Ausbau der Bega steigert die Gewässerqualität
Die Bega im Lemgoer Stadtgebiet war Gegenstand einer Untersuchung, die kürzlich von einem beauftragten Fachbüro im Umweltausschuss vorgestellt wurde. Das Ziel war es, herauszufinden, wie die Gewässerqualität der Bega im Stadtgebiet ist und welchen Einfluss die Hochwasserschutzmaßnahmen der vergangenen Jahre darauf gehabt haben. Erfreulich: Das Fazit der Experten fällt positiv aus.
Neun Messabschnitte von Papiernbentrup bis hinter Lieme hat sich das Umweltingenieurbüro NZO GmbH aus Bielefeld angeschaut und detailliert untersucht. Als Parameter für die Bewertung haben die Experten den Fischbestand, die organische Belastung, strukturelle Defizite und den ökologischen Zustand der Bega herangezogen.
Das Fazit des Büros ist ein gutes. Als Grundlage dient neben den aktuellen Untersuchungsergebnissen der Vergleich zu vorliegenden Untersuchungen der vergangenen 15 Jahren. Die Gesamtbewertung weist an den renaturierten Flussabschnitten eine deutliche Verbesserung auf, die sich über die Jahre seit der Umgestaltung der sechs Bauabschnitte entwickelt hat.
Der Saprobienindex, der die organische Belastung anzeigt, war an allen neun Messstellen im guten Bereich. Ähnlich sah es bei der allgemeinen Degradation aus, von der die Fachleute sprechen, wenn sie strukturelle Defizite untersuchen. Dabei waren zwei Messstellen im sehr guten Zustand, während zwei andere im mittleren Bereich lagen, im Übrigen wurden gute Zustände angetroffen. Auch die ökologische Zustandsbewertung fiel überwiegend gut aus. An zwei Stellen lag das Ergebnis im mittleren Bereich.
Als weiteren Maßstab legte das Büro eine Bewertung des ökologischen Zustands anhand des Fischbestands an. Dabei spielen u.a. Faktoren wie die Artenvielfalt, die Anzahl und das Alter der Tiere eine Rolle. Die Untersuchungsergebnisse im Gesamtverlauf waren durchgehend gut, lediglich an einer Messstelle gibt es noch Entwicklungsbedarf.
Das Ingenieurbüro hat drei Punkte zur Verbesserung genannt. Dazu gehören die Reduzierung der Ablagerung von Feinmaterial in der Flusssohle, welches die Durchlässigkeit des Kiesbettes in der Gewässersohle verringert. Die Flusssohle ist ein ganz wesentlicher Lebensraum im Gewässer, der nach Starkregen durch Abschwemmung von Feinmaterial besonders von landwirtschaftlichen Flächen beeinträchtigt wird. Ein weiterer Punkt ist die ökologische Durchgängigkeit, die gegenwärtig noch durch zwei Wehranlagen unterbrochen wird. Die dritte Verbesserungsmöglichkeit sahen die Experten in der weitgehenden Zulassung von Eigendynamik zur Verbesserung der Gewässerstrukturen, um das Wiederbesiedlungspotenzial für typische Pflanzen- und Tierarten zu stärken.
PM Stadt Lemgo



