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Shisha-Shop „LeAhmo“ zieht an den Marktplatz ins „Haus zum Stadtwappen“

Lemgo. In der Lemgoer Innenstadt steht eine markante Veränderung bevor: Der Shisha- und Zubehör-Shop „LeAhmo“ verlässt seinen bisherigen Standort in der Mittelstraße 49 (ehemals „1000 Rosen“) und zieht zum 2. Februar direkt an den Marktplatz. Neuer Standort ist eines der geschichtsträchtigsten Gebäude der Hansestadt: das aus dem 13. Jahrhundert stammende „Haus zum Stadtwappen“ (Mittelstr. 54) gegenüber dem Rathaus. Wo zuvor „Hausmann Optik“ ansässig war, weicht nun traditionelles Handwerk und kompetente Beratung einem modernen Trend-Sortiment.

Zwischen Denkmalschutz und Renditedruck

Die Neuvermietung in dieser renommierten Lage befeuert eine Debatte, die weit über das Sortiment des betreffenden Ladens hinausgeht. Es ist der Kontrast zwischen der historischen Kulisse des 13. Jahrhunderts und einer Nutzung, die viele Bürger eher in Nebenzentren als in der „guten Stube“ der Stadt vermuten würden.

Der erst seit einigen Wochen für das Objekt zuständige zuständige Makler Sven-Eric Bierhenke findet dazu ungewöhnlich deutliche Worte. Die Vermittlung sei über bestehende Kontakte zustande gekommen, doch die Entscheidung lag letztlich bei der verwaltenden Gesellschaft der Immobilie.

„Letztendlich wollte die die Immobilie verwaltende Gesellschaft wieder Einnahmen generieren und hat sich für den Mieter entschieden“, so Bierhenke. Die Gesellschaft habe fast ein Jahr gesucht und die Miete in der Zwischenzeit deutlich reduziert: ohne Ergebnis. Er macht keinen Hehl aus seiner persönlichen Einschätzung zur Stadtentwicklung: „Ich hätte mir für Lemgo eine andere Lösung gewünscht.“

Die Gewerbefläche daneben im gleichen Gebäude (ehemals Nanu Nana) steht ebenfalls zur Vermietung. Bierhenke hofft nun auf einen zum Trendsortiment des Shisha Shops passenden Partner. „Ein Plattenladen beispielsweise, oder Trendmode für Jugendliche“. Dann bestünde durchaus die Chance, das Projekt insgesamt positiv zu besetzen, nämlich als alternatives Mehrangebot für die Innenstadt.

Das Dilemma der Eigentümer

Der Fall „LeAhmo“ macht ein strukturelles Problem der Kleinstadt-Zentren sichtbar:

  • Wirtschaftlicher Zwang: Um Leerstand in großen, denkmalgeschützten Objekten zu vermeiden, greifen Verwalter häufig nach dem erstbesten zahlungskräftigen Mieter, um den Cashflow zu sichern.
  • Image-Frage: Während der Marktplatz als touristisches Aushängeschild gilt, verändert sich durch solche Ansiedlungen die Wahrnehmung des Standorts. Die Frage bleibt: Wie viel Einfluss hat die Stadtgesellschaft noch auf den Besatz ihrer wichtigsten Immobilien, wenn private Interessen im Vordergrund stehen?

Ein Signal für die Mittelstraße?

Durch den Umzug wird zudem die Ladenfläche des Gebäude „1000 Rosen“ in der Mittelstraße wieder frei. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Wechsel eine Kettenreaktion auslöst oder ob sich die Dynamik der Leerstände nun lediglich an eine andere Stelle verlagert. Auch wenn einige Erfolge in Sachen Leerstand in der Innenstadt zu verzeichnen sind und Lemgo weiterhin über eine großer Anzahl engagierter Händler und gut sortierter Geschäfte verfügt: die Diskussion um die Aufenthaltsqualität und das verfügbare Sortiment im Einzelhandel in der Innenstadt wird nicht enden.

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Hausmann Optik

Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.

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