Landesverband fördert wertvolle Biotope für den Umwelt-, Natur- und Artenschutz
Der Mittelwald bei Extertal-Reine wächst – Landesverband realisiert auch mit Kooperationspartnern Naturschutz- und Ausgleichsflächen
Extertal-Reine, 13. August 2026. Sie waren ein großer Einschnitt in die Landschaft auf dem Mühlenberg nahe Extertal-Reine – die Fällarbeiten, die hier im Frühjahr 2025 stattfanden. Ziel ist es, einen Mittelwald zu schaffen. Zwischenzeitlich wurden die Arbeiten fortgeführt, eine Erweiterung des Areals nahe der Grenze zu Niedersachsen ist für den kommenden Winter geplant.
“Wir wollen auf dem Mühlenberg einen unter Naturschutzgesichtspunkten sehr wertvollen neuen Wald schaffen, einen Mittelwald“, erläutert Thomas Fritzemeier, Leiter des zuständigen Forstreviers Bösingfeld. Diese Waldform stammt aus dem Mittelalter und ist eine Mischung aus Hoch- und Niederwald. In ersterem wuchsen Bäume zur Holzernte heran, in letzterem stand der Gewinn von Brennholz oder Rinde im Vordergrund. „Der Mittelwald verband beides: ein Oberholz, z.B. aus Eichen, und ein Unterholz, z. B. aus Hainbuche, Feldahorn und Hasel- nuss. Das Unterholz wurde zur Brennholzgewinnung alle 25-30 Jahre auf den Stock gesetzt“, sagt Fritzemeier. Zudem wurden Mittelwälder als Waldweide für Haustiere genutzt. Aufgrund dieser Struktur sind Mittelwälder sehr artenreich: “Wir finden sowohl die an ältere Eichenwälder gebundenen Arten vor als auch Arten, die sonst nur auf Freiflächen anzutreffen sind.”
Um den Mittelwald auf dem Mühlenberg zu schaffen, werden die Flächen schachbrettartig bearbeitet. Im Frühjahr 2025 wurden auf größeren Abschnitten zahlreiche Buchen entnommen. Zwischen die verbleibenden jungen Eichen als Oberholz pflanzte der Landesverband als Unterholz Hainbuchen, Feldahorn, Sommerlinde und Wildobst. “In diesem Unterholz haben wir nun Pflegearbeiten vorgenommen, dabei fiel auf, dass der Wildverbiss hoch war. Einzelne Bäume haben wir deshalb mit Wuchshüllen versehen bzw. auf junge Setzlinge ein Verbissschutzmittel auf Schaffettbasis gespritzt. Den Geruch des Fetts mögen Rehe nicht, die jungen Pflanzen werden somit nicht von ihnen verbissen”, erläutert Fritzemeier.
Im östlichen Bereich des Mühlenberges Richtung niedersächsischer Grenze soll der Mittelwald erweitert werden: “Im kommenden Winter wird auch diese Fläche durchforstet, das heißt wir entnehmen alle Buchen und lassen einzelne, dicke Eichen mit schön ausgebildeten Kronen als Oberholz stehen.” Das Unterholz wird auf den Stock gesetzt, im Frühjahr 2027 pflanzt der Landesverband Hainbuche, Feldahorn und Elsbeere als ergänzendes Unterholz.
Aus Sicht von Susanne Hoffmann, Leiterin der Forstabteilung, komme artenreichen Waldbiotopen wie dem Mittelwald auf dem Mühlenberg eine wachsende Bedeutung zu: “Die Erhaltung dieser Wälder und ihrer historischen Nutzungsform ist heute mit großem Aufwand verbunden. Die Flächen sind mit Blick auf die Folgen des Klimawandels aber enorm wichtig und leisten wertvolle Beiträge zum Umwelt-, Natur- und Artenschutz.” Flächen wie diese legt der Landesverband auch als Ausgleichsflächen an. Wenn an anderer Stelle ein Eingriff in die Natur z.B. bei Baumaßnahmen erfolgt, kann er durch solche Flächen ausgeglichen werden. “Unternehmen, Vereine oder Behörden, die Bedarf an solchen Flächen haben, können wir bei ihren Projekten damit unterstützen und gleichzeitig solche wertvollen Biotope aufbauen.”

PM Landesverband Lippe
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