T&R Lemgo
Lehre/Wissenschaft

So begleitet EXIST Women Gründerinnen

Was zu Beginn noch Visionen waren, sind heute greifbare Geschäftsmodelle: An der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) begleitet die Campus Foundery OWL, das Gründungszentrum der Hochschule, im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Programmes EXIST Women gründungsinteressierte Frauen auf ihrem Weg von der ersten Idee bis zur konkreten Gründungsphase. Der Weltfrauentag am 8. März ist Anlass, auf das vergangene Förderjahr zurückzublicken und zugleich nach vorn zu schauen: Am Montag, 16. März, startet die nächste Bewerbungsphase für das Programm.

Um Einblicke in die Entwicklung der Stipendiatinnen und ihrer Gründungsideen zu geben, stand das Abschlussevent kürzlich ganz im Zeichen der individuellen Projekte. Die Teilnehmerinnen zeigten, was innerhalb eines Jahres gewachsen ist: von ersten Konzepten hin zu geschärften Geschäftsmodellen, konkreten Angeboten und unternehmerischen Perspektiven. Die Bandbreite der Vorhaben verdeutlichte eindrucksvoll die Vielfalt weiblicher Gründungsansätze.

Dank zusätzlicher Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz konnten 2025 insgesamt zehn Frauen finanziell gefördert werden. Azie Gertrude Obianuju, Pia Güttner, Maren Oscenda, Lara-Kathrin Piche, Svenja-Christin Voß, Laura Haasler, Britta Schattenberg, Paula Bansmann, Aliya Dilara Arcak und Jasmin Schockenbaum präsentierten beim Abschlussevent ihre Entwicklungen und gaben Einblicke in die Fortschritte ihrer Projekte. Gemeinsam machten sie sichtbar, wie vielfältig und individuell die Wege im Programm verlaufen können.

Vertiefender Blick auf einige der Ideen und Entwicklungen

Britta Schattenberg entwickelt eine Plattform, die Selfpublisherinnen mit passenden Dienstleisterinnen vernetzt und den Prozess der Buchveröffentlichung vereinfacht. Im Laufe des Programms schärfte sie ihr Konzept gemeinsam mit einem Mentor, gewann Teammitglieder für ihre Idee und fokussiert sich nun insbesondere auf die Entwicklung einer Buchsatz-Software. Die Gründung soll zeitnah erfolgen.

Paula Bansmann nutzt Teppiche als erzählerisches Medium, um Erinnerungen und Identität sichtbar zu machen. Dank der Förderung konnte sie ein eigenes Atelier aufbauen und erste Workshops anbieten. Ihre Idee hat sich im Programm weiter konkretisiert: Künftig möchte sie unter anderem Familien durch einen gemeinsamen Gestaltungsprozess begleiten, an dessen Ende ein individueller Teppich entsteht – ein Stück gewebte Geschichte.

Aliya Dilara Arcak arbeitete im Rahmen ihrer Masterarbeit an einer innovativen Raumhülle als Rückzugsort zur Stärkung des Nervensystems und zur Förderung der Verbindung zwischen Mensch und Natur. Das Stipendium half ihr, diese große Vision in erste umsetzbare Schritte zu übersetzen. Ergebnis dieses Prozesses ist unter anderem ein selbst gestaltetes Buch mit poetischen Texten, das sich dem Konzept der „fünften Haut“ widmet und die Nähe zwischen Mensch und Raum thematisiert.

Jasmin Schockenbaum konzipiert mit „Shuari Education“ eine digitale Lernplattform für Mathematik, die mithilfe innovativer Methoden und KI-gestützter Analysen individuelle Lernprozesse verbessert. Während der Stipendienzeit wurde sie als eine der „30 under 30“ weltweit führenden Young Professionals im Bildungsbereich ausgezeichnet. Neben der Entwicklung der Plattform führt Jasmin Schockenbaum ein Nachhilfeunternehmen und engagiert sich aktiv für Bildungsgerechtigkeit.

Viele der Teilnehmerinnen nutzten EXIST-Women, um ihre Ideen weiter zu schärfen und ihre Zielgruppen besser zu verstehen. Dabei ging es nicht ausschließlich um die konkrete Gründung, sondern auch um die Frage, welche Form der Selbstständigkeit zum eigenen Lebensentwurf passt. „EXIST-Women hat mir die Möglichkeit gegeben, meinen eigenen Weg zu finden – auch wenn er am Ende ganz anders verlaufen ist, als ich zunächst gedacht hatte“, berichtete Teilnehmerin Pia Güttner beim Abschlussevent.

Ein zentrales Element des Programms war der intensive Austausch innerhalb der Gruppe. In einem geschützten Rahmen gaben sich die Teilnehmerinnen gegenseitig Feedback, teilten Erfahrungen und unterstützten sich auch in herausfordernden Phasen. Für viele erwies sich dieses Netzwerk als ebenso wertvoll wie die angebotenen Workshops, Coachings und Mentoringformate.

Was mit dem Abschlussevent formal endete, wirkt weiter: Acht von zehn Teilnehmerinnen treiben ihre Gründungsideen aktiv voran. Die Förderphase stärkte neben den Projekten vor allem die Gründerinnen selbst – in ihrem Selbstverständnis, ihrer Klarheit und ihrem unternehmerischen Mut.

Für die Campus Foundery OWL unterstreicht EXIST Women die Bedeutung gezielter Förderangebote, um Frauen frühzeitig für unternehmerische Wege zu gewinnen und ihre Potenziale sichtbar zu machen.

Die nächste Förderrunde ist bereits in Planung: Am 16. März startet die Bewerbungsphase von EXIST-Women an der TH OWL für gründungsinteressierte Frauen. Das Team des Gründungszentrums ist gespannt auf weitere vielseitige Ideen.

PM TH OWL

Mehr anzeigen
Hausmann Optik

Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"