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Grüne: Klimaschutz braucht mehr Gewicht in der Bauplanung

Der Stadtentwicklungsausschuss hat für den Ausbau des Pöstenwegs beschlossen, dass der Großteil der Waldfläche gerodet werden soll. Die Grünen hatten mehr Walderhalt gefordert und den aktuellen Beschluss daher abgelehnt. Zum Beschluss der Bauleitplanung für den Pöstenweg kommentiert Fraktionsvorsitzender Dr. Burkhard Pohl für die Grüne Fraktion:


„Auf der Planung liegt kein Segen. In der Abwägung traten etliche Bedenken zutage und legten Probleme im Vorfeld offen. Als Konsequenz müsste die aktuelle Planung neu überdacht werden. Dazu war die Mehrheit im Ausschuss leider nicht bereit.
Beim vorhandenen Waldstück bestehen in der Abwägung „erhebliche Bedenken“ des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Lippe. Diese Bedenken sind aus unserer Sicht weder ausgeräumt noch entsprechend gewürdigt. Mit Rodung der als Wald eingestuften Fläche entfällt im inneren Bereich des Baugebietes die wichtige Funktion der Kühlung durch Verschattung und Verdunstung durch den Altbestand der großen Bäume. Eine Ersatzpflanzung junger Bäume auf Grünland am Stadtwald wird diese ökologischen Funktionen nicht zeitnah kompensieren können, da das Mikroklima im Bereich des Pöstenweges nachhaltig gestört sein wird. Durch die große Anzahl der Bauplätze reduziert sich der Rückzugsort wildlebender Tiere in diesem Bereich, in der Summe wird mehr Fläche versiegelt. So torpedieren wir unsere eigene Klimaschutz- und Klimafolgenplanung. Jüngste Studien zum 1,5 Grad Ziel benennen leider, dass wir bereits 2026 diese Zielmarke überschreiten werden.
Für die Erschließung wurde es versäumt, die Schlüsselgrundstücke zu erwerben. Nun sind sowohl die Kanal- als auch Verkehrserschließung prekär. Die Zuwegung auf den recht viel befahrenen Pöstenweg ist eine Notlösung und mit vielen Fragezeichen behaftet.“

Nils Donat, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss, ergänzt: „Die Siedlungsstruktur mit Einfamilien- bzw. Doppelhäusern mit je zwei Stellplätzen im Carport plus weiteren zwei davor ist die Fortführung der Wohnungsbaupolitik des letzten Jahrhunderts. So entsteht hochpreisiges Bauen für wenige Menschen. Gerade im innerstädtischen Bereich trägt eine dichtere Bebauung mit weniger Erschließungsstraßen und Versiegelung der Verantwortung zum ressourcenschonenden Bauen bei. Wir Grünen haben bereits Reihenhausbau vorgeschlagen, wenn es denn zur Bebauung kommen soll. Grundsätzlich muss die Stadt zu einer zeitgemäßen Wohnungsbauentwicklung kommen, um die bestehende Wohnraumnachfrage in Lemgo mit den Klimaschutzzielen nachhaltig zu vereinbaren.“


Pohl zieht für die Grüne Fraktion folgendes Fazit: „Der dramatische Klimawandel zwingt uns auch bei der Bauplanung zum Umdenken. Lemgo ist Stadt der Biologischen Vielfalt – dieses Versprechen wird in der Stadtentwicklung zu wenig beherzigt. Wir Grünen fordern, dass die Stadt Lemgo die Herausforderung von Klimaschutz und Ressourcenverbrauch ernster nimmt. Deshalb müssen wir das bisherige Wohnungsbaukonzept der Stadt Lemgo dringend aktualisieren und genau schauen, wo Bauen tatsächlich verantwortbar ist – und wo wir das Stadtgrün erhalten und ausbauen.“

Pressemitteilung Die Grünen/ Burkhard Pohl

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