWL
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