Denkmalpflege: Rückblick auf 2025 und Highlights in diesem Jahr
In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses stand der Denkmalschutz in der Alten Hansestadt Lemgo im Mittelpunkt. Zunächst besuchten die Ausschussmitglieder die Sonderausstellung „Liebe oder Last?! Baustelle Denkmal“ im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake und anschließend stellte Lemgos Denkmalschützer Martin Kämper die größten Denkmalschutz-Aktivitäten des vergangenen Jahres sowie die noch geplanten Termine in diesem Jahr vor.
Die Wanderausstellung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Martin Kämper gemeinsam mit dem Weserrenaissance-Museum nach Lemgo geholt hatte, beeindruckte die Besuchergruppe mit interaktiven Stationen und frischen Einblicken. Frank Budde, Kurator bei der Stiftung, führte die Ausschussmitglieder und Fachkräfte des Geschäftsbereichs der Stadtverwaltung engagiert durch die Ausstellung.
In seinem Rückblick auf 2025 stellte Martin Kämper anschließend verschiedene Aspekte seiner Arbeit sowie einige Denkmalpflegeprojekte größerer Bedeutung vor. In 2025 haben den städtischen Denkmalpfleger mehr Anfragen als in den Vorjahren erreicht. Der erhöhte Beratungsbedarf freute Martin Kämper, zeigte er doch, dass viele Baumaßnahmen in Denkmälern trotz der schwächelnden Baukonjunktur durchgeführt wurden. Mit seinen Zahlen lag Lemgo dabei über dem Landesschnitt.
In Prozessen der Bauforschung wird untersucht, wie Objekte im Laufe der Zeit verändert wurden und ob der Denkmalwert so hoch ist, dass eine Unterschutzstellung möglich ist. Dazu melden sich manches Mal Besitzer, die ihr Objekt gerne im Denkmalschutz sehen würden. Aber auch mit denen, die sich damit schwertun, wird versucht, gemeinsame Wege zu finden.
Martin Kämper betonte, dass eine Unterschutzstellung dazu beiträgt, das Ortsbild zu erhalten, und in einigen Fällen auch Abrisse verhindert. Auch derzeit sind mehr als fünf Objekte in Prüfung. „Dabei spielt die bauhistorische Entwicklung eines Gebäudes die wichtigste Rolle. Manches ist auch denkmalwürdig, was auf den ersten Blick nicht nach einem Denkmal aussieht“, so der Denkmalschützer.
Ein weiterer Aspekt, den Martin Kämper in seinem Vortrag hervorhob, war die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit der Denkmalpflege. Der Fachmann erläuterte, dass durch die gesteigerte Aufmerksamkeit auch das Interesse und die kooperative Zusammenarbeit geweckt wird. Die Zusammenarbeit mit dem Fachamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) laufe in der praktischen Denkmalpflege hervorragend, und es werde weiterhin immer wieder ein guter Konsens gefunden.
35 umfassende Bauvorhaben konnte Martin Kämper im vergangenen Jahr begleiten und unterstützen. Die Zahl ist mehr als doppelt so groß wie 2023, hinzu kamen noch diverse kleinere Objekte. Zu den bekanntesten Objekten gehörte der neue Hansehof, in dem beispielsweise eine Haustür nach Plänen aus der ursprünglichen Bauzeichnung rekonstruiert wurde, und das Haus Bödeker, das vollständig untersucht und entsprechend der Verformungen aufgemessen wurde und für das ein denkmalpflegerischer Bindungsplan erstellt wurde.
In Voßheide wurden die jahrelangen Arbeiten an einer kompletten Hofanlage in privater Hand fertiggestellt. In der Innenstadt wurden im Zuge der archäologischen Grabung in einem Baufeld an der Stiftstraße überraschenderweise Überreste alter Häuser aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg gefunden. Deelenstruktur und Pflastermuster eines alten Gebäudes waren erkennbar. Für die Forschenden war der Fund überraschend, weil an der Stelle bisher lediglich Klostergärten vermutet wurden und keine Bebauung.
Der Denkmalschutz begleitete auch die Bemühungen des Vereins Alt Lemgo e.V. und von Straßen und Entwässerung Lemgo für ein neues Mühlrad an der Ölmühle, was in diesem Jahr umgesetzt werden soll. Auch die Arbeiten an einem Objekt im Veilchental hat Martin Kämper begleitet und freut sich nun darüber, dass das Haus Teil des diesjährigen Programms des Tags des offenen Denkmals am 13. September werden kann.
Der „Tag des offenen Denkmals“ ist für die Denkmalpflege den Denkmalschutz ein ganz wichtiger Termin im Jahr, denn es gibt immer noch Menschen, die im Denkmalschutz nur etwas Schlechtes sehen. Dabei bedeutet dieser Schutz ja auch einen Blick in die Vergangenheit, auf unsere Entwicklung als Gesellschaft und auch darauf, wie unsere Heimat direkt vor der Haustür ausgesehen hat. Deswegen können auch alle, die sich für ein Denkmal entscheiden, auf Hilfe und Förderungen zurückgreifen, weil sich die Bewahrung dieser gebauten Zeitzeugen lohnt“, erklärt Martin Kämper.
Am 13. September steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Netzwerke – Denkmal und Infrastruktur“. Der Denkmalschützer ist bereits tief in der Planung für den Termin, der auf das ganze Wochenende ausgedehnt wird. Da Strom und Wasser als Teil der Infrastruktur eine Rolle spielen werden, freut Martin Kämper sehr, dass die Arbeiten an den Wehren und am Turbinenhaus in der Nähe des Braker Schlosses eingebunden werden können.
PM Stadt Lemgo



