NRW-Koordinierungsausschuss Streuobstwiesenschutz zu Besuch in Lemgo
Der NRW-Koordinierungsausschuss Streuobstwiesenschutz hatte sich für die diesjährige Frühjahrssitzung den Veranstaltungsort Lemgo ausgesucht. Ziel des bereits 1995 gegründeten Gremiums ist es sich gemeinsam für die Erhaltung von Streuobstwiesen in NRW einzusetzen. Dazu gehören auch Konzepte zur Förderung der Pflege und der Anlage neuer Streuobstwiesen. Zu den Mitgliedern des Ausschusses gehören u.a. Mitarbeiter des Landesumweltministeriums, des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Landwirtschaftskammer, des Landesamtes für Natur und Umwelt (LANUK), von NRW-BIO-Stationen, des BIO-Landverbandes, der Natur- und Umweltschutzverbände sowie Inhaber von Obstbaumschulen und Streuobstvermarktern. Veranstaltungsort war das AWO-Kastanienhaus.
Willi Hennebrüder vom BUND Lemgo erläuterte in einem Vortrag das bereits vor 20 Jahren begonnene Apfelallergieprojekt. Seit 2005 sammelt man Angaben von Apfelallergikern welche Sorten für sie verträglich sind und welche Sorten unverträglich sind und stellt die Ergebnisse auf einer Internetseite https://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html zur Information bereit. Zu den verträglichen Sorten gehören insbesondere alte, in Streuobstwiesen angebaute Apfelsorten. Die Bedeutung des Projektes wird klar, wenn man die Zahl der in Deutschland betroffenen Apfelallergiker berücksichtigt. Laut Professor Dr. Karl-Christian Bergmann vom Allergiezentrum der Berliner Charité sind dies mehr als 2 Millionen Bundesbürger mit steigender Tendenz. Ihnen wird in der Regel von Ärzten empfohlen einfach keine Äpfel mehr zu essen. Seit einigen Jahren gibt es auf der BUND-Lemgo Seite auch Informationen zum Gehalt der gesundheitsfördernden Polyphenolen von rund 200 Apfelsorten. Ein hoher Gehalt trägt dazu bei, dass die Sorte für Apfelallergiker meist verträglich ist. In einer neueren Studie unter der Leitung des Facharztes für Dermatologie Professor DDr. Klaus Eisendle aus Bozen wird gezeigt, dass man mit einer speziellen Apfeltherapie sowohl die Apfelallergie als auch die verwandte Birkenpollenallergie heilen kann und damit den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgibt. Damit werden die beim BUND Lemgo gesammelten Erfahrungen des Projektes bestätigt. Betroffenen aus Deutschland empfiehlt Professor DDr. Klaus Eisendle die Internetseite des BUND Lemgo um sich zu informieren und Äpfel für die eigene Therapie auszuwählen.
Zum weiteren Tagungsordnungspunkt zählte eine Exkursion in die Streuobstwiese des BUND Lemgo Am Lindenhaus. Vorsitzender Eckhard Buschmeier informiertere der Führung durch die Obstwiese über die Historie, die in mehr als 30 Jahren gesammelten Erfahrungen, die Pflegearbeiten inkl. Schafbeweidung, die Nutzung der Früchte und den mit über die mehr als 100 Sorten vorhandenen Sorten mit denen man einen Beitrag zum Erhalt leistet sowie über den 2010 errichteten Obstsortenlehrpfad. Die Teilnehmer lobten den vorbildlichen Zustand der Streuobstwiese. Per Email meldete sich auch Klaus Brunsmeier vom BUND Landesverband NRW: „ihr habt damit bei den Mitgliedern des Koordinierungsausschusses Obstwiesen in NRW einen hervorragenden Eindruck hinterlassen!“ Am Rande gab es dann auch noch ein Lob vom Senior der Traditionskelterei van Nahmen aus Hamminkeln Rainer van Nahmen. Er begann bereits 1994 mit der gesonderten Kelterei von Äpfel aus Streuobstwiesen. Ein Firmenprojekt, das bis auf den heutigen Tag erfolgreich ist. Zum präsentierten BIO-Streuobstwiesenapfelsaft aus den Lemgoer Streuobstwiesen meinte er „Eurer Streuobstwiesenapfelsaft hat eine hervorragende Qualität. Damit würdet Ihr bei jeder Prämierung in Deutschland eine Goldmedaille erhalten.“
Was die Bedeutung der Naturschutzarbeit in Lemgo anbelangt zeigt sich auch auf den Internetseiten des Koordinierungsausschusses. Dort gibt es seit Jahren Links zu den BUND Lemgo Internetseiten, z.B. zu den Lagertipps mit Apfelstiegen oder der Obstbaumpflanzung. Beim BUND Lemgo freut man sich über die vielen Verlinkungen der Internetseiten. Hilft man mit den Informationen vielen Freunden der Streuobstwiesen.
PM BUND Lemgo / Hennebrüder



