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Niederlage zum Auftakt: TBV unterliegt Rekordmeister Kiel

Die erneute Sensation ist ausgeblieben. Der TBV Lemgo Lippe musste sich am ersten Spieltag der Opel Handball-Bundesliga letztendlich deutlich mit 27:35 (15:17) beim THW Kiel geschlagen geben. In der mit 9.975 Fans gefüllten Merkur Ostseehalle hielten die Lipper die Begegnung knapp 40 Minuten offen, verpassten es nach dem Start der zweiten Halbzeit jedoch die eigenen Chancen in Tore umzumünzen.

Mit Blick auf den Kader musste der TBV in der Kieler Ostseehalle weiterhin verletzungsbedingt auf Bobby Schagen, Jan Mudrow und Leve Carstensen verzichten. Doch es gab auch positive Nachrichten: Pavels Valkovskis meldete sich pünktlich zum Saisonstart fit und stand somit erstmals im Aufgebot von Trainer Florian Kehrmann. Vom Team HandbALL komplettierte Danny Stypanski das Duo auf der linken Außenbahn.

Auf Rechtsaußen starteten die Lipper mit Nicolai Theilinger, der seinen Meister jedoch zunächst zweimal in Andreas Wolff fand. Doch nicht nur der deutsche Nationaltothüter in Reihen der Zebras fand direkt in die Begegnung, sondern auch Constantin Möstl. Der Österreicher hielt gleich zwei Hundertprozentige von Rune Dahmke sowie Julian Köster und den TBV, der früh unter Druck geriet, damit im Spiel (8., 2:4). Die TBV-Abwehr tat sich in der Anfangsphase schwer gegen das starke Eins-gegen-Eins-Spiel von Elias Skipagötu und die enorme Wurfkraft von Eric Johansson, die das Heimteam mit jeweils zwei Toren mit 3:7 (11.) in Führung brachten.

In der Folge schienen die Lipper jedoch auch einen Schwachpunkt im Kieler Abwehrbollwerk ausgemacht zu haben: Immer wieder überspielten sie die offensive 6:0-Abwehr der Hausherren und setzen Joel Willecke am Kreis in Szene, der sein Team mit seinen Toren zwei, drei, vier und fünf innerhalb weniger Minuten zurück ins Spiel brachte (14., 8:9). Die Kieler zeigten sich davon jedoch nur kurz beeindruckt und konnten sich durch Domen Makuc und Julian Köster wieder absetzen (21., 10:13). Nach sechs Minuten ohne eigenen Treffer, fasste sich Kapitän Tim Suton ein Herz und verkürzte auf 11:13 (22.). Unaufgeregt kämpfte sich der TBV ein zweites Mal zurück (24., 13:14), leistete sich jedoch immer dann, wenn das Spiel zu kippen schien, zu viele einfache Fehler.

Für einen Schreckmoment sorgte dann Suton, der sich kurz vor der Pause an den Fuß fasste und zunächst angeschlagen auf der Bank Platz nahm. Früher als geplant feierte dadurch Valkovskis sein Debüt und sorgte bereits nach wenigen Sekunden für ein erstes Ausrufezeichen: Mit einem starken Rückraumwurf ließ der 21-jährige Wolff nicht den Hauch einer Chance und verkürzte den Rückstand einmal mehr auf 14:16 (28.). Zur Halbzeitpause blieben die Lipper den Zebras dicht auf den Fersen (30., 15:17).

Zu Beginn des zweiten Abschnitts konnten die Lemgoer Fans und Verantwortlichen dann erst einmal aufatmen: Suton konnte weiterspielen. In der Anfangsphase prägten jedoch zwei andere die Begegnung: Andreas Wolff und Constantin Möstl, die mit starken Paraden dafür sorgten, dass der Spielstand auch nach 35 Minuten noch unverändert 15:17 lautete. Durch den ersten Siebenmeter für den TBV war es schließlich Samuel Zehnder, der für den ersten Treffer der zweiten Halbzeit sorgte (36., 16:17).

In der Folge riss jedoch ein stark aufspielender Makucdie Begegnung immer mehr an sich: Nach einem Steal traf der MVP der vergangenen Champions League-Saison ins

leere Tor und erzielte damit seinen ersten Treffer für den THW (37., 16:19) – fünf weitere sollten folgen. Zu oft lud der TBV die Kieler anschließend mit Fehlern zu einfachen Toren ein. Die Gastgeber nutzten diese Schwächephase eiskalt aus und setzen sich mit einem 4:0-Lauf auf 18:24 (42.) ab. Zwar wehrten sich die Lemgoer weiter leidenschaftlich gegen die drohende Niederlage, hatten am heutigen Tag jedoch nicht genügend entgegenzusetzen und fanden ihren Meister zu oft (15x) in THW-Keeper Wolff. Bester Werfer des TBV bei der 27:35-Niederlage war mit sieben Toren Joel Willecke.

Weiter geht es für den TBV in der kommenden Woche mit einer englischen Woche. Zum Heimspiel-Auftakt begrüßt das Team von Kehrmann am Donnerstag (3.9., 19 Uhr) die HSG Wetzlar in der Phoenix Contact-Arena. Für das Duell gegen die Hessen sind bislang 4.000 Tickets verkauft. Karten sind weiterhin an allen Vorverkaufsstellen und im Online-Ticketshop erhältlich. Nur drei Tage später trifft der TBV auswärts auf Aufsteiger Bietigheim (6.9., 16:30 Uhr).

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann:„Insgesamt hat meine Mannschaft heute zum Auftakt wieder eine leidenschaftliche Leistung gebracht. Wir hatten am Anfang Probleme und haben den THW in Vorlage gebracht. Dann kämpfen wir uns zurück ins Spiel, mussten dafür allerdings sehr viel investieren und hohes Tempo gehen. Kiel hat dann von seinem breiten Kader mit viel Qualität profitiert, was in der zweiten Halbzeit den Ausschlag gegeben hat. Allerdings müssen wir uns vorwerfen zu Beginn des zweiten Abschnitts zu viele eigene Chancen nicht genutzt zu haben. In dieser Phase hätten wir das Spiel ganz eng machen können, stehen super in der Abwehr, verwerfen jedoch 2-3 freie Bälle. Im Anschluss leisten wir uns dann zu viele Fehler, wodurch der THW davonziehen konnte. Hinten raus habe ich es dann vielleicht in Kauf genommen, dass wir das Spiel mit 2-3 Toren zu viel verlieren. Trotzdem: Hut ab für die leidenschaftliche Leistung meiner Mannschaft. Wir haben viel investiert und sind dahin gegangen, wo es wehtut. Kiel hat das heute aber auch sehr gut gemacht und verdient gewonnen.“

THW Kiel – TBV Lemgo Lippe 35:27 (17:15)

THW Kiel: Perez de Vargas, Wolff (14 P., 1); Faust, Duvnjak, Reinkind 2, Köster 3, Madsen, Laube, Johansson 4, Ankermann, Dahmke 4, Zerbe 7/5, Szilagyi 1, Makuc 6, Skipagötu 4, Nacinovic 3

TBV Lemgo Lippe: Möstl (7 P.), Ebner (1 P.); Hutecek 1, Theilinger, Zehnder 4/1, O’Sullivan 1, Wanner 3, Nyfjäll 1, Suton 5, Willecke 7, Versteijnen 1, Valkovskis3, Wagner 1, Stypinski

TBV Lemgo Lippe

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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