Anzeige: T&R Lemgo
KulturLippeNachrichten

„Staying alive. Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen“ – Weserrenaissance-Museum Schloss Brake kündigt außergewöhnliche Sonderausstellung an

Eine spannende Zeitreise durch 2.000 Jahre Medizingeschichte – interaktiv, regional und hochaktuell

Lemgo. Was genau macht uns eigentlich krank? Wer und was heilt und vor allem wie? Und warum beschäftigen uns einige medizinische Themen heute genauso wie vor Jahrhunderten? Diesen und weiteren Fragen geht das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake auf den Grund, und zwar in seiner neuen Sonderausstellung „Staying alive. Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen“. Die Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher ab dem 13. Oktober mit auf eine faszinierende Reise durch 2.000 Jahre Medizingeschichte – von der Antike über die (Weser-)Renaissance bis in die Gegenwart.

“Historische Objekte von außergewöhnlicher Qualität erzählen von den Hoffnungen, Irrtümern und wissenschaftlichen Erkenntnissen vergangener Jahrhunderte”, sagt Museumsleiterin Silvia Herrmann. Zu den Exponaten zählen unter anderem menschliche Schädel, eine Mumienhand, chirurgisches Arztbesteck, Aderlass-Instrumente, eine Reiseapotheke, ein historischer Apothekerschrank, Prothesen sowie wertvolle Bücher und Gemälde. Sie beleuchten Themen wie Seuchen, Hygiene, die Rolle der Kirche, die Entwicklung der Pharmazie, die Entstehung erster Hospitäler sowie den Wandel des medizinischen Wissens.

Dabei schlägt die Ausstellung bewusst die Brücke zur Gegenwart. Aktuelle Fragestellungen wie Impfmythen, die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, eine gerechte Gesundheitsversorgung oder die lange Zeit männlich geprägte Medizin zeigen, dass Medizingeschichte weit mehr ist als ein Blick in die Vergangenheit. “Sie betrifft unser Leben unmittelbar und regt dazu an, über Gesundheit, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken”, so Herrmann.

Ein besonderes Merkmal der Ausstellung ist ihre innovative Inszenierung. “Die Besucherinnen und Besucher betreten eine nachgebildete Arztpraxis mit Wartezimmer, bekommen einen Anamnesebogen und erhalten ein „Rezept“, das sie an der Museumskasse einlösen können. Interaktive Mitmachstationen laden dazu ein, eine Desinfektions-Station zu testen, Heilkräuter zu riechen, einen Blick durchs Mikroskop zu werfen oder „Organ-Memory“ zu spielen. Geschichte wird so nicht nur vermittelt, sondern mit allen Sinnen erfahrbar”, sagt Kuratorin Dr. Susanne Hilker.

Auch regionale Bezüge spielen eine zentrale Rolle. So erfahren die Gäste unter anderem mehr über den historischen Apothekenerker am Lemgoer Rathaus, die von Fürstin Pauline gegründete erste „Irrenanstalt“ in Lippe sowie die Medizinbücher von Graf Simon VI. zur Lippe. Damit verbindet die Ausstellung die große Geschichte der Medizin mit den historischen Entwicklungen der Region.

Ein weiterer Höhepunkt ist die eigens für das Museum entstandene Fotoausstellung “Diagnose Krebs – das Leben danach”. Sie zeigt Bilder von Brustkrebspatientinnen und -patienten, die Accessoires der Weserrenaissance tragen wie beispielsweise Handschuhe, Perlen oder Tulpen. Auch Michelangelo hat in der Sixtinischen Kapelle in Rom bereits eine Frau mit deformierter Brust gemalt. Das Thema Brustkrebs zieht sich durch die Jahrhunderte.

Initiiert wurde das Projekt von Sabine Mirbach, fotografiert von Nadine Marga-Fahrenkamp, und zwar direkt im und am Schloss Brake. Die Fotoausstellung verleiht dem Thema Krankheit ein persönliches Gesicht und schafft einen bewegenden Bezug zur Gegenwart – passend zum Brustkrebsmonat, dem „Pinken Oktober“, der auf den Kampf gegen Krebs und die Bedeutung von Vorsorge hinweist.

Die Sonderausstellung versteht sich als offenes und partizipatives Projekt. Zahlreiche starke Partner aus Wissenschaft, Medizin und Kultur wirken an ihrer Entstehung mit. Die Ausstellung wird unterstützt von: Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, Andreas-Mohn-Stiftung, Gesundheitsstiftung Lippe, Klinikum Lippe, Apothekerverband Westfalen-Lippe, Rotary Club Lemgo-Sternberg, Frauen für Lemgo, Soroptimist-Club Detmold Lippische Rose und Soroptimist-Club Detmold, Freundeskreis des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake, Brasseler, Vincent Systems, Lippische Landesbrandversicherung und die Sparkasse Lemgo. Gemeinsam entsteht ein lebendiger Ort des Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, und zwar anhand von mehr als 60 faszinierenden Exponaten.

Zahlreiche Leihgeber unterstützen die Ausstellung. Dazu zählen unter anderem das Lippische Landesmuseum Detmold, die Lippische Landesbibliothek Detmold, das Fürstliche Residenzschloss Detmold, das Stadtmuseum Gütersloh, das Historische Museum Bielefeld, das Museum im Schloss Bad Pyrmont, das Mindener Museum, die Stadt Bad Salzuflen, Fraunhofer IOSB-INA, die Technische Hochschule OWL, Institut für industrielle Informationstechnik sowie das Unternehmen Vincent Systems aus dem Bereich der Prothetik.

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein vielseitiges Begleitprogramm mit Familienführungen, museumspädagogischen Angeboten für Kindergärten und Schulen, Workshops zum Herstellen von Salben, zahlreichen Vorträgen von Medizinerinnen und Medizinern des Klinikums Lippe im Rahmen der Reihe “Visite im Museum” sowie kulturellen Veranstaltungen. Geplant sind unter anderem ein Medizinkabarett-Abend mit dem Humorarbeiter Ingo Börchers, eine moderne Inszenierung von Molières „Der eingebildete Kranke“ und eine Lesung mit dem Gefängnisarzt und Tatort-Schauspieler Joe Bausch.

Mit „Staying alive. Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen“ verbindet das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake Kunst, Kulturgeschichte und Medizin auf ungewöhnliche Weise. Die Ausstellung lädt zum Staunen, Ausprobieren und Diskutieren ein und macht deutlich, dass Gesundheit seit Jahrhunderten untrennbar mit unserer Kultur verbunden ist. Gleichzeitig möchte sie für die Bedeutung von Prävention, Forschung sowie körperlicher und mentaler Gesundheit sensibilisieren und zeigen, welchen positiven Beitrag kulturelle Teilhabe für das Wohlbefinden leisten kann.

Nähere Informationen gibt es unter www-museum-schloss-brake.de

PM WRM Schloss Brake

Unterstützung Redaktion

Dir gefällt unser täglicher Einsatz für Lemgo? Dann unterstütze meine Arbeit hier mit einem virtuellen Kaffee für den Redakteur – oder einem Kauknochen für Redaktionshund Bolle! 🐾

🦴 Kauknochen oder Kaffee spendieren
Mehr anzeigen
Anzeige: Hausmann Optik

Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"