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Lemgoer Schwächephase wird eiskalt bestraft – TBV unterliegt in Magdeburg

Die zweite Lemgoer Überraschung innerhalb einer Woche ist ausgeblieben. Nach dem Punktgewinn gegen Flensburg-Handewitt gab es für den TBV Lemgo Lippe in der Magdeburger Getec-Arena nichts zu holen. Bereits zur Halbzeit lag der lippische Handball-Bundesligist scheinbar hoffnungslos mit 13:20 zurück und musste nach einer kämpferischen Leistung im zweiten Abschnitt in eine 28:35-Auswärtsniederlage einwilligen.

Vor dem Spiel: Gute Nachrichten gab es für Lemgoer Fans vor der Begegnung. Emil Buhl Laerke tauchte nach seiner Verletzung erstmals seit dem ersten Spieltag wieder im TBV-Kader auf. Für den weiterhin verletzt fehlenden Bobby Schagen rückte einmal mehr Malte Runge vom Team HandbALL in das Bundesligateam. Im Vergleich zum Flensburg-Spiel nahm TBV-Trainer Florian Kehrmann nur eine Änderung vor: Urh Kastelic kehrte für Finn Zecher zurück in die Startsieben.

Zum Spiel: Die hohe Belastung der letzten Tage war dem SC Magdeburg nicht anzumerken. Nachdem das Team von SCM-Trainer Bennet Wiegert am Donnerstag noch in der Champions League gefordert war, startete der Favorit gegen den TBV hochkonzentriert in die Begegnung. Doch die Lipper zeigten sich unbeeindruckt vom hohen Tempo, dass der SCM in der Anfangsphase vorlegte und konterten den 3:6-Rückstand (4.) mit einem 3:0-Lauf. Mit einem Durchbruch war es Niels Versteijnen, der für das erste Unentschieden des Nachmittags sorgte (13., 6:6). Mit großer Geduld warteten die Lemgoer im Angriff ihre Chancen ab und ließen Nikola Portner, der in den letzten Wochen überragende Leistungen zeigte, keine Chance. Sehr früh reagierte Wiegert, der für Portner nach 17 Minuten beim Stand von 9:9 Sergey Hernandez Ferrer im Tor brachte und damit zunächst ein glückliches Händchen bewies. Denn Hernandez Ferrer fügte sich mit zwei Paraden gegen Leos Petrovsky und Versteijnen in die Begegnung ein und brachte die Lemgoer scheinbar zum Nachdenken. In der Folge kam es zu einem absoluten Bruch im Spiel von Lemgo Lippe. Mit vielen technischen Fehlern und vergebenen Chancen lud der TBV den SC Magdeburg zum Tore werfen ein. Vor allem SCM-Spielmacher Felix Claar stellte die Lemgoer Abwehr vor unlösbare Probleme und führte sein Team mit einem 8:1-Lauf bis zur 25. Minute (10:17) auf die Siegerstraße. Mit 13:20 schien der Rückstand, in der mit 6.300 Zuschauern nicht komplett ausverkauften Getec Arena, bereits zur Halbzeit aussichtlos.

Doch das TBV-Team bewies einmal mehr, dass sie sich niemals aufgeben und immer bis zur letzten Sekunde kämpfen. Deutlich konzentrierter kamen die Lemgoer aus der Kabine und knüpften wieder an die starken 20 Minuten des ersten Abschnitts an. Angeführt von einem stark aufspielenden Lukas Hutecek, kämpfte sich der TBV Tor für Tor zurück in die Begegnung und kam nun auch aus dem Positionsspiel wieder häufiger zum Erfolg. Doch Claar, welcher am Ende auf 12 Treffer kommen sollte, sorgte mit einem weiteren Tor dafür, dass der Abstand auch nach 42 Minuten noch komfortabel war (18:25). Mit einem 4:0-Lauf verkürzten Versteijnen und Co. den Rückstand in der Folge noch einmal erfolgreich auf 22:25 (47.), schockten die Magdeburger Spieler jedoch nur kurz. Kehrmann probierte noch einmal alles, ließ Claar in Manndeckung nehmen und setzte im Angriffspiel weiter konsequent auf das Sieben gegen Sechs. Letztendlich erwies sich der hohe Rückstand aus Halbzeit eins jedoch als zu hoch und der SCM ging nach einer ausgeglichenen zweiten Halbzeit verdient mit 28:35 als Sieger vom Feld. Bester TBV-Werfer war mit acht Treffern erneut Niels Versteijnen. Jan Brosch und Lukas Hutecek zeigten mit sechs Treffern und einen hundertprozentigen Wurfausbeute ebenfalls starke Leistungen.

Durch die Niederlage weist das Lemgoer Punktekonto nach fünf Spieltagen nun 5:5-Punkte auf. Auf Platz 8 liegend trifft der TBV am nächsten Sonntag (24.9., 16:30 Uhr) in der heimischen Phoenix Contact-Arena auf den aktuellen Spitzenreiter der LIQUI MOLY HBL, die MT Melsungen. Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Online-Ticketshop erhältlich.

Die Stimme zum Spiel von Lukas Hutecek: „Wir starten sehr gut ins Spiel und präsentieren uns bis zur 20 Minute auf Augenhöhe. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit leisten wir uns dann viel zu viele einfache Fehler und vergeben freie Chancen – dann wird es natürlich beim amtierenden Champions League-Sieger extrem schwer. Trotzdem sind wir in einer sehr guten Form, haben auch heute 45 Minuten stark mit einem absoluten Topteam mitgehalten und müssen nun darauf aufbauen und unsere Lehren aus den Fehlern ziehen. Beim nächsten Mal werden wir wieder alles geben, um 60 gute Minuten zu spielen.“

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Die ersten 20 Minuten im ersten Abschnitt haben wir gut dagegengehalten, haben sehr kompakt verteidigt und es den Magdeburgern schwer gemacht. Dann machen wir leider 2-3 Fehler zu viel, kassieren Zeitstrafen und verlieren das Spiel in den zehn Minuten vor der Halbzeit. Diese schwache Phase hat Magdeburg mit all seiner Power und Klasse eiskalt ausgenutzt. Im zweiten Abschnitt hat mein Team unglaubliche Moral bewiesen und sich noch einmal auf drei Tore ran gekämpft. Dann muss aber natürlich alles passen, um das Spiel noch einmal komplett zu drehen. Letztendlich konnten wir heute aber auch die individuelle Klasse von Felix Claar nicht verteidigen und verlieren verdient. Wir müssen nun daran arbeiten, die schlechten Phasen deutlich kürzer zu halten. So hatten wir heute keine Chance.“

Tore für den SC Magdeburg: Hernandez Ferrer, Portner; Meister, Chrapkowski, Musche, Claar (12),
Pettersson, Magnusson (9/4), Hornke (1), Weber (3), Lagergren (1), Mertens (3), Saugstrub (4),
O’Sullivan, Damgaard, Bergendahl (2).
Tore für den TBV Lemgo Lippe: Zecher, Kastelic; Hutecek (6), Theilinger, Zehnder (5/2), Brosch (6),Simak, Laerke, Carstensen, Suton (1), Zerbe (1), Versteijnen (8), Houtepen, Runge, Petrovsky (1).

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