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Stadtentwicklungsausschuss berät über Innenstadt, Baugebiete und Hundewiese

Lemgo. Von der Zukunft der Innenstadt über neue Baugebiete bis hin zur seit Jahren diskutierten Hundewiese: Der Stadtentwicklungsausschuss der Alten Hansestadt Lemgo kommt am Dienstag, 30. Juni, um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses zusammen. Auf der Tagesordnung stehen zahlreiche Themen, die viele Lemgoer unmittelbar betreffen. Besucherinnen und Besucher sind zur öffentlichen Sitzung herzlich willkommen.

Innenstadtentwicklung bleibt ein Schwerpunkt

Die Verwaltung möchte das Maßnahmenpaket des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) anpassen. Einige ursprünglich vorgesehene Projekte sollen zunächst zurückgestellt oder in kleinerem Umfang umgesetzt werden. Stattdessen sollen alternative Fördermöglichkeiten genutzt und einzelne Maßnahmen weiter qualifiziert werden. Dazu gehören unter anderem Ideen zur weiteren Begrünung der Innenstadt, zusätzliche Sitz- und Aufenthaltsangebote sowie punktuelle Verbesserungen im Abteigarten.

Mehrere Bauleitplanverfahren

Gleich drei Bauleitplanverfahren stehen auf der Tagesordnung:

  • der Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet „Riesenweg / Düsterer Kamp“ in Matorf-Kirchheide,
  • die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan „Lüerdisser Weg“ sowie
  • die nächste Beteiligungsstufe für die Planung „Lemgoer Straße / Wasserfurche West“.

Neue Gestaltungsrichtlinie für die Innenstadt

Besondere Aufmerksamkeit dürfte die Beratung über die Gestaltungsrichtlinie für Sondernutzungen im historischen Stadtkern erhalten. Dabei geht es unter anderem um Außengastronomie, Begrünung, Werbeanlagen und das Erscheinungsbild der Lemgoer Altstadt.

Bereits vor der Sitzung haben die Ratsfraktionen von CDU und SPD einen gemeinsamen Änderungsantrag vorgestellt. Nach Vorstellung beider Fraktionen sollen Gastronomie und Einzelhandel künftig mehr Flexibilität erhalten, ohne den Charakter der historischen Altstadt aufzugeben. Vorgesehen sind unter anderem transparente Windschutzelemente für die Außengastronomie im Winterhalbjahr, mehr Möglichkeiten zur Begrünung sowie maßvolle Lockerungen bei Werbung und Betriebskennzeichnungen. Die neuen Regelungen sollen zunächst testweise bis zum Sommer 2028 gelten und anschließend ausgewertet werden.

Hundewiese erneut auf der Tagesordnung

Auch der geplante Hundeauslaufplatz beschäftigt den Ausschuss erneut. Das Thema wird in Lemgo seit Jahren kontrovers diskutiert und dürfte auch in dieser Sitzung wieder eine wichtige Rolle spielen.

Einwohneranfragen

Darüber hinaus liegen mehrere Einwohneranfragen vor. Sie beschäftigen sich unter anderem mit Hochwasserschutz und Flächenversiegelung im Bereich Entrup-Leese, dem Wohnraumpotenzial im Ortsteil Leese sowie dem Begabalkon an der Bega.

Besucher sind willkommen

Die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses beginnt am Dienstag, 30. Juni, um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Lemgoer Rathauses. Der öffentliche Teil der Sitzung kann von interessierten Bürgerinnen und Bürgern besucht werden.


Die Hundewiese dürfte auch diesmal wieder für Diskussionen sorgen. Wie ich das Thema einschätze, lesen Sie im folgenden Kommentar.

Kommentar: Ein Hundeauslaufplatz wäre ein Gewinn – für Hunde, Menschen und die Natur

Ein Kommentar von Michael Pitt

Es gibt Themen, die begleiten die Kommunalpolitik über Jahre. Der geplante Hundeauslaufplatz in Lemgo gehört inzwischen dazu. Immer neue Standorte werden geprüft, Bedenken formuliert und Lösungen wieder verworfen. Irgendwann stellt sich die Frage: Suchen wir eigentlich noch nach Möglichkeiten – oder nur noch nach Gründen, warum es nicht geht?

Natürlich muss der Naturschutz ernst genommen werden. Niemand wird ernsthaft fordern, schützenswerte Lebensräume leichtfertig zu opfern. Aber Naturschutz und artgerechte Hundehaltung sind keine Gegensätze. Im Gegenteil: Richtig umgesetzt können beide Seiten voneinander profitieren.

Ein zentraler, eingezäunter Hundeauslaufplatz würde den Druck auf Wälder, Feldwege und sensible Brut- und Setzgebiete deutlich reduzieren. Wer seinem Hund dort freien Auslauf ermöglichen kann, muss dafür nicht auf Wiesen, in Feldfluren oder an Wald- oder Flussrändern unterwegs sein. Ein solcher Platz wäre deshalb nicht nur ein Angebot für Hundehalter, sondern zugleich ein Beitrag zum Naturschutz.

Hinzu kommt der Aspekt des Tierschutzes. Freier Auslauf ohne Leine und der regelmäßige Kontakt zu Artgenossen gehören für unsere Hunde zu einem artgerechten Leben. Dafür braucht es jedoch geeignete Orte, an denen dies verantwortungsvoll möglich ist.

Natürlich wird sich für nahezu jeden Standort ein Gegenargument finden lassen. Mal geht es um Artenschutz, mal um Flächenverbrauch, mal um Kosten oder Verkehr. Das ist nachvollziehbar. Die Aufgabe von Politik und Verwaltung besteht jedoch nicht darin, das perfekte Grundstück zu finden – denn das wird es vermutlich nie geben. Ihre Aufgabe ist es vielmehr, unterschiedliche Interessen abzuwägen und tragfähige Kompromisse zu entwickeln.

Auch finanziell erscheint das Anliegen keineswegs überzogen. Zwar ist die Hundesteuer keine zweckgebundene Abgabe und wird nicht für Projekte rund um Hunde erhoben. Sie trägt jedoch – wie andere kommunale Steuern auch – zur Finanzierung des städtischen Haushalts bei. Vor diesem Hintergrund erscheint es durchaus angemessen, wenn die Stadt einen kleinen Teil ihrer Infrastruktur auch für die vielen Hundebesitzer weiterentwickelt. Ein Hundeauslaufplatz wäre deshalb kein Luxusprojekt, sondern eine überschaubare Investition mit einem spürbaren Nutzen für Mensch, Tier und letztlich auch die Natur.

Bei aller Kritik an Politik und Verwaltung gehört allerdings auch eine selbstkritische Bemerkung dazu. Erstaunlich ist die Gelassenheit, mit der viele Lemgoer Hundebesitzer dieses Thema seit Jahren hinnehmen. Dabei lebt Kommunalpolitik davon, dass sich Bürger einbringen. Einwohneranträge, Wortmeldungen in Ausschusssitzungen oder einfach das direkte Gespräch mit Ratsmitgliedern – etwa beim nächsten Infostand in der Fußgängerzone – bewirken oft mehr, als man denkt. Wer sich einen Hundeauslaufplatz wünscht, sollte dieses Anliegen nicht nur im Bekanntenkreis oder in den sozialen Medien diskutieren, sondern dort vortragen, wo Entscheidungen vorbereitet und getroffen werden.

Nach Jahren der Diskussion sollte es nun gelingen, den Blick weniger auf die Hindernisse als auf die Lösungen zu richten. Politik und Verwaltung sind jetzt gefordert, einen tragfähigen Kompromiss zu entwickeln, der den berechtigten Interessen des Naturschutzes ebenso gerecht wird wie den Bedürfnissen vieler Hundebesitzer. Gelingt das, wäre ein Hundeauslaufplatz kein Sieg der einen Seite über die andere – sondern ein Gewinn für Hunde, für die Natur und für das Zusammenleben in unserer Stadt.

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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