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KulturNachrichten

Museumskalender 2027 ist erschienen

Fokus auf die Museumsgeschichte

Der bereits traditionell beliebte Kalender des Museum Hexenbürgermeisterhaus für 2027 ist erschienen. Diesmal dreht sich das Museum darin ganz schön um sich selbst. Doch bei einem gerade absolvierten Jubiläum einer 100-jährigen Geschichte als Museum ist dies spannend genug. Der Kalender ist passend zur aktuellen Sonderausstellung „100 Jahre – 1000 Fragen – gemeinsam antworten“ erschienen und ermöglich insbesondere die Ausstellungsinhalte zur Museumsgeschichte festzuhalten.

So erzählt der Kalender, dass es das Museum eigentlich nur wegen eines Streites in den Jahren 1910/11 gibt. Die Eigentümerfamilie plante 1910, die prachtvolle Weserrenaissance-Fassade des Hexenbürgermeisterhaus abzubauen und meistbietend zu verkaufen. Aufgrund von Protest kaufte die Stadt Lemgo das Haus und entschied, dort ein Museum einzurichten – bis zur Umsetzung vergangen jedoch noch über 14 Jahre.

Wenig rühmlich ist die Geschichte des Museums ab 1933. Die Museumsverantwortlichen um den Heimatforscher Karl Meier nutzten die neue politische Lage nach der NS-Machtübernahme für eine Erweiterung nach NS-Propaganda-Logik aus. Während ein Raum Kaempfer als deutschen Helden überhöhte, wurde der Keller zum „Folterkeller“ umgedeutet. Obwohl historisch inkorrekt, diente diese Inszenierung der Hexenverfolgung als gewollter Kontrast zu Kaempfers Lichtgestalt.

Der angebliche „Folterkeller“ und der Umgang mit der historischen Hexenverfolgung blieb auch in späteren Jahren ein zentrales Thema. Während man bis in die 1980er Jahre noch das Thema als Marketinginstrument nutzte, wandelte sich ab den 1990er Jahren die Vermittlung. Seitdem wird den Interessierten vermittelt, dass das Haus nie einen authentischen Folterkeller hatte.

Die Versachlichung des Themas spielt auch eine Rolle bei der Neugestaltung der Dauerausstellung 2007, die nach einer großen Restaurierung des Haus von 1999 bis 2004 das Museum zur zwischenzeitigen Schließung zwang.

Der Kalender ist neben dem Museumsshop unter anderem in der Buchhandlung Pegasus für 12 € zu erwerben. Die Auflage ist begrenzt.

PM Museen Lemgo

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Michael Pitt

Michael Pitt betreibt das Portal Mein-Lemgo seit 2021. Er ist in Lemgo geboren, wohnt direkt am Marktplatz und ist Lemgoer mit Herz und Seele.
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