Industrieausschuss der IHK Lippe sendet Hilferuf an die Politik: „Es ist fünf nach zwölf!“

Der Industrieausschuss der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) sieht Deutschland am Scheideweg. „Wenn wir so weiter machen wie bisher, fahren wir die meisten Unternehmen, unsere Wirtschaft, aber auch das Land vor die Wand!“, mahnt Melanie Lehmann, Vizepräsidentin der IHK Lippe und stellvertretende Vorsitzende des Industrieausschusses. „Es muss große Reformen geben, die unangenehm sind! Ohne die Komfortzone zu verlassen, wird es nicht gehen.“
Der Industrieausschuss der IHK Lippe hat in einem Brief an die Bundes- und Landesregierung sowie die Abgeordneten des EU-Parlaments und des Bundes- und Landtages zu schnellen und wirklich mutigen Reformen aufgefordert. „Es ist fünf nach zwölf! Energiekosten, Lohn- und Lohnnebenkosten, Wochenarbeitszeiten, Urlaubs- und Krankheitstage, Bürokratie und Dokumentationspflichten – das alles ist nicht mehr wettbewerbsfähig“, zitiert Svenja Jochens, Hauptgeschäftsführerin der IHK Lippe, die Mitglieder des Ausschusses.
Die Unternehmen selbst müssten sich in einer zunehmend unsicheren und krisengeschüttelten Welt neu aufstellen, berichtet Jochens. Die weltweite Konkurrenz befinde sich bei wichtigen Technologien wie KI, Automatisierung und Mobilität auf der Überholspur: „Die lippischen Unternehmen müssen gleichzeitig in Resilienz, in neue Märkte, in Produktinnovation und die Digitalisierung der eigenen Organisation investieren. Dafür brauchen sie maximalen Spielraum!“
Die Mitglieder des Ausschusses fordern dazu unter anderem eine sofortige Entlastung bei den Energiekosten, eine Senkung der Steuerlast, nachhaltige Reformen der Sozialsysteme und des Arbeitsmarkts sowie geeignete Maßnahmen zur Senkung der Lohnkosten.
„Wir haben es selbst in der Hand“, ist Oliver Voßhenrich, Vizepräsident der IHK Lippe und Vorsitzender des Industrieausschusses, überzeugt. „Die Standortkosten müssen runter! Wir brauchen langfristig verlässliche Rahmenbedingungen, einen echten Bürokratieabbau, weniger Regulierung und die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen.“ So könnten die Investitionsbedingungen in Deutschland grundlegend verbessert werden.
Mit einer gezielten Förderung von Schlüsseltechnologien, einer leistungsorientierten Grundeinstellung jedes Einzelnen und einem leistungsfähigen Bildungssystem bringen wir Deutschland wieder auf Kurs“, nennt Voßhenrich weitere Faktoren. Die lippischen Unternehmen stünden zum Standort. Und sie hätten den Glauben an die eigene Stärke noch nicht verloren: „Wir müssen den Spirit wieder herstellen: Wir können – wenn wir wollen!“
Pressemitteilung IHK Lippe



