Gemeinwohl im Fokus: Neuer Schwerpunkt für den Campus Höxter
Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) entwickelt ihren Standort Höxter gezielt weiter und richtet ihn strategisch neu aus. Mit dem Aufbau eines Gemeinwohl-Campus setzt die TH OWL auf neue Schwerpunkte in den Bereichen Transfer, Kooperation und gesellschaftliche Innovation.
Die Weiterentwicklung erfolgt vor dem Hintergrund eines laufenden Veränderungsprozesses der Hochschule, in dem auch bestehende Studienangebote überprüft und an neue Rahmenbedingungen angepasst werden. Die TH OWL stellt klar: Der Standort Höxter bleibt erhalten und wird mit einem geschärften Profil in die Zukunft geführt.
„Wir entwickeln den Standort Höxter bewusst weiter – nicht trotz, sondern gerade wegen der aktuellen Herausforderungen“, erklärt Dr. Christoph Harrach, der das Projekt koordiniert. „Mit dem Gemeinwohl-Campus Höxter schaffen wir zusätzliche Perspektiven, die über klassische Studienangebote hinausgehen.“
Im Mittelpunkt steht ein Ort, an dem Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, gemeinwohlorientierte Ansätze und soziale Innovationen zu stärken und konkrete Lösungen für zentrale Zukunftsfragen zu entwickeln – etwa in den Bereichen Klimaschutz, Digitalisierung, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und soziale Teilhabe.
Kern der Weiterentwicklung ist das Gemeinwohl-Institut als regionaler Knotenpunkt für transdiziplinäre Forschungs- und offene Innovationsprojekte.
Ergänzend soll ein Campusverein nach dem Vorbild bestehender Netzwerke der TH OWL in Detmold oder Lemgo aufgebaut werden. Damit entstehen vor Ort konkrete Strukturen für Zusammenarbeit und Transfer, die den Standort langfristig stärken.
Breite Unterstützung und konkrete Schritte
Der Gemeinwohl-Campus Höxter ist bewusst als Gemeinschaftsprojekt angelegt und baut auf Stärken des Standorts auf. Ziel ist es, diese weiterzuentwickeln und durch neue Kooperationen und fachliche Perspektiven zu ergänzen.
Die TH OWL reagiert damit aktiv auf veränderte Anforderungen an Hochschulstandorte. Gespräche mit Partner:innen laufen bundesweit. In der Fachöffentlichkeit stößt das Vorhaben auf Interesse:
Ende März stellte Projektleiter Harrach das Konzept bei der Tagung „Zukunftsfabrik 2026“ in Berlin vor. Die Veranstaltung wurde durch das Projekt „SIGU Zukunftsfabrik 2026“ organisiert, das im Rahmen der Nationalen Strategie für Soziale Innovationen und gemeinwohlorientierte Unternehmen (SIGU) aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird.
Bereits mehr als 20 Absichtserklärungen (Letters of Intent – LOI) unterstreichen das Interesse externer Partner:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung. Mit dabei ist die Universität Paderborn, die das Konzept des Gemeinwohl-Campus Höxter als innovativ und zukunftsweisend bewertet und ihre Unterstützung in den Bereichen Transfer und Kompetenzentwicklung zugesichert hat.
Parallel entwickelt die TH OWL eine drittmittelstarke Finanzierungsstrategie. Geplant ist die Einwerbung von Drittmitteln aus Programmen der Europäischen Union, von Bund und Ländern sowie aus Stiftungen und der Wirtschaft. So will die Hochschule zusätzliche Finanzmittel in Höxter investieren und den Standort kontinuierlich ausbauen.
Aufbau startet – Beteiligung ausdrücklich gewünscht
Die organisatorische Umsetzung beginnt, noch im ersten Halbjahr 2026 wird ein:e Dialogmanager:in eingesetzt, um den Aufbau vor Ort zu begleiten und die Gründung des Campusvereins vorzubereiten. Dieses Rollenprofil hat sich bereits in Transferprojekten der TH OWL bewährt.
Über die Plattform www.gemeinwohl-campus.org können sich Interessierte aktiv einbringen und Projektideen einreichen. So entsteht ein Raum für Zusammenarbeit und neue Ansätze.
Standort im Wandel – Hochschule bleibt präsent
Mit dem Gemeinwohl-Campus erweitert die TH OWL ihr Verständnis vom Hochschulstandort Höxter. Forschung, Lehre und Transfer werden künftig noch stärker verzahnt und um neue Kooperationsformate ergänzt. Ziel ist es, den Standort als Impulsgeber für gesellschaftliche Entwicklung weiter zu profilieren.
Dabei knüpft die Hochschule an zentrale Impulse auf Bundesebene an, etwa an die oben genannte SIGU sowie an Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Rolle von Wissenschaft im gesellschaftlichen Wandel.
„Gemeinwohl bedeutet für uns, Verantwortung für das gute Leben aller zu übernehmen“, so Projektleiter Harrach. „In Höxter schaffen wir dafür neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung.“
Zur Person: Dr. Christoph Harrach koordiniert die Campusweiterentwicklung in Höxter. Als Ökonom bringt er seine langjährige Expertise und ein breites Netzwerk aus vorheriger Tätigkeit in das Projektmanagement der TH OWL ein, unter anderem als Gemeinwohl- und Innovationsberater bei der Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW. Er wurde mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis und als Projektträger der UN-Dekade für nachhaltige Bildung ausgezeichnet.
PM TH OWL



