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Lemgo macht das Fass auf: Zwischen Drahtesel-Safari und dem Bermuda-Dreieck

Wenn in Lemgo das Fass geöffnet wird, ticken die Uhren anders. Punkt 11 Uhr morgens fällt der Startschuss für eine logistische Meisterleistung, die irgendwo zwischen sportlichem Ehrgeiz und gepflegter Eskalation angesiedelt ist. Offiziell endet das Spektakel um 17 Uhr – ein optimistischer Zeitplan, den vermutlich jemand entworfen hat, der noch nie versucht hat, eine gut gelaunte Menge vor der Sperrstunde von ihrem Kaltgetränk zu trennen.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, was die Lemgoer dazu veranlasste, in Scharen auszuschwärmen. Die „Generation E-Bike“ nutzte den Tag für eine Art kulinarische Etappenfahrt: Von Ortsteil zu Ortsteil wurde in die Pedale getreten, stets mit dem festen Vorsatz, die verbrauchten Kalorien sofort an der nächsten Station durch Kaltgetränke und Spezialitäten wieder auszugleichen. Man muss schließlich im Rhythmus bleiben.

Währenddessen verwandelte sich der neu gebaute Bega-Balkon beim Strandlicht in eine lippische Version von Jamaika. Dank entspannter Reggae-Klänge sah man hier das seltene Phänomen tiefenentspannter Menschen in Klappstühlen am Begastrand, die so wirkten, als hätten sie die Zeit (und die 17-Uhr-Deadline) komplett vergessen. Ein Stück weiter im Abteigarten wurde der Biergarten offiziell eingeweiht – traditionell, trubelig und so voll, dass man zeitweise fast vergessen konnte, dass man sich in Westfalen und nicht im Münchener Englischen Garten befand.

Und dann ist da noch der Lippegarten, das ewige Highlight, das den Übergang zum berüchtigten „Bermuda-Dreieck“ des Lemgoer Westens markiert. Wer sich zwischen der Weiten Welt, dem Meg, der Zündkerze, dem Trio, der Friesenstube und Begemann verfängt, braucht schon einen sehr guten Kompass – oder sehr standfeste Freunde –, um da jemals wieder aufzutauchen.

Und weil ein einzelner Text natürlich niemals jede Zapfanlage und jede liebevoll angerichtete Platte zwischen Brake, Leese, Hörstmar und Lieme beim Namen nennen kann, sei zum Schluss gesagt: Ein riesiger Dank geht an all die ungenannten Helden hinter den Tresen der Stadt, die am Sonntag wahrscheinlich mehr Kilometer zurückgelegt haben als die Radfahrer auf ihren E-Bikes, um Lemgo bei Laune zu halten – ihr seid der eigentliche Treibstoff dieses 30-jährigen Erfolgsrezepts!

Es war ein Tag, wie er im Buche steht: Die Jungen feierten, als gäbe es kein Morgen, die Älteren radelten, als gäbe es kein Gestern, und die Gastronomie zeigte einmal mehr, warum diese Tradition seit über 30 Jahren besteht. Lemgo hat das Fass aufgemacht – und es hat verdammt gut geschmeckt!

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Michael Haudrauf

Micha Haudrauf ist Experte für ungefragte Meinungen und diplomatisches Porzellan-Zerschlagen. Er analysiert Lemgo mit der Präzision eines Vorschlaghammers. Er kam, sah und gab seinen Senf dazu. Alles mit Augenzwinkern! More »
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