24/7 im Einsatz für Lippe – Leitstellenbilanz 2025
Langweilig wird‘s hier nie: In der Feuerschutz- und Rettungsleitstelle des Kreises Lippe in Lemgo ist 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche etwas los – und das ist gut so. Denn von hier werden die lippischen Feuerwehren alarmiert, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes brennt, Rettungsdienst und Notarzt losgeschickt, wenn Hilfe benötigt wird. In 2025 haben die Mitarbeitenden der Leitstelle insgesamt 101.471 Einsätze disponiert. 215 mehr als in 2024, hier waren es 101.256 Einsätze.
Dass die Zahl der disponierten Einsätze so konstant geblieben ist, zeigt sich auch an anderer Stelle: 61.213 Anrufer haben die 112 gewählt. In 2024 waren es 61.261. Insgesamt haben die Disponenten im vergangenen Jahr 171.574 Anrufe angenommen oder getätigt (2024: 173.782 Anrufe), das sind im Schnitt 470 Telefonate am Tag (2024: 475 Telefonate).
In 42.156 Fällen haben die Retter Notfallpatienten versorgt (2024: 42.352 Fälle), 7.266 Mal war zusätzlich der Notarzt mit an Bord (2024: 7.969 Mal). 199 Mal haben die Disponenten den Rettungshubschrauber angefordert (2024: 132 Mal). Die Zahl der Kranken-transporte belief sich auf 12.576 Fahrten in 2025 (2024: 12.466 Fahrten).
Deutlich niedriger fallen im vergangenen Jahr die disponierten Feuerwehreinsätze zu Buche. 4.005 Mal mussten die Wehren ausrücken. 2024 waren sie noch 4.740 Mal im Einsatz. 1.094 Einsätze waren brandbedingt (2024: 1.379), bei 2.911 Einsätze handelte es sich um eine sonstige Hilfeleistung wie Rettung bei Unfällen, Abstreuen von Ölspuren, Beseitigen von Sturmschäden, Türöffnungen oder Tierrettungen (2024: 3.361 sonstige Hilfeleistung).
Seit 2022 neu in der Statistik ist die Alarmierung der Katretter. Bei einem Notfall, bei dem ein Hilfesuchender reanimiert werden muss, werden freiwillige Ersthelfer, die über eine App gelistet sind und sich in der näheren Umgebung befinden, alarmiert und zum Einsatzort geschickt, um erste Hilfe zu leisten. In 2025 hat die Leitstelle so 900 Katretter alarmiert (2024: 871 Alarmierungen), 603 Mal sind Helfer ausgerückt (2024: 514 Mal). Rund 765 Personen haben sich in Lippe bis Ende 2025 als Erstretter über die Kat-retter-App registriert.
„Hinter all den Statistiken stehen der tägliche Einsatz, die Verantwortung und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen im Bevölkerungsschutz und der zahlreichen Ehrenamtlichen und Freiwilligen, die auch in 2025 dazu beigetragen haben, Lipperinnen und Lippern in Notlagen zu helfen. Ihnen allen gebührt unser Dank und Respekt für ihre Arbeit“, unterstreicht Sascha Medina, kommissarischer Leiter Bevölkerungsschutz beim Kreis Lippe.
Bevölkerungsschutz 2025
Der Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe hat auch in 2025 viel für die Menschen in Lippe bewegt: Für den Einsatz in allen lippischen Kommunen hat der Kreis einen Abrollbehälter Sanitär angeschafft, der mit Waschräumen, Duschräumen und Mobiltoiletten aus-gestattet ist. Besonders bei lang anhaltenden Einsätzen oder Evakuierungslagen können die Städte und Gemeinden nun auf den Abrollbehälter zurückgreifen, der am Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo steht.
Neu im Einsatz sind zudem fünf Notarzteinsatzfahrzeuge, die in an den Notarztstandorten in Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen stationiert sind. Vier neue Krankentransport-wagen wurden zudem in Bad Salzuflen, Dörentrup und Lemgo in Dienst gestellt.
Zum 1. Februar hat der Kreis Lippe die Rettungswache in Schlangen von der Johanniter-Unfallhilfe übernommen, zwei Monate später, am 1. April , dann auch die Rettungswache in Blomberg. Der Bevölkerungsschutz führt diese seitdem in Eigenregie.
Um die Qualität der notärztlichen Versorgung im Rettungsdienst weiter zu verbessern, ist zudem am 1. November die Notarztmanagement gGmbH Kreis Lippe an den Start gegangen. Hat bisher das Klinikum Lippe die Organisation und Koordination der notärztlichen Dienste übernommen, zeichnet nun die gGmbH verantwortlich. „Mit diesem Weg können wir den bisherigen bürokratischen Aufwand reduzieren und mehr Flexibilität und Transparenz für die Notärztinnen und -ärzte schaffen“, erklärt Verwaltungsvorständin Sabine Beine, die als Geschäftsführerin fungiert.
Im Feuerwehrausbildungszentrum war der Name auch im zurückliegenden Jahr Pro-gramm: 148 Mal wurde die Brandsimulationsanlage für Feuerwehren aus Lippe und dar-über hinaus in Brand gesteckt. Über 750 lippische Einsatzkräfte und 300 Externe wurden dabei geschult. 184 Mal nutzten rund 1300 Teilnehmer die Atemschutzstrecke. 4724 Atemschutzmasken, 828 Atemschutzgeräte und 4290 Lungenautomaten haben die Mitarbeitenden des Bevölkerungsschutzes für die lippischen Feuerwehren gereinigt und geprüft. 5373 Atemluftflaschen bekamen eine neue Befüllung und 5632 Schläuche wurden gereinigt und auf ihre Funktion getestet.
Darüber hinaus probten Bevölkerungsschutz, Hilfsorganisationen und Feuerwehr den Ernstfall in unterschiedlichen Szenarien. Mit „Arminius 2025“ hat Ende August die größte Übung des Katastrophenschutzes in Lippe überhaupt stattgefunden. Über 650 Teil-nehmende aus ganz OWL waren nach einem Massenanfall von Verletzten am Kreishaus im Einsatz, Bundes- und Landeskonzepte des Zivil- und Katastrophenschutzes wurden intensiv beübt.
Die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden stand und steht weiterhin oben auf der Agenda. Bedingt durch die politischen Veränderungen in Europa wird die Zivile
Alarmplanung in der Bundesrepublik wieder aktuell. Kommunen werden aufgerufen, ihre Handlungsfähigkeit in Krisen zu sichern.
Und was steht 2026 an?
Für Kalletal, Barntrup und Leopoldshöhe sind drei neue Rettungswachen in Planung, um die Notfallversorgung in der Fläche weiter auszubauen. Der Spatenstich für Kalletal soll in den kommenden Monaten erfolgen. Auch die Planungen für den Neubau der Notarztwache am Klinikum in Detmold laufen weiter.
PM Kreis Lippe


