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Halbfinal-Niederlage: TBV kämpft morgen um Bronze

Die Chance war greifbar: Mit einer beeindruckenden Aufholjagd hat der TBV Lemgo Lippe im Halbfinale des Lidl Final4 gegen die Füchse Berlin für Hochspannung bis in die Schlussphase gesorgt. Gegen den amtierenden Deutschen Meister mussten sich die Lipper am Ende jedoch mit 36:39 (16:20) geschlagen geben und spielen am Sonntag um Platz drei.

Bereits vor dem Anwurf setzten die Fans des TBV ein Ausrufezeichen in der Stadt. Über 200 Lemgoer Fans zogen gemeinsam von der Kölner Domplatte zur Lanxess Arena und sorgten für eine eindrucksvolle Einstimmung auf das Halbfinale. Auch personell gab es positive Nachrichten: Spielmacher Lukas Hutecek kehrte in den Kader zurück, zudem rückten Len Kehrmann und Sadik Herseklioglu aus dem Team HandbALL ins Aufgebot. Jan Mudrow fehlte nach seiner Knieoperation am Donnerstag.

Auf dem Feld entwickelte sich von Beginn an ein intensives Duell auf Augenhöhe. TBV-Kapitän Tim Suton übernahm Verantwortung, während auf Berliner Seite Welthandballer Mathias Gidsel voranging. Beide Torhüter fanden früh ins Spiel, sodass sich zunächst keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte (9., 5:4). Eine zwischenzeitliche 7:5-Führung der Lipper beantworteten die Füchse jedoch mit einem 3:0-Lauf (13., 7:8) und übernahmen fortan zunehmend die Kontrolle. Vor allem die mangelnde Chancenverwertung des TBV nutzten die Berliner konsequent aus. Angeführt von einem starken Dejan Milosavljev im Tor sowie einem treffsicheren Lasse Andersson bauten die Füchse ihre Führung weiter aus (21., 11:15). Kurz vor der Pause verpasste Lemgo die Chance zur Verkürzung, im Gegenzug stellte Berlin mit der Sirene auf 16:20 – eine schwere Hypothek für den zweiten Durchgang.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Berlin zunächst tonangebend. Milosavljev knüpfte nahtlos an seine starke Leistung an, während der TBV zunächst keinen Zugriff fand. Doch mit zunehmender Spieldauer kippte die Dynamik: Angeführt von großer Moral, einer offensiveren Ausrichtung und wichtigen Paraden von Urh Kastelic kämpften sich die Lipper Tor um Tor heran (40., 21:24).

In der 47. Minute war der TBV wieder in Schlagdistanz (27:28), die Arena stand nun geschlossen hinter den Lippern. Mehrfach bot sich die Chance auf den Ausgleich – die größte davon vergab Versteijnen mit einem Lattenwurf (54., 31:32). In der entscheidenden Phase zeigte sich Berlin jedoch abgeklärter: Nach einer Zeitstrafe gegen Joel Willecke setzten sich die Füchse entscheidend auf 31:34 ab (55.) und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Bester Lemgoer Werfer war Tim Suton mit acht Treffern, der im Anschluss auch zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

Für den TBV Lemgo Lippe geht es am Sonntag (12:45 Uhr) im Spiel um Platz drei weiter. Gegner ist der Verlierer der Partie zwischen dem Bergischen HC und dem SC Magdeburg. Die Begegnung wird live bei Dyn übertragen.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann:„Erstmal herzlichen Glückwunsch an den verdienten Sieger, die Füchse Berlin. In einem Pokalhalbfinale muss einfach alles passen – besonders gegen den deutschen Meister. In der ersten Hälfte haben wir zunächst nicht in die Deckungsarbeit gefunden, hatten Probleme und waren immer auf Tore angewiesen. Im Sechs-gegen-Sechs haben wir eigentlich gute Chancen rausgespielt. Die Entscheidung fiel nachher mit zwei, drei Paraden von Milosavljev – gerade diese Szene kurz vor der Pause. Wir stellen auf zwei, kassieren noch einen und gehen mit vier in die Kabine. Das ist in solchen Spielen eine schwere Hypothek.

Trotzdem kommen wir in der zweiten Halbzeit zurück. Wir kämpfen uns mit dem Sieben-gegen-Sechs ins Spiel, was sehr zäh war. Das ist eine Qualität von uns: dran zu glauben. Die Jungs haben genau das gemacht, was ich mir gewünscht habe – dieses unglaubliche Event der Handball-Bundesliga mit Leben zu füllen. Was in der Halle abging, war für uns wunderbar. Die drei anderen Mannschaften haben sich für Lemgo verbrüdert. Wir hatten dreimal die Chance aufs Unentschieden – einmal um Haaresbreite. Ich hätte gerne erlebt, was passiert wäre, wenn wir in Führung gegangen wären.

Am Ende bricht es sich auf die Leistung von Milosavljevrunter, der eine herausragende Leistung gezeigt hat. Unsere Torhüter waren gut, aber nicht so gut wie er. Und natürlich Mathias Gidsel: Faszinierend, mit welcher Selbstverständlichkeit er in entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen trifft. Daran sind wir letzte Woche zu Hause und heute gescheitert. Großen Respekt an ihn, die Füchse und Berlin ein tolles Finale, egal gegen wen. Tausend Dank an die HBL für dieses geile Erlebnis.​“

Die Stimme zum Spiel von Jörg Zereike: „Auch von mir Glückwünsche an Berlin zum verdienten Sieg. Wir gehen aber heute mit erhobenem Haupt vom Platz. Das waren 60 Minuten Kampf. Am Ende sind es die Kleinigkeiten: Ein Lattentreffer, ein verworfener Freiwurf. Bei Unentschieden wäre vielleicht noch was drin gewesen, aber es hat nicht geklappt. Trotzdem sind wir stolz auf ein würdiges Halbfinale vor überragender Kulisse. Es ist einüberragendes Event der HBL mit toller Stimmung und Innovation und hat bis hierher richtig Spaß gemacht.“

TBV Lemgo Lippe – Füchse Berlin 36:39 (16:20)

TBV Lemgo Lippe: Möstl (3/1 Paraden), Kastelic (5/1 P.); Hutecek 2, Theilinger, Zehnder 5/3, Simak 7, Schagen 3, Carstensen 2, Nyfjäll 1, Suton 8, Willecke 2, Versteijnen 3, Wagner 3, Faust, Herseklioglu, Kehrmann

Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev (18 P.); Darj, Prantner, Andersson 11, Arino, Gröndahl 3, Lichtlein 6, Gidsel 8, Freihöfer 4, Cehte, Pichiri, Langhoff 2, Herburger 1, West av Teigum 3, Marsenic 1

PM TBV Lemgo Lippe

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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