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„Prüfen. Rufen. Drücken.“: Bevölkerungsschutz und Klinikum Lippe laden zum Reanimationstraining auf den Detmolder Wochenmarkt

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, überall und ohne Vorwarnung. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, zählt jede Sekunde, denn das menschliche Gehirn nimmt bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff schweren Schaden. Um Berührungsängste abzubauen und lebensrettendes Wissen aufzufrischen, beteiligen sich der Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe und die Kinderklinik des Klinikums Lippe an der heute beginnenden bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“.

Am Samstag, 26. September, laden die Akteure von 9 bis 13 Uhr alle Interessierten zu ihrem Informations- und Aktionsstand auf den Detmolder Wochenmarkt ein. Unter dem bekannten Motto „Prüfen. Rufen. Drücken.“ kann sich die Bevölkerung informieren und selbst aktiv werden. An speziellen Übungspuppen – vom Säugling bis zum Erwachsenen – zeigt das Fachpersonal, worauf es ankommt. Wer möchte, darf vor Ort selbst Hand anlegen und die lebensrettende Herzdruckmassage trainieren. Da es sich um eine Open-Air-Aktion handelt, findet die Aktion nur bei gutem Wetter statt.

Wie dringend notwendig dieses Training ist, zeigen die offiziellen Daten des Deutschen Reanimationsregisters: Jedes Jahr erleiden in Deutschland schätzungsweise rund 130.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Obwohl rund 70 Prozent dieser Notfälle im privaten Umfeld – also zu Hause bei Familie, Freunden oder Nachbarn – passieren, liegt die Laienreanimationsquote in Deutschland laut der Registerdaten bei rund 53,5 Prozent. Das bedeutet: In fast jedem zweiten Fall verstreicht wertvolle Zeit, ohne dass lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden.

Dass im Kreis Lippe bereits heute viel getan wird, um dieses sogenannte therapiefreie Intervall zu verkürzen, zeigt die Arbeit in der Leitstelle des Kreises, in der alle Notrufe über die 112 auflaufen. Die Disponenten sind speziell geschult: Wird am Telefon ein Herz-Kreislauf-Stillstand erkannt, leiten sie die Anrufer mittels einer Telefonreanimation Schritt für Schritt an, bis die Einsatzkräfte eintreffen. Niemand wird in dieser Extremsituation allein gelassen. Allein in diesem Jahr zählt die Leitstelle bereits 193 Telefonreanimationen.

Zusätzlich setzt der Kreis seit Sommer 2022 auf das App-basierte Ersthelfer-System „KatRetter“. Aktuell verzeichnet das System in Lippe 765 Teilnehmer. Wie unverzichtbar die Ersthelfer vor Ort sind, belegt die Bilanz des vergangenen Jahres: Im Jahr 2025 musste das Rettungspersonal im Kreisgebiet insgesamt 184 Mal eine Reanimation durchführen. In 82 dieser Fälle konnte dank des schnellen Einsatzes von KatRettern bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

Wie wichtig das reibungslose Ineinandergreifen aller Rädchen ist, unterstreicht die Beteiligung des Klinikums Lippe. Um die Behandlungsqualität nach einem Herzstillstand weiter zu optimieren, nimmt das Klinikum seit diesem Jahr offiziell am innerklinischen Reanimationsregister teil. Damit wird die Erfassung dieser Notfälle von der Straße bis auf die Intensivstation lückenlos nachgehalten, getreu dem Motto: Nur was gemessen wird, kann auch verbessert werden

„Niemand kann bei einer Reanimation etwas falsch machen. Der einzige Fehler ist, nichts zu tun“, betonen die Organisatoren des Aktionstages. „Kommen Sie am Samstag auf dem Wochenmarkt vorbei, überwinden Sie die Hemmschwelle und werden Sie im Ernstfall zum Lebensretter!“

Neben dem praktischen Training an den Puppen informieren die Experten vor Ort auch über die Funktionsweise des „Katretter“-Systems und wie sich medizinisch geschulte Bürgerinnen und Bürger als Ersthelfer registrieren lassen können.

PM Kreis Lippe

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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