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Zwei Monate in Spanien: Lemgoer Austauschschülerin Anni Krasse berichtet von ihrem neuen Alltag

Seit mittlerweile zwei Monaten lebt Anni Krause vom Marianne-Weber-Gymnasiums (MWG) aus Lemgo als Austauschschülerin in der Nähe von Madrid. In ihrem aktuellen Erfahrungsbericht, mit dem sie die Leserinnen und Leser von Mein Lemgo regelmäßig an ihrem Auslandsaufenthalt teilhaben lässt, erzählt sie von den vielen Unterschieden zwischen ihrem gewohnten Alltag in Deutschland und dem Leben in Spanien. Ob Schulzeiten, Essgewohnheiten, Mobilität oder Familienleben – vieles ist anders, manches gewöhnungsbedürftig. Auch das Heimweh nach Familie, Freunden und dem Handball gehört zu ihren Erfahrungen. Dennoch fällt ihre Zwischenbilanz nach zwei Monaten ausgesprochen positiv aus.

Hier ihr aktueller Bericht:

Obwohl ich unglaublich viel erlebe, merke ich auch jeden Tag, wie anders mein Leben hier ist. Vieles von dem, was ich in meinem deutschen Alltag für normal angesehen habe, ist hier ganz anders, als ich es gewohnt bin.

Kaum jemand fährt Fahrrad. Ich muss den Bus nehmen, um irgendwo hin zu fahren. In Lemgo wohne ich nah an der Mittelstraße, in Spanien müsste ich eine Stunde in die Stadt laufen.

Die Spanier essen unglaublich viel Fleisch und in meiner Familie gibt es zweimal pro Tag eine warme Mahlzeit und dafür nur wenig Frühstück. Auch die Essenszeiten unterscheiden sich stark von denen in Deutschland. Ich frühstücke ungefähr zur gleichen Zeit, wie in Deutschland (etwa 7:15 Uhr), Mittagessen gibt es nach der Schule (gegen 15 Uhr) und abends essen wir erst gegen 22 Uhr. Das war eine der größten Umstellungen für mich.

Auch die Schule ist ganz anders. Sie beginnt um 8:25 Uhr und endet um 14:05 Uhr. Das ist später, als ein kurzer Schultag in Deutschland (etwa 7:40 Uhr – 13 Uhr). Es gibt sehr viel weniger Fächer, aber dafür wird der Unterrichtsstoff sehr viel schneller behandelt. Das macht es oft nicht einfach den Erklärungen zu folgen.

Viele Menschen können Englisch sprechen, aber meistens nur mit einem starken Akzent. Andere sprechen kaum ein Wort. Stattdessen sind mir schon einige Menschen begegnet, die Deutsch lernen und sich sehr gefreut haben, dass ich sie gut verstehen konnte.

Abgesehen davon merke ich sehr, wie mir einiges fehlt, dass ich sonst habe. Zum Beispiel unsere Küche zuhause. Mal eben etwas Kleines kochen oder backen ist hier nicht so einfach. Ich versuche mich trotzdem ab und zu daran. Und die Möglichkeit jederzeit ausdrücken zu können, was ich denke, fehlt mir unglaublich.

Außerdem vermisse ich es Handball zu spielen, die TBV-Spiele in der Halle zu sehen und zum Stall zu fahren. Ich mag das Basketballtraining und das Team, aber es ist nunmal nicht das gleiche, wie meine Handballmannschaft zuhause.

Das Familienleben ist auch ganz anders, aber mittlerweile dennoch vertraut. Es ist neu für mich eine Schwester zu haben. Meine italienische Gastschwester Carla ist vergangenen Samstag wieder ausgezogen. Wir verbringen dennoch interessante Abende als Familie, zum Beispiel haben wir alle gemeinsam den Jugend-Esc geguckt.

Trotz allem, was anders ist, erlebe ich Einzigartiges, treffe tolle Menschen, sehe ganz neue Orte und genieße meine Zeit hier sehr. Nun bin ich schon zwei Monate hier und ich fühle mich richtig wohl. Als Nächstes werde ich mich daran machen Madrid zu erkunden und in etwa zwei Wochen steht die Klausurenphase an. Es gibt immer etwas zu sehen und zu erleben.


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Ein Schüleraustausch ist eine wertvolle Erfahrung, aber auch mit erheblichen Kosten verbunden. Wer Anni bei ihrem Auslandshalbjahr unterstützen möchte, findet am Ende dieses Artikels einen Link zu ihrer Spendenaktion. Jeder Beitrag hilft dabei, ihr dieses besondere Erlebnis zu ermöglichen.

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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