Voneinander und miteinander lernen – Bildungseinrichtungen tauschen Erfahrungen zur spielbasierten Förderung aus
Wie können Kinder durch gemeinsames Spielen in ihrer sprachlichen, sozialen und kognitiven Entwicklung gestärkt werden? Mit dieser Frage haben sich zahlreiche pädagogische Fach- und Lehrkräfte bei einem Austausch zum Projekt „Lernen durch Spielen“ des Bildungsbüros des Kreises Lippe befasst.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der fachliche Austausch zur praktischen Umsetzung der verschiedenen Projektbausteine in Kita, Grundschule und Offener Ganztagsschule (OGS). Grundlage des Treffens bildeten zuvor eingereichte Evaluationsbögen, in denen die Einrichtungen ihre bisherigen Erfahrungen, Herausforderungen und Entwicklungsbedarfe beschrieben hatten. Dabei zeigte sich deutlich, dass das Projekt inzwischen in vielen Einrichtungen regelmäßig im pädagogischen Alltag verankert ist.
„Das Austauschtreffen hat gezeigt, welchen hohen Stellenwert gemeinsames Spielen für die Förderung von Sprache, sozialem Lernen und Basiskompetenzen einnehmen kann“, betonte Olaf Brodziak, Schulaufsicht der Grundschulen. Auch Anja Krause vom Bildungsbüro des Kreises Lippe zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Es wurde deutlich, wie wichtig Vernetzung, Kooperation und gemeinsame Weiterentwicklung für eine nachhaltige Umsetzung ist.“
Das Projekt gliedert sich in drei Bausteine, die unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten der Kinder ansprechen. Das „gleiche Regel-Spiel-Paket“ ist eine Sammlung von Spielen, die Möglichkeiten für den Übergang vom informellen zum formellen Lernen aufzeigen sollen sowie soziale, kognitive und motorische Entwicklungen unterstützen. Der Projektteil BaFö (Basiskompetenzförderung) fördert den gezielten Einsatz von Spielen in der Schuleingangsphase, um Lernprozesse positiv zu begleiten und Kinder frühzeitig in ihren Basiskompetenzen wie Wahrnehmung, Sprache und Bewegung zu stärken. Bei „Miteinander ins Spielen kommen“ entdecken Kinder und Jugendliche spielerisch neue Möglichkeiten der Begegnung. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Spielen, das verbindet, Sprachbarrieren überwindet und soziales Lernen fördert.
Die Teilnehmenden arbeiteten in thematischen Austauschgruppen zu den drei Projektbausteinen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem gegenseitigen Lernen voneinander. Sie sammelten und dokumentieren zahlreiche konkrete Praxisideen, Methoden und organisatorische Ansätze für die weitere Projektarbeit. Zu den gelingenden Strukturen für die Umsetzung im Alltag gehörten laut der Erfahrungswerte der Teilnehmenden insbesondere feste Rituale, kleine Spielgruppen, visualisierte Spielregeln sowie ein regelmäßiger Austausch im Kollegium, die die Umsetzung erleichtern. Gleichzeitig benannten und diskutierten sie Herausforderungen wie Zeitressourcen, Organisation von Räumen und personelle Kontinuität.
Britta Wöstenfeld, Ansprechpartnerin der Beratungsschule Lemgo West, zieht ein positives Fazit und berichtet von den Entwicklungen der Schülerinnen und Schüler: „Vor allem im Bereich der Aufmerksamkeit und Konzentration, der Regelakzeptanz sowie der Kommunikationsfähigkeit haben die Kinder beachtliche Fortschritte gemacht.“
Das Projekt „Lernen durch Spielen“ wird im Kreis Lippe gemeinsam mit über neunzig Bildungseinrichtungen umgesetzt und verfolgt das Ziel, Kinder durch spielerische Lernanlässe in ihrer Entwicklung zu unterstützen und Bildungsübergänge zu stärken. Einrichtungen, die noch nicht Teil des Projekts sind, können sich bei der Projektleitung Melanie Schwarz für eine Beratung melden, telefonisch unter (05231) 624801 oder per E-Mail an m.schwarz@kreis-lippe.de.
PM Kreis Lippe
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