Schwalbenparadies in Lemgo-Hasenbrede: BUND zeichnet vogelfreundlichen Hof aus
Mehr als 20 Rauchschwalbenpaare haben in diesem Jahr auf dem Hof von Karla Ebert und Erhard Schroll in Lemgo-Hasenbrede gebrütet. Für ihren Einsatz zum Schutz der bedrohten Vögel wurden die beiden jetzt vom BUND ausgezeichnet.
Lemgo-Hasenbrede. Auf dem Hof von Karla Ebert und Erhard Schroll sind Schwalben seit vielen Jahren willkommen. In der Deele des alten Fachwerkhauses und in den Schafställen des biologisch bewirtschafteten Hofes finden Rauchschwalben geeignete Nistplätze. Im Frühjahr kehren die Vögel regelmäßig zurück, beziehen ihre angestammten Nester oder bauen neue hinzu.
Die Brutsaison 2026 war besonders erfolgreich: Mehr als 20 Rauchschwalbenpaare zogen hier ihren Nachwuchs groß, teilweise sogar in drei aufeinanderfolgenden Bruten. Üblich sind ein bis zwei Bruten pro Jahr. An den Einflugöffnungen herrschte reger Betrieb. Ständig flogen die Schwalben ein und aus, um ihre Jungen mit Nahrung zu versorgen. Die letzten drei Bruten verließen erst Mitte September ihre Nester.
Für die Hofbewohner sind die Schwalben nicht nur wegen ihres Gezwitschers und ihrer Flugkünste gern gesehene Gäste. Die Vögel fangen auch große Mengen an Mücken und Fliegen. Vor ihrem Zug in die afrikanischen Winterquartiere sammeln sich Rauchschwalben in größeren Schwärmen. Dabei können die Jungvögel ihre Flugfähigkeiten weiter trainieren.
Für ihre langjährige Gastfreundschaft gegenüber den Schwalben erhielten Karla Ebert und Erhard Schroll jetzt eine besondere Auszeichnung. Stephan Culemann von der BUND-Kreisgruppe Lippe sowie Eckhard Buschmeier und Norbert Heißenberg von der BUND-Ortsgruppe Lemgo überreichten ihnen eine Urkunde und ein Schild mit der Aufschrift „Bei uns sind Schwalben willkommen“.
Mit der Auszeichnung möchte der BUND auch andere Haus- und Hofbesitzer ermutigen, geeignete Nistmöglichkeiten zu schaffen und vorhandene Brutplätze zu erhalten. Denn die Lebensbedingungen für Rauchschwalben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Offene Ställe und traditionelle Fachwerkhäuser mit Deelen, in denen die Vögel nisten können, werden immer seltener. Hinzu kommt der Rückgang der Insektenbestände, der die Nahrungssuche und damit die Aufzucht des Nachwuchses erschwert.
Wer selbst Nistmöglichkeiten für Schwalben oder Mauersegler schaffen möchte, kann sich beim BUND Lippe informieren. Die Naturschützer beantworten Fragen und geben Hinweise zu geeigneten Maßnahmen. Kontakt ist per E-Mail an post@bund-lippe.de möglich.
Quelle BUND Lippe
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