Anpassung an den Klimawandel ist auch Kopfsache
MaPro-Tagung in Höxter setzt Impulse für regionale Starkregenvorsorge.
Wie lassen sich ländliche Räume wirksam vor den Folgen extremer Starkregenereignisse schützen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der MaPro-Transfertagung am Sustainable Campus Höxter. „MaPro“ steht für „Masterplan zur nachhaltigen und übertragbaren kommunalen Sturzflutvorsorge als transdisziplinärer Prozess“.
Rund 50 Vertreter:innen aus Verwaltung, Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz folgten der Einladung des Forschungsteams rund um Professor Dr. Klaus Maas und tauschten sich zu Möglichkeiten der Starkregenvorsorge aus.
In einer Zeit, in der die Auswirkungen des Klimawandels auch regional deutlich spürbar sind, ist ein enger Dialog und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit entscheidender denn je. „Nachhaltige Lösungen setzen die Integration vielfältiger Wissensbestände, wechselseitige Lernbereitschaft und den Aufbau von Vertrauen voraus“, erläutert Verena Weber, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt.
Die MaPro-Transfertagung bot hierfür die ideale Plattform. Unter dem Titel „Klimawandelanpassung in ländlichen Räumen: Starkregenvorsorgegemeinsam gestalten“ wurden Möglichkeiten der Vorsorge gegen die Folgen von Starkregenereignissen sowohl aus psychologischer, technischer als auch ökologischer Perspektive vorgestellt und diskutiert.
Dass Klimawandelanpassung auch Kopfsache ist, verdeutlichte die Psychologin und Kommunikationsexpertin Ursula Odrobina in ihrer Keynote. Sie zeigte auf, dass Fakten allein oft nicht zum Handeln motivieren. Vielmehr spielten Werte, die innere Haltung und der Umgang mit Widerständen eine Schlüsselrolle in der Kommunikation.
Praktischer wurde es bei den technischen und ökologischen Lösungsansätzen: Marie Stolte vom Wasserverband Obere Lippe präsentierte Wege zur Wiederherstellung eines naturnahen Landschaftswasserhaushaltes.
In interaktive Workshops zu verschiedenen Themen und einer begleitenden Posterausstellung konnten die Teilnehmenden ihr Wissen vertiefen und direkt in die Anwendung bringen. Neben Resilienzthemen, wurde der von Katharina Pilar von Pilchau, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TH OWL, entwickelte Leitfaden für die GIS-basierte Fließpfadberechnung vorgestellt. Sven Mindermann und Frank Grawe von der Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. beleuchteten mit den Teilnehmenden naturbasierte Maßnahmen der Starkregenvorsorge.
Neben den fachlichen Vorträgen stand der Austausch im Vordergrund. Die Tagung unterstrich die Rolle des MaPro-Netzwerks als Brückenbauer. „Der Transfer endet nicht mit der Veröffentlichung einer Studie. Er beginnt dort, wo Menschen aus unterschiedlichen Welten – der Theorie und der Praxis – eine gemeinsame Sprache finden“, resümierte Professor Maas.
Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt MaPro an der TH OWL am Standort Höxter befasst sich mit der Umsetzung von Maßnahmen der Starkregenvorsorge in ländlichen Räumen. Das Vorhaben verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, um standortgerechte und ökologisch nachhaltige Strategien gegen Sturzfluten zu entwickeln und klimasensible Akteure aktiv zu aktivieren.
PM TH OWL



