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Sport

Starke erste Hälfte bleibt ohne Ertrag

Mit bis zu sechs Treffern lag man in den ersten 30 Minuten in Front. Vieles sah zunächst nach einem dominanten Heimspiel aus. Doch nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt und die Gäste drehten diePartie. Am Ende musste sich der TBV Lemgo Lippe dem HC Erlangen am 28. Spieltag der LIQUI MOLY HBL am Samstagabend mit 27:33 (18:15) geschlagen geben. „In Halbzeit zwei fehlten uns auch ein paar Körner. Jetzt gilt es, den Mund abzuwischen und weiterzumachen“, sagte TBV-Co-Trainer Matthias Struck im Anschluss an die Partie.

Zum Spielverlauf: Als Andreas Cederholm nach knapp fünf Minuten zum zweiten Mal einen Wurf im Erlanger Tornetz unterbrachte, stand es bereits 5:2 für den TBV. Auch ohne ihren kurzfristig erkrankten Cheftrainer Florian Kehrmann erwischten die Lipper einen guten Start ins Spiel. Folgerichtig bat HC-Trainer Raúl Alonso seine Mannen bereits nach wenigen Minuten zur taktischen Besprechung. Kurz darauf stellte Lukas Zerbe per Gegenstoß dann zunächst noch auf 6:2, doch innerhalb von weniger als zwei Minuten trafen die Mittelfranken dann gleich dreimal in Folge und verkürzten so auf 6:5. Davon ließ sich der TBV jedoch in Halbzeit eins keinesfalls aus dem Konzept bringen: Erst Elísson, dann Suton und schließlich erneut Cederholm erhöhten den Spielstand auf 11:7 (17.). Es herrschte ausgelassene Stimmung unter den gut 2300 Zuschauern in der Phoenix Contact-Arena – maßgeblichen Anteil daran hatte ein überaus spielfreudiger Andreas Cederholm, der in den ersten 30 Minuten aus allen Lagen trafund zur Halbzeit bereits satte achtmal erfolgreich war.

Als Elísson fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff per Strafwurf auf 17:11 stellte, sah vieles danach aus, als würde sich der TBV bereits früh einen entscheidenden Vorsprung herausspielen. Doch erneut bewiesen bissige Erlangener starke Comeback-Qualitäten und brachten sich innerhalb kurzer Zeit wieder zurück in die Partie. In den Schlussmomenten von Durchgang eins wurde es dann noch einmal hektisch und hitzig: Erst wurde Carlsbogård ein Schrittfehler abgepfiffen, dann beeinträchtigte der Schwede die Ausführung des fälligen Freiwurfs aus Sicht der Schiedsrichter entscheidend und musste dafür zwei Minuten auf die Bank. Mit der Halbzeitsirene erzielte der HC dann noch das 18:15. Viele Zuschauer hatten den Ball zu spät im Netz landen sehen, doch die Unparteiischen gaben den Treffer. Mit „nur“ drei Toren Vorsprung und einer Menge Emotionen ging es also in die Kabine.

Den besseren Start in Halbzeit zwei erwischten dann die Gäste: Zwar konnte der eingewechselte Finn Zecher noch den ersten, völlig freien Wurf von Christopher Bissel stark parieren, doch der HC-Linksaußen traf in der Folge trotzdem doppelt, bevor sein Pendant auf rechts, Johannes Sellin, sogar zum 18:18 ausglich. Es entwickelte sich bis zur 40. Minute ein temporeicher Schlagabtausch. Dann ging der HC zum zweiten Mal an diesem Abend in Führung – und vor allem Gäste-Keeper Kim Sonne-Hansen drehte nun so richtig auf. Kaum ein Lemgoer Wurfversuch fand noch den Weg vorbei am starken Dänen. So setzte sich Erlangen zunächst auf 22:24 ab, doch Lemgo kam noch einmal zurück, als Gedeón Guardiola knapp 15 Minuten vor Ende zum 25:24 traf, wurde die Halle noch einmal richtig laut.
Doch in der Schlussphase – und gerade im Spiel Sieben-gegen-Sechs – schlichen sich nun immer mehr Fehler ins Lemgoer Angriffsspiel ein, während Erlangens Rückraum-Shooter Jeppsson und Metzner in der Crunchtime fast alles trafen. Zwar kämpften die TBV-Akteure bis zum bitteren Ende, doch das änderte nichts daran, dass spätestens der Treffer von Sellin zum 26:32 in der 57. Spielminute die Lemgoer Heimniederlage besiegelte.

TBV-Co-Trainer Matthias Struck zur Partie: „Wir sind heute sehr gut gestartet und haben zu Beginn genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der Abwehr standen wir gut und waren beweglich. So haben wir den HC zu Ballverlusten gezwungen und konnten ins Tempospiel umschalten. Halbzeit zwei war dann leider wie ein Spiegelbild für uns. Erlangen hat genau das gezeigt, was uns in den ersten 30 Minuten stark gemacht hat: eine bewegliche und unangenehme Deckung und daraus resultierend ein starkes Tempospiel. So sind wir schließlich in Rückstand geraten und konnten uns auch im Sieben-gegen-Sechs keine Vorteile mehr erspielen.“

TBV Lemgo Lippe: Johannesson, Zecher; Hutecek, Elísson (8/2), Simak (1), Carlsbogård (1), Schagen (1), Schwarzer, Suton (5), Zerbe (1), G. Guardiola (1), Cederholm (9), Reitemann, Blaauw, Geis

PM TBV Lemgo Lippe

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