SPD-Kreistagsfraktion kritisiert die Abschaffung des kostenlosen Schülertickets
Die Mehrheit des Kreistags hat beschlossen, das bisher kostenlose Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler der kreiseigenen Schulen ab dem Schuljahr 2026/2027 deutlich einzuschränken. Mit dieser Entscheidung folgt die Kreistagsmehrheit dem politischen Kurs des Landrats, den ÖPNV für junge Menschen in Lippe nicht weiter auszubauen, sondern einzugrenzen. Künftig soll das Ticket nur noch denjenigen kostenlos zur Verfügung gestellt werden, die nach der Schülerfahrkostenverordnung NRW anspruchsberechtigt sind. Die SPD-Kreistagsfraktion Lippe lehnt diese Entwicklung entschieden ab.
Nach Auffassung der SPD trifft die Abschaffung vor allem junge Menschen, die formal keinen Anspruch auf ein Ticket haben, aber dennoch auf bezahlbare Mobilität angewiesen sind. „Viele Schülerinnen und Schüler nutzen das Deutschlandticket nicht nur für den Schulweg, sondern auch für Praktika, Freizeitangebote, Sportvereine, ehrenamtliches Engagement, Kultur und soziale Kontakte. Wer jungen Menschen diese Möglichkeit nimmt, schränkt ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein.“, so die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.
Landrat Meinolf Haase begründet die Streichung vor allem mit einer finanziellen Entlastung des Kreishaushalts. Für die SPD ist jedoch klar: Haushaltskonsolidierung darf nicht zuerst auf dem Rücken von Kindern, Jugendlichen und Familien ausgetragen werden. „Die Einsparung mag kurzfristig im Haushalt sichtbar sein. Die sozialen Folgekosten sind es nicht. Wer Mobilität einschränkt, erschwert Bildungschancen, außerschulische Aktivitäten und die selbstständige Entwicklung junger Menschen.“, so Ilka Kottmann.
Die SPD kritisiert zudem, dass durch die neue Regelung wieder stärker zwischen anspruchsberechtigten und nicht anspruchsberechtigten Schülerinnen und Schülern unterschieden wird. Das schafft wieder zusätzlichen Verwaltungsaufwand.
„Ein kostenloses Deutschlandticket für alle Schülerinnen und Schüler der kreiseigenen Schulen ist mehr als eine freiwillige Leistung. Es ist der Beitrag zu Chancengleichheit und einem familienfreundlichen Kreis Lippe“, betont die SPD-Kreistagsfraktion. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Mehrheit des Kreistags diesen Wert höher gewichtet.“, so Ilka Kottmann abschließend.
Pressemitteilung SPD-Kreisverband Lippe
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