Neues Leben für die „Alte Abtei“: Hotel Annenhof am Abteigarten wächst
Lecker Lemgo – Essen & Trinken | Ein Gastroführer Teil 3: Hotel Annenhof und die Alte Abtei
LEMGO. Lange war es ruhig um die Erweiterung des Hotel Annenhof, doch nun laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Die historische „Alte Abtei“ am Lindenwall wird umfassend saniert und in den Hotelbetrieb integriert. Was ursprünglich schon viel früher geplant war, nimmt nun Gestalt an: Ein Mix aus Denkmalschutz, modernen Apartments und einem ambitionierten Energiekonzept.
Ein Projekt mit Verzögerung
Eigentlich sollte das Projekt „Neubau und Alte Abtei“ bereits vor Jahren realisiert werden. Die Planungen reichen bis ins Jahr 2017 zurück,. Doch es gab Hürden: Zunächst verzögerte sich der Auszug der Volkshochschule, da das Wippermannsche Haus nicht rechtzeitig fertig wurde. „Die Stadt war noch fast ein Jahr lang Mieter, als das Hotel schon im Betrieb war“, erklärt der an den Planungen beteiligte Maik Soukal. Als dann die Corona-Pandemie folgte, bekam man „kalte Füße“ und schob die Investition erst einmal auf.
Nun aber wird investiert. „Von nichts kommt nichts“, so Maik Soukal. Das historische Gebäude, das ohnehin Unterhaltskosten verursacht, soll nun endlich wirtschaftlich genutzt werden.
Vom Gartensaal bis zum Dachgeschoss
Das Nutzungskonzept sieht eine klare Aufteilung vor, wie Inhaberin Tina Langner erläutert. Im Dachgeschoss entstehen neue Hotelzimmer, die sich stilistisch am bereits bestehenden Hotel Annenhof orientieren. In den darunterliegenden Etagen wird es individueller: Hier entstehen großzügige Apartments (bis zu 70 Quadratmeter) mit Selbstversorgungsmöglichkeit und eigenen Küchenzeilen.
Besonders wichtig für Lemgoer: Die historischen Säle bleiben erhalten. „Der sogenannte Gartensaal wird tatsächlich unverändert bleiben und weiterhin für Gesellschaften oder vielleicht Standesamt-Trauungen nutzbar sein“, berichtet Architekt Reinhard Schwakenberg. Die Räume sollen ihren eigenen Charakter behalten, aber modernisiert werden.
Ausgezeichnete Architektur als Maßstab
Dass bei dem Umbau architektonisch hohe Maßstäbe angelegt werden, ist bereits am bestehenden Neubau sichtbar. Das Architekturbüro b44 architekten (Reinhard Schwakenberg) wurde für das Hotel Annenhof mit dem renommierten „Architekturpreis BDA Ostwestfalen-Lippe 2023“ ausgezeichnet,. Die Jury würdigte dabei die hohe Architekturqualität in der historischen Umgebung und wählte das Projekt als eines von nur sechs ausgezeichneten Arbeiten aus,. Die Kreativität, die laut dem Team bereits beim preisgekrönten Neubau ausgelebt wurde, soll nun auch durch Highlights in den neuen Apartments Einzug halten. Das auch anfängliche Kritiker der in Rost-Optik gestalteten Fassade des Annenhofes mittlerweile die Ästhetik loben, freut den sich im ‚Unruhestand‘ befindlichen Architekten besonders.
Überraschungen im Mauerwerk
Die Sanierung eines Hauses aus dem 16. Jahrhundert ist kein leichtes Unterfangen. Architekt Schwakenberg berichtet von „Überraschungen“, die vor allem aus einem Umbau in den 1970er-Jahren stammen. Damals hatte das Hochbauamt der Stadt das Gebäude zur Volkshochschule umfunktioniert und dabei komplizierte Stahlkonstruktionen eingezogen, die nun erst entdeckt und brandschutztechnisch bewertet werden mussten.
Trotz der technischen Herausforderungen läuft die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz – sowohl in Lemgo als auch in Münster – laut Schwakenberg „sehr kooperativ“. Äußerlich hat das Gebäude bereits ein neues Dach erhalten; sobald das Wetter es zulässt, folgen Fassadenarbeiten und der Einbau neuer Fenster, die energetisch fast Neubaustandard im Dachgeschoss erreichen sollen.
Sonnenkraft und Regionalität
Ein Steckenpferd von Mike Soukal ist die Energieeffizienz. Ziel ist es, die Betriebskosten zu senken und diese Ersparnis an die Gäste im Hotel und Biergarten weiterzugeben. Bereits im letzten Sommer konnte das Hotel 35 Prozent seines Strombedarfs selbst decken.
Mit der neuen Anlage auf dem Dach der Alten Abtei – rund 112 Module – und Batteriespeichern soll dieser Wert massiv gesteigert werden: „Unser Ziel ist, dass wir auf knapp 70 Prozent unseres Jahresstrombedarfs kommen“, erklärt Soukal,.
Auch bei der Bauausführung setzt man auf lokale Stärke: Wo immer möglich, werden Gewerke aus Lemgo oder der näheren Umgebung beauftragt. Wie übrigens auch beim Einkauf im gesamten Betrieb (Kaffeehaus, Biergarten und Hotel), merkt Chefin Tina Langner stolz an.
Das Team wächst: Neue Stellen und flexible Modelle
Mit der räumlichen Erweiterung wächst auch der Bedarf an Personal. „Wir werden den einen oder anderen im Housekeeping definitiv zur Unterstützung noch benötigen“, erklärt Tina Langner. Insbesondere wird eine Hausdame gesucht, die speziell die neuen Apartments und die öffentlichen Bereiche im Blick behält. Zudem sucht das Hotel für den kommenden Sommer eine neue Auszubildende. Dabei setzt der Betrieb auf eine familiäre Atmosphäre und moderne Arbeitszeitmodelle: Im Rezeptionsbereich wird beispielsweise bereits eine Vier-Tage-Woche praktiziert
Eröffnung zum Jahreswechsel?
Wann genau die ersten Gäste in der Alten Abtei schlafen können, steht noch nicht auf den Tag genau fest. „Fertig ist, wenn fertig“, sagt Chefin Langner pragmatisch. Intern peilt das Team jedoch den Jahreswechsel an – vielleicht schon passend zu Kläschen?
Link zur Webseite des Hotels: https://hotel-annenhof.de/

Foto von 2024









