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Bürgerbus Lemgo: Jetzt werden Ehrenamtliche gesucht – Auftaktveranstaltung am 1. Oktober

Der Bürgerbus für Lemgo nimmt konkrete Formen an. Nachdem am Mittwoch der aktuelle Planungsstand im Verkehrsausschuss vorgestellt wurde, informierten Stadtverwaltung und Stadtbus am Donnerstag im Rathaus über die nächsten Schritte. Im Mittelpunkt steht jetzt die Suche nach ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern sowie weiteren Mitstreitern für einen Bürgerbus-Verein. Eine neue Internetseite ist ebenfalls online.

Lemgo. Mehrere Ortsteile und Wohngebiete in Lemgo sind bislang nur unzureichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Der geplante Bürgerbus soll diese Lücken schließen und eine Verbindung zum bestehenden Stadtbusnetz herstellen. Ziel ist insbesondere, Menschen ohne eigenes Auto eine bessere Möglichkeit zu bieten, die Innenstadt zu erreichen.

Bei einem Pressetermin am Donnerstagvormittag im Rathaus wurden weitere Einzelheiten des Projekts vorgestellt. Noch am selben Tag verschickte die Stadt Einladungen via Mail an rund 200 Vereine und Initiativen im gesamten Stadtgebiet und zusätzlich an durch Quartiersarbeit bekannte Ehrenamtliche (300 an der Zahl), um für eine Beteiligung am Bürgerbus zu werben. Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, findet eine öffentliche Auftaktveranstaltung statt.

Fünf mögliche Strecken untersucht

Ein beauftragtes Planungsbüro hat zunächst untersucht, welche Gebiete bislang nur eingeschränkt durch Stadt- und Regionalbusse erschlossen werden. Im Verkehrsausschuss wurden am Mittwoch fünf mögliche Bürgerbus-Routen vorgestellt.

Die untersuchten Verbindungen führen von Reinertsberg über Kirchheide nach Istorf, von Entrup über Niederluhe nach Luerheide sowie von Lüdingheide über einen Treffpunkt am Seniorenheim nach Vogelhorst. Zwei weitere Strecken betreffen den südöstlichen Bereich: von Brake Mitte über Maßbruch und Lütte nach Vogelhorst sowie von Brake Mitte über Wiembeck und Wahmbeck nach Trophagen.

Die Untersuchungen zeigen allerdings auch, dass einzelne Streckenabschnitte für einen sinnvollen Fahrplantakt zu kurz sein könnten. Zudem dürfte es schwierig werden, auf allen Abschnitten eine ausreichende Fahrgastzahl zu erreichen. Als Erfahrungswert nennen die Planer eine Mindestauslastung von 33 Prozent. Deshalb wird geprüft, wie sich einzelne Strecken miteinander kombinieren lassen.

Welche Linien später tatsächlich eingerichtet werden, steht noch nicht fest. Die weitere Planung soll unter Beteiligung der betroffenen Ortsteile und der engagierten Mitstreiter erfolgen.

Kleinbus mit festen Fahrzeiten

Vorgesehen ist ein Kleinbus mit bis zu acht Fahrgastplätzen, der auf festgelegten Strecken nach einem festen Fahrplan unterwegs ist. Dabei soll der Bürgerbus nicht mit dem bestehenden Stadtbus konkurrieren, sondern dessen Angebot ergänzen.

Die Fahrgäste sollen an geeigneten Haltestellen in den Stadtbus umsteigen können. Eine durchgehende Verbindung aus den Ortsteilen bis in die Innenstadt ist nach dem derzeitigen Konzept nicht vorgesehen.

Angestrebt wird ein regelmäßiger Takt von einer, zwei oder drei Stunden. Wie häufig der Bürgerbus tatsächlich fahren kann, hängt unter anderem von der Streckenführung und der Zahl der verfügbaren ehrenamtlichen Fahrer ab.

Interesse bereits vor drei Jahren abgefragt

Bereits vor drei Jahren hatte die Stadt im Rahmen einer Umfrage abgefragt, wie groß die Bereitschaft der Lemgoer wäre, sich in einem Bürgerbus-Verein zu engagieren. Hendrik Schwär-Fröhlich vom Vorstandstab der Stadt zeigte sich damals mit der Resonanz sehr zufrieden.

Nun hofft er, dass aus dem seinerzeit bekundeten Interesse auch eine tatsächliche Mitarbeit wird. Schwerfröhlich zeigte sich beim Pressetermin zuversichtlich, dass sich genügend Menschen finden werden, um den Bürgerbus auf den Weg zu bringen.

Auch die LEADER-Region „3L in Lippe“ unterstützt das Bürgerbus-Projekt mit Fördermitteln der Europäischen Union. Aus Sicht des Regionalmanagements verbindet das Vorhaben eine bessere Anbindung der Ortsteile mit Klimaschutz, gesellschaftlicher Teilhabe und ehrenamtlichem Engagement. Dr.-Ing. Friedrich Falco Knaps vom Büro mensch und region betont, dass insbesondere die Entwicklung tragfähiger Lösungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort ein zentraler Bestandteil der LEADER-Idee sei.

Rund 25 Ehrenamtliche benötigt

Die größte Herausforderung ist derzeit die Gewinnung von Menschen, die sich für den Bürgerbus engagieren möchten. Nach bisherigen Erfahrungswerten werden mindestens rund 25 Personen benötigt, um einen zuverlässigen Betrieb mit zwei Schichten an fünf Werktagen und einer ausreichenden Reserve zu ermöglichen. Weitere Interessierte sind ausdrücklich willkommen.

Wer selbst am Steuer sitzen möchte, muss mindestens 21 Jahre alt sein, seit mindestens zwei Jahren über Fahrpraxis verfügen und einen Führerschein der Klasse B beziehungsweise der früheren Klasse 3 besitzen. Hinzu kommen ein Gesundheitscheck und eine Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung. Die Kosten dafür soll der künftige Verein übernehmen.

Nach den bisherigen Planungen ist mit zwei bis vier Einsätzen pro Monat und einer Dienstzeit von jeweils zwei bis vier Stunden zu rechnen. Die Dienste sollen möglichst auf den persönlichen Alltag der Ehrenamtlichen abgestimmt werden. Eine Absicherung über die Berufsgenossenschaft ist ebenfalls vorgesehen.

Gesucht werden aber nicht ausschließlich Fahrerinnen und Fahrer. Auch bei der Erstellung der Dienstpläne, der Verwaltung und der Organisation des Vereins werden helfende Hände benötigt.

Betriebskosten auf 80.000 Euro begrenzt

Die bisherigen Vorbereitungsarbeiten werden über das LEADER-Programm der Region 3L in Lippe gefördert. Dafür stehen rund 40.000 Euro zur Verfügung. Finanziert werden damit insbesondere die Untersuchungen und die konzeptionelle Vorbereitung des Bürgerbus-Systems.

Für den späteren Betrieb haben Politik und Verwaltung einen jährlichen Kostenrahmen von maximal 80.000 Euro beschlossen. Die bisherige Kostenschätzung des Planungsbüros geht bei vier Touren täglich an fünf Tagen pro Woche von Betriebskosten zwischen 25.000 und 50.000 Euro jährlich aus.

Hinzu kommt die Anschaffung des Fahrzeugs. Die Kosten für einen geeigneten Kleinbus beginnen nach den vorliegenden Planungen bei rund 90.000 Euro. Eine Förderung von bis zu 70.000 Euro ist möglich. Ob das Fahrzeug mit einem alternativen Antrieb ausgestattet werden kann, wird noch geprüft.

Für den künftigen Bürgerbus-Verein besteht zudem die Möglichkeit, eine jährliche Organisationspauschale von 7.500 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen zu erhalten, sofern ein Verbund- oder NRW-Tarif angewendet wird.

Neue Internetseite seit Donnerstag online

Pünktlich zum Beginn der Suche nach Ehrenamtlichen ist am Donnerstag auch die neue Internetseite des Bürgerbus-Projekts freigeschaltet worden. Unter www.buergerbus-lemgo.de⁠ finden Interessierte Informationen zum geplanten Angebot, zu den Voraussetzungen für eine Mitarbeit und zu den weiteren Schritten.

Über ein Kontaktformular können sich Menschen melden, die als Fahrer, bei der Vereinsorganisation oder auf andere Weise mithelfen möchten.

Nach der Auftaktveranstaltung am 1. Oktober sollen Gespräche in den einzelnen Ortsteilen folgen. Anschließend ist die Gründung des Bürgerbus-Vereins vorgesehen. Erst wenn ausreichend Ehrenamtliche gewonnen wurden und die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen sind, kann der Bus angeschafft und der Fahrbetrieb vorbereitet werden.

Wann der erste Bürgerbus durch Lemgo fahren wird, steht deshalb noch nicht fest.

Bürgerbus Lemgo: Auftakttreffen

Donnerstag, 1. Oktober 2026, 18 Uhr

Stadtwerke Lemgo

Bruchweg 24, 32657 Lemgo

Die Stadt Lemgo und die Stadtwerke laden alle Interessierten ein, sich über den geplanten Bürgerbus zu informieren. Vorgestellt werden das Konzept, mögliche Strecken, Fahrzeiten und Tarife sowie die Zusammenarbeit mit dem Stadtbus.

Im Mittelpunkt steht die Suche nach Ehrenamtlichen für den künftigen Bürgerbus-Verein. Gesucht werden Fahrerinnen und Fahrer sowie Menschen, die bei der Organisation, der Dienstplanung oder der Vereinsverwaltung helfen möchten. Stadt und Stadtwerke informieren über die Voraussetzungen und die angebotene Unterstützung.

Eine Anmeldung ist über die Internetseite möglich. Auch wer am Auftakttreffen nicht teilnehmen kann, kann dort sein Interesse an einer Mitarbeit bekunden.

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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