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Sport

33:33-Remis nach Krimi in Göppingen

Wir haben eine Aktion und wir holen uns jetzt die zwei Punkte“, sagte Florian Kehrmann ruhig und doch voller Entschlossenheit 15 Sekunden vor dem Ende der Partie in seiner letzten Auszeit zu seinen Spielern. Doch der finale Wurf vom an diesem Abend abermals starken Jonathan Carlsbogård fand nicht den Weg ins Tor. 33:33 (16:17)-Unentschieden trennten sich der TBV Lemgo Lippe und FRISCH AUF! Göppingen am 33. Spieltag der LIQUI MOLY HBL. „Das, was meine Mannschaft heute auf den Platz gezaubert hat, hat mich einmal mehr mächtig stolz gemacht“, sagte TBV-Trainer Florian Kehrmann im Anschluss.

Zum Spielverlauf: Den besseren Start erwischte in einer vollen „Hölle Süd“ der Gastgeber: Zwei gute Paraden von FA!-Keeper Daniel Rebmann nutzte Göppingen, um nach zweieinhalb Minuten bereits mit 0:3 in Führung zu gehen. Gut drei Minuten dauerte es, bis Bjarki Elísson Lemgo ebenfalls auf die Anzeigetafel brachte. Fortan war Lemgo jedoch voll in der Partie. Erst Tim Suton und kurz darauf Andreas Cederholm stellten bis zur vierten Spielminute auf Remis. Es war einer konzentrierten und effektiven Offensivleistung zu verdanken, dass der TBV nach dem frühen Rückstand in der 12. Spielminute seinerseits den ersten Führungstreffer erzielte. Jonathan Carlsbogård war aus dem Rückraum gefährlich und zog zumeist mit hoher Spielintelligenz die Fäden, während Suton und Cederholm die Lücken fanden und oftmals vollstreckten.

Nach einem cleveren Steal von Abwehrchef Gedeón Guardiola lief der spanische Routinier frei aufs gegnerische Tor zu und vollendete sicher zum 9:7 (14.). Beiden Mannschaften war anzumerken, wie viel sie sich für diesen Kampf um das internationale Geschäft vorgenommen hatten. Minutenlang hatte Lemgo nun in einer emotional geführten Partie leicht die Nase vorn, bis Marcel Schiller in Minute 22 zum 13:13 traf. Zwar fand Elíssons Wurf von der Sieben-Meter-Markierung gegen den eingewechselten TBV Sommerneuzugang Urh Kastelic kurz darauf noch den Weg ins Netz zur erneuten Führung, trotzdem schaffte es Göppingen in den Minuten vor der Halbzeit, das Spiel wieder zu drehen. Mit 16:17 für den Gastgeber ging es in die Pause.

Der Start in Durchgang zwei wich nicht weit von dem ab, was – inklusive Halbzeitpause – circa 45 Minuten zuvor passiert war: Rebmann zeigte einige starke Reflexe und sein Team setzte sich innerhalb der ersten fünf Minuten auf drei Tore ab. Es war eine schwierige und entscheidende Phase des Spiels für die Lemgoer – ein paar Fehler zu viel und das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer würde wohl
uneinholbar davonziehen. In der Abwehr machte es der TBV seinem Gegner manchmal etwas zu leicht. Gerade das Spiel über Kreisläufer Kresimir Kozina funktionierte für Göppingen exzellent. Doch immer wieder stemmten sich die Lipper dagegen und vollendeten mit großer Willenskraft ihre Angriffe ebenfalls erfolgreich. So blieb das Spiel weiterhin spannend – und wurde noch spannender als der TBV nach einem 3:0-Lauf zwischen der 44. und 47. Minute wieder auf einen Treffer dran war (26:27).
Die Partie stand also auf Messers Schneide, als die letzten zehn Minuten dieses Handball-Krimis anbrachen. Zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff lag FRISCH AUF! erneut mit zwei Toren in Front, aber Lemgo hatte noch nicht aufgegeben und investierte nun auch in der Abwehr alles. Zweimal gewannen die Lipper auf diese Weise das Spielgerät und zweimal zauberte Carlsbogård pfeilschnelle Gegenstoßpässe auf die durchgestarteten Lemgoer Flügelspieler. Erst Zerbe und kurz darauf Elísson stellten das Spiel knapp 90 Sekunden vor dem Ende auf Remis (33:33). Angriff Göppingen: Die Schwaben waren nun eindeutig verunsichert, das Momentum hatte sich einmal mehr gedreht. Erneut erbeutete sich der TBV das Leder und hatte so die Chance, in den letzten Sekunden dieses unglaublich spannenden Fights um Europa den finalen Punch zu landen.

Ein letztes Mal nahm Kehrmann 15 Sekunden vor Schluss eine Auszeit. Noch fünf Sekunden waren auf der Uhr, als der an diesem Abend treffsichere Carlsbogård den Ball von Suton bekam, zwei Schritte machte, hochstieg und mit seinem guten Wurfversuch am bärenstarken Schlussmann Rebmann scheiterte. Der Jubel bei den Gastgebern nach dem Abpfiff war groß über den sicheren fünften Platz und damit der Teilnahme an der European League. Doch auch die Lemgoer duften mächtig stolz auf diese Energieleistung sein, die sie so spät in der Saison aufs Parkett gebracht haben.

Florian Kehrmann zur Partie: „Wir haben heute leider nicht ganz so gut Abwehr gespielt. Dafür haben wir die wirklich starke Defensive Göppingens in der Offensive oft völlig auseinandergespielt. Wir werden jetzt auch im letzten Spiel alles geben, völlig egal, was da für ein Tabellenplatz am Ende dabei rumkommt. Ich freue mich jetzt schon drauf und hoffe, jeder Fan bringt am Sonntag etwas Zeit mit, um mit uns zu feiern.“

TBV Lemgo Lippe: Johannesson, Zecher; Hutecek (3), Elísson (9/4), I. Guardiola, Simak (1), Carlsbogård (8), Kogut, Schwarzer, Suton (3), Zerbe (4), G. Guardiola (2), Cederholm (3), Reitemann, Blaauw

PM TBV Lemgo Lippe

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