Über die Zukunft der „Wilden Nordsee“
Grünes Kino zeigt großartige Bilder eines bedrohten Ökosystems

Lemgo. „Nur Menschlichkeit kann die Menschheit retten.” Diese Botschaft gab Meeresforscher Dr. Udo Engelhardt rund 70 Kinobesuchern im Hansa-Kino mit auf den Weg. Sie hatten auf Einladung der Lemgoer Grünen den Film „Die wilde Nordsee. Natur, die sich nicht zähmen lässt“ des Tauchers und Naturfilmers Peter van Rodijnen gesehen. Fast alle Gäste blieben zum anschließenden Gespräch, moderiert von Organisator Dr. Burkhard Pohl.
Ob Ruderfußkrebse, Papageientaucher oder Riesenhaie: Der Film schildert in faszinierenden Bildern die Artenvielfalt der Nordsee. Zur Sprache kommen auch die Gefährdungen des Ökosystems durch Schleppnetzfischerei, durch Energieförderung und durch den Klimawandel. Dieser treffe die Meere besonders empfindlich, sagte Engelhardt. Die Nordsee erwärmt sich stark, so wie alle anderen Meere auch, und das belastet viele Arten. Abgesehen vom Schmelzen der Pole haben die Meere den größten Teil der Erderwärmung zu verkraften.
Die Fischerei hat sich zum Positiven verändert, auch das zeigt der Film – für wirksamen Schutz braucht es hier aber strenge Regeln. Fischfarmen sind keine Lösung: Krill als Fischnahrung zum Beispiel wird in der Antarktis für norwegische Lachsfarmen gefangen.
Der Film setzt aber auch Zeichen der Hoffnung – in die Bildung, in die Einsicht, in die Rückkehr bestimmter Arten. Auch Udo Engelhardt wurde gefragt, wie man die Meere denn noch retten könne. Wichtig sei es, Aufmerksamkeit zu schaffen und Organisationen für den Meeresschutz zu unterstützen, zum Beispiel Sea Shepherd, antwortete er. Insgesamt brauche es politischen Druck, damit sich der Mensch wieder auf ein natur- und menschenverträgliches Handeln besinne. Dieser Druck sei gerade heute nötig, so Burkhard Pohl, da die EU und die nationale Politik wieder über den Meeresschutz beraten.
PM Die Grünen Lemgo



