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„Die kleine Hexe“ verlässt Lemgo

Rückblick auf eine ganz besondere Ausstellung im Museum Hexenbürgermeisterhaus

Ein gutes Dreivierteljahr lang präsentierte das Museum Hexenbürgermeisterhaus die Ausstellung „Die kleine Hexe. Große Mitmachausstellung nach Otfried Preußler“ und blickt auf einen außerordentlichen Erfolg zurück. Obwohl die Geschichte von Otfried Preußler bereits über 70 Jahre alt ist, scheint sie Kinder und Erwachsene bis heute noch gleichermaßen zu faszinieren.

Es gelang dem Museum, große Teile der Ausstellung aus dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart zu übernehmen und für das deutlich kleinere und verwinkelte Haus in Lemgo zu adaptieren. Interaktive Stationen, Mitmach-Elemente und altersgerechte Texte ermöglichten ein selbstständiges Entdecken und machten die Geschichte visuell wie auch haptisch erfahrbar.

Mit der Übernahme der Ausstellung war die Hoffnung verbunden, die Zielgruppe der jüngeren Kinder und Familien stärker anzusprechen. Bereits kurz nach der Eröffnung entwickelte sich die Ausstellung zu einem Publikumsmagneten und zog über gut neun Monate hinweg zahlreiche Familien, Kitas, Schulklassen sowie viele Erstbesucherinnen und -besucher ins Museum. Insgesamt schloss das Museum das Jahr 2025 mit über 18.000 Besuchenden ab; betrachtet man allein den Zeitraum seit Eröffnung der Sonderausstellung stiegen die Besucherzahlen um über 50 Prozent.

Ein zentraler Erfolgsfaktor war das außergewöhnlich breite und vielfältige Vermittlungsangebot, das die Ausstellung begleitete. Wie in den städtischen Museen Lemgos üblich, waren Führungen für Lemgoer Schulen und Kitas kostenfrei, zugleich besuchten die Ausstellung auch zahlreiche Gruppen aus ganz Lippe und teilweise darüber hinaus. Ergänzt wurden die Führungen durch altersgerechte Workshopformate. So konnten große Gruppen geteilt werden und die Kinder konnten neben dem Besuch der Ausstellung noch das Erlebte etwa künstlerisch oder aktiv verarbeiten. Insgesamt kamen über 100 Buchungen von Grundschulen, OGS-Gruppen und Kitas zusammen.

Auch zahlreiche Kindergeburtstage wurden nach einem ähnlichen Konzept durchgeführt. Darüber hinaus lernten im Rahmen verschiedener (Ferienspiel)-Angebote viele jüngere und ältere Kinder die Ausstellung aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennen: Es wurden eigene Hexenhäuser gebaut, Zeichnen gelernt, ein kleines Hörspiel produziert, Reisigbesen gebaut oder zwischen jungen und älteren Menschen angeleitet über Kindheitserinnerungen und -literatur gesprochen.

Zahlreiche Veranstaltungen rund um Otfried Preußler und die kleine Hexe rundeten das Programm ab. Sowohl der Eröffnungstag als auch das Museumssommerfest waren geprägt von vielfältigen Angeboten wie dem eigenem Besenbau, Vorleseaktionen, Zaubershows, kreativen Stationen sowie regem Treiben im Haus und im Museumsgarten. Ergänzend fanden Kino-Nachmittage, szenische Lesungen, Bastelworkshops und weitere Formate statt. Auch für Erwachsene wurden gezielte Angebote entwickelt, darunter ein Themenabend zu Hexendarstellungen in der Kinderliteratur, für welche Preußlers „Kleine Hexe“ den Wendepunkt von der ‚bösen‘ zur ‚guten Hexe‘ bedeutete, sowie eine Veranstaltung zur Biografie Otfried Preußlers.

Zum Abschluss der Ausstellung gab es eine weitere erfreuliche Nachricht: „Die kleine Hexe“ fliegt weiter und wird voraussichtlich ab Sommer 2026 im Historischen Museum Bielefeld zu sehen sein.

PM Fabian Schröder / Museum Hexenbürgermeisterhaus

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo im dritten Jahr. Er ist in Lemgo geboren und wohnt direkt am Marktplatz.
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