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OWL zu Gast in Lemgo: Wärmewende bei Fachtagung im Mittelpunkt

Seit Jahren beschäftigen sich Fachleute und Kommunen mit der Kommunalen Wärmeplanung. Gestern trafen sich rund 170 von ihnen zu einer Regionaltagung „Wie gelingt die Wärmewende in OWL?“ in der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) in Lemgo. Wie sieht die Wärmeversorgung in OWL in 20 Jahren aus? Welche Lösungen finden Kommunen und Stadtwerke abseits fossiler Energien? Das Ergebnis: Auch und besonders im ländlichen Raum ist die Kommunale Wärmeplanung ein entscheidendes Werkzeug für eine zukunftsfeste und bezahlbare Energieversorgung.

 „Wir stehen vor der Herausforderung, die Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral zu gestalten,“ sagte in seiner Begrüßung TH-OWL-Präsident Professor Dr. Jürgen Krahl. „Fragen der Energiesicherheit und Bezahlbarkeit unterstreichen unsere Aufgabe, unabhängiger von Energieimporten zu werden und nachhaltige Alternativen zu entwickeln und zu implementieren.“

70 Prozent der CO2-Emissionen aus Haushalten werden beim Heizen verursacht. Für Jürgen Wrona vom OWL-Regionalverband im Landesverband Erneuerbare Energien NRW ist der Wärmesektor daher ein „schlafender Riese und die Königsdisziplin der Energiewende“. Mit Blick nach Skandinavien ist Wrona überzeugt, dass das Ziel „Klimaneutrales Heizen bis 2045“ erreichbar ist. „Die technischen Lösungen sind alle vorhanden,“ unterstrich Professor Dr. Johannes Üpping von der TH OWL. „Wir wissen, wie wir das machen müssen. Jetzt geht es darum, mit der Kommunalen Wärmeplanung als Kompass zur Investitionsstrategie zu kommen.“

Bürgermeister und Gastgeber Markus Baier weiß um die Herausforderungen, die vor der Alten Hansestadt Lemgo und anderen Kommunen liegen: „Unser langfristiges Ziel ist klar, die klimaneutrale Wärmeversorgung unserer Stadt. Auf diesem Weg sind wir aber nicht erst seit der Verabschiedung des Wärmeplanungsgesetzes unterwegs. Wir arbeiten seit Jahren daran, nachhaltig zu denken, uns von endlichen Energiequellen zu lösen und unsere Ressourcen und unser Potenzial vor Ort schlau zu nutzen.“

Zentraler Teil der Lemgoer Pläne für die klimaneutrale Wärmeplanung sind die Stadtwerke Lemgo. Für Geschäftsführer Matthias Sasse ist es dabei wichtig, dass die Stadtwerke vielseitig aufgestellt sind: „Wir denken in alle Richtungen, nur so können wir unsere eigenen ehrgeizigen Pläne, den Anteil erneuerbarer Energien in unserer Wärmeerzeugung zu erhöhen, erreichen. Bereits jetzt haben wir unter anderem Wärmepumpen, die die Umweltwärme der Bega und des geklärten Wassers aus der Kläranlage nutzen, und unsere Solarthermieanlage, die die Kraft der Sonne nutzt, im Einsatz. Zudem bauen wir zurzeit einen Großwärmespeicher, der erneuerbar erzeugte Wärme speichern wird, und auch die Energiegewinnung aus Biomasse soll noch hinzukommen.“

Dr. Tanja Busse steuerte in kurzweiligen Interviewformaten durch den Lösungsgipfel. „Die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Themas Wärme trifft auf klamme Kassen in den Kommunen und eine Fülle gleichzeitiger Aufgaben. Welche Unterstützung können die Bürgermeister abrufen und wo?“, fragte die Moderatorin Christian Mildenberger, den Geschäftsführer der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate. „Mit dem Wärmewende-Coaching bietet NRW.Energy4Climate Unterstützung für alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Dies umfasst neben der Entwicklung wirksamer Strategien für die Wärmewende vor Ort auch Initialberatungen zu Betreibermodellen und Finanzierungsoptionen“, erläuterte Christian Mildenberger. „Und wir wollen auch lernen aus OWL.“

Organisiert hatte den Lösungsgipfel „Wärmewende in OWL“ eine Gruppe aus der Region selbst, zusammen mit Petra Schepsmeier, Mitarbeiterin bei NRW.Energy4Climate und verantwortliche Projektleiterin der Klimakampagne OWL. „Gemeinsam und bedarfsgerecht Angebote für alle machen, das ist typisch Klimakampagne OWL“, sagte sie. Diese Region sei seit Jahren Vorreiter in Sachen Kampagnenarbeit und Vernetzung. „Auch dieser Lösungsgipfel mit den vielen Referenten aus OWL zeigt die Dynamik dieser Region und den unbedingten Willen der Akteure, gemeinsam den kommunalen Klimaschutz voranzutreiben.“

PM Stadt Lemgo

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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