Lemgo gegen Leerstand: Stadt sucht „Leuchttürme“ für die Innenstadt-Transformation
Die Alte Hansestadt Lemgo geht neue Wege, um dem Leerstand von Ladenlokalen und Wohnungen in der Innenstadt entgegenzuwirken. Mit dem Projektaufruf „Leerstandsaktivierung Innenstadt Lemgo!“ möchte die Stadtverwaltung Hauseigentümer dazu motivieren, ungenutzte Flächen wieder mit Leben zu füllen und so die Attraktivität des Stadtzentrums langfristig zu sichern.
Wandel durch mutige Umnutzung
Hintergrund der Initiative ist ein sich wandelndes Konsumverhalten, wodurch der klassische Einzelhandel nicht mehr die alleinige Stütze der Innenstadt sein kann. Bürgermeister Markus Baier betont, dass die Stadt auf den Mut der Eigentümer hoffe, auch alternative Verwendungszwecke wie Dienstleistungen, Kultur oder modernen Wohnraum in Betracht zu ziehen. Während die Hauptgeschäftsstraßen vorrangig als Einkaufsbereiche erhalten bleiben sollen, sieht das Konzept für andere Teile der Innenstadt sogenannte Transformationsbereiche vor, in denen insbesondere die Umnutzung zu Wohnraum als Pilotprojekt gefördert wird.
Exklusive Unterstützung für drei Pilotprojekte
Das Herzstück des Aufrufs ist die Förderung von drei ausgewählten „Leuchtturm-Projekten“. Diese erhalten eine umfassende fachliche Begleitung im Wert von jeweils 15.000 €. Das Unterstützungspaket umfasst:
Unterstützungsleistungen der Stadt
Aus allen Bewerberinnen und Bewerbern wählt die Stadt drei „Leuchtturm“-Projekte aus, die durch folgende Leistungen unterstützt werden:
• Analyse der Immobilie vor Ort
• Prüfung möglicher neuer Nutzungsoptionen und Beratung zu erforderlichen Baumaßnahmen
• Rechtliche Vorprüfung durch Stadtplanung und Bauaufsicht
• Konkrete Planung durch ein Architekturbüro
• Individuelle Finanzierungsberatung zu Kostenkalkulation und Fördermitteln
• Unterstützung bei der Vernetzung mit potenziellen Nutzern
• Beratung zu Fördermöglichkeiten, Ansprechpartnern und nächsten Schritten
• Ergebnisdokumentation als „best-practice“ Beispiel im Umbau-Leitfaden der Stadt Lemgo
Die Stadt stellt klar, dass es sich hierbei um einen unterstützenden „Umbaucheck“ handelt, der die Vorbereitung von Baumaßnahmen erleichtert. Kosten für die tatsächlichen Bauanträge oder die bauliche Umsetzung selbst werden von der Stadt nicht übernommen.
Wer kann sich bewerben?
Das Angebot richtet sich an Eigentümer von Gebäuden in der Lemgoer Innenstadt (Zonen 1 und 2), bei denen für die Reaktivierung des Leerstands bauliche Veränderungen notwendig sind. Reine Renovierungsarbeiten fallen nicht unter die Förderung. Die Auswahl der Projekte erfolgt nach Kriterien wie Sinnhaftigkeit, Effektivität und Rentabilität sowie dem Umsetzungswillen der Investoren.
Anmeldung und Kontakt
- Interessierte Hauseigentümer können sich ab sofort bis zum 31.01.2026 online für die Teilnahme bewerben. Für Rückfragen stehen Kristina Driedger von der Stadtplanung (+49 5261 213-411) und Tobias Vietz von der Wirtschaftsförderung (+49 5261 213-246) zur Verfügung



