Leerstandsaktivierung: Die Möglichkeiten von Lemgos Innenstadt ausschöpfen – Stadtverwaltung fördert Vorbild-Projekte und sucht Eigentümer
Mehr Leben in der Innenstadt, das ist das erklärte Ziel der Lemgoer Stadtverwaltung. Ein Beitrag dazu ist ein neues Förderprojekt, für das sich Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien des Fördergebiets innerhalb der Wälle ab sofort bewerben können: Bei der „Leerstandsaktivierung“ sollen leerstehende Wohnungen und Gewerbeflächen umgebaut und mit Leben gefüllt oder neuen Zwecken zugeführt werden. Noch bis Ende März läuft die Bewerbungsphase.
Am Anfang stehen leerstehende Ladenlokale und Wohnungen, am Ende ist alles möglich: Wohnen, Dienstleistung, Kultur oder urbanes Gewerbe sind nur einige der Ideen, die sich das Projekt-Team „Leerstandsaktivierung“ vorstellt. Den Prozess dahin begleitet und fördert das Team, individuell auf das Objekt und die Menschen dahinter zugeschnitten. Eine Schablone gibt es nicht, dafür Know-How, Planungsleistungen und Unterstützung.
Berit Weber, Leiterin der Stadtplanung, bringt auf den Punkt, worin sich das Projekt von anderen Initiativen unterscheidet: „Wir wollen hier gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern das Potential nutzen, was in unserer Innenstadt schlummert, und neu denken, was heutzutage vielleicht nicht mehr so gut funktioniert. In das Ladengeschäft in der zentralen Mittelstraße passt Einzelhandel prima rein, aber warum soll es woanders nicht auch der Handwerker sein, der dort für seine Kundschaft da ist? Und in den Parallelstraßen könnte man überlegen, ob aus einem leeren Laden auch eine volle Wohnung werden könnte.“
Drei Objekte sollen aus den Bewerbungen gewählt werden, für die Möglichkeiten ausgelotet werden und die als gute Beispiele vorangehen können. Im Projektzeitraum gibt es viele Unterstützungsleistungen für die drei Leuchtturm-Projekte: Eine Vor-Ort-Analyse der Immobilie, die Prüfung unterschiedlicher Nutzungsoptionen, Beratung zu erforderlichen Baumaßnahmen, rechtliche Vorprüfungen, die Erarbeitung einer Umnutzungsstrategie durch ein Architekturbüro, eine Finanzierungs- und Fördermittelberatung und noch mehr. Pro Objekt sind 15.000 Euro für die Unterstützung eingeplant, die eigentlichen Umbaukosten tragen die Eigentümerinnen und Eigentümer selbst, haben aber die Option, diese über einen Sanierungsvertrag mit der Stadt bis zu 100 Prozent steuerlich geltend zu machen.
Bürgermeister Markus Baier weiß, warum die Situation so herausfordernd ist: „Die Lemgoer Innenstadt wandelt sich, so wie alle anderen Innenstädte auch, was ganz unterschiedliche Gründe hat. Diesen Wandel wollen wir nicht einfach nur sehen, stattdessen wollen wir ihn ganz aktiv mitgestalten. Und das geht natürlich nur mit den Eigentümerinnen und Eigentümern zusammen, für die es sicherlich nicht einfach ist, wenn das, was Jahrzehnte funktioniert hat, nun nicht mehr geht. Da ist Mut gefragt, der sich lohnt und den wir unterstützen wollen.“
Wirtschaftsförderer Tobias Vietz: „Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Lösungen genauso individuell wie die Probleme sein müssen. Da kann man nicht alles über einen Kamm scheren. Je mehr gute Beispiele wir finden, desto einfacher ist es dann für den Nächsten, eine eigene Idee zu entwickeln. Dabei gilt es neben den eigenen Wünschen natürlich auch die Bedarfe zu bedenken, die es aktuell gibt. Ein Umbau und eine Umnutzung sollen natürlich nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich sein und sich lohnen.“
Informationen zur Bewerbung für Eigentümerinnen und Eigentümer sind auf der städtischen Homepage und https://beteiligung.nrw.de/k/1019568 zu finden. Für die Teilnahme am Förderprogramm kommen Eigentümerinnen und Eigentümer leerstehender Ladenlokale und Wohnungen des Fördergebiets in Frage, die bereit sind, Umbaumaßnahmen zur Aktivierung vorzunehmen und sich ggf. vorstellen können, Ladenlokale zu Wohnen, Dienstleistung, Kulturnutzung sowie urbanem Gewerbe umzunutzen. Bewerbungen sind bis zum 31. März möglich.
PM Stadt Lemgo



