Lemgoer Rat: Verkehrsentwicklungsplanung vor richtungsweisender Entscheidung

Am kommenden Montag will der Lemgoer Rat die Weichen stellen für die Verkehrsentwicklungsplanung in der Alten Hansestadt. Über Monate haben sich Bürgerinnen und Bürger, die Politik und die Verwaltung mit Verkehrsthemen beschäftigt, nun steht das Endergebnis mit seinen Leitzielen, seinem Handlungskonzept und konkreten Maßnahmen zur Abstimmung. Es geht um einen richtungsweisenden Leitfaden für die nächsten Jahre.
Die Entstehung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) war für alle Beteiligten viel Arbeit: Von Bürgerbeteiligungen über Verkehrserhebungen, Analysen bis hin zu Untersuchungen und Diskussionen gab es viele Arbeitsschritte. Die Politik hatte zuerst zwölf Leitziele festgelegt, aus denen wiederum acht Handlungsfelder entstanden. 50 Maßnahmen stehen in der Endversion des VEP, die aber in den kommenden Jahren um weitere Maßnahmen ergänzt werden können und werden. Die Liste bedeutet zwar eine Priorisierung, ist aber nicht abschließend.
„Ein planvolles und durchdachtes Vorgehen für unsere Stadt ist immer unser Anspruch. Mit dem Verkehrsentwicklungsplan wird dieses Vorgehen transparent, denn damit kann jeder nachlesen, welche Ziele wir für die Mobilität in Lemgo verfolgen. Auch die Hintergründe – neue Anforderungen an den Verkehr durch gewachsene Strukturen in der Kernstadt und den Ortsteilen, durch den demografischen Wandel und durch geändertes Mobilitätsverhalten, die Klimaschutzgesetze, damit verbundene Einsparziele – sind klar benannt“, erklärt Bürgermeister Markus Baier.
„Unterschiedliche Gruppen haben unterschiedliche Ansprüche an die Mobilität in unserer Stadt, das ist vollkommen normal. Der Verkehrsentwicklungsplan zeigt auf, wie diese Bedürfnisse zueinander passen und wie wir diesen nachkommen können“, fasst Olaf Hagenow, Leiter von Straßen und Entwässerung Lemgo, zusammen. „Wir können nicht alles für jeden Einzelnen perfekt machen, aber wir können Verbesserungen für alle Gruppen in Einklang miteinander bringen, um Lemgo im Ganzen voranzubringen.“
Die im VEP festgeschriebenen Leitziele reichen von der Förderung des Fuß- und Radverkehrs über einen verbesserten Verkehrsfluss und die Gestaltung eines zukunftsfähigen Wirtschaftsverkehrs bis zur Nutzung fortschrittlicher und innovativer Mobilitätslösungen. Auch die Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel, die Anbindung an die Kernstadt, zwischen den Ortsteilen und den umliegenden Gemeinden, die Entschärfung von Nutzungskonflikten und die Erhöhung der Verkehrssicherheit gehören unter anderem zu den zwölf Leitzielen der Politik.
Im Handlungskonzept sind übergeordnete Maßnahmen enthalten, die dazu beitragen werden, die Leitziele zu erreichen. Die Schaffung eines engmaschigen und sicheren Fußwegenetzes in der Kernstadt und in den Ortsteilen, das Anbieten vergünstigter Nachttaxifahrten für junge Leute, die Weiterentwicklung der Bahnverbindung Bielefeld-Lemgo, eine smarte Ampelsteuerung, verkehrslenkende Maßnahmen zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs und das Einrichten eines dynamischen Parkleitsystems sind nur ein Teil dessen, was geplant ist.
Der Verkehrsentwicklungsplan enthält auch Informationen zum Zeit- und Kostenhorizont sowie potentielle Fördermöglichkeiten. Einen Teil der Maßnahmen kann die Stadt allein umsetzen. Weitere Aspekte, beispielsweise die Erweiterung der Ortsumgehung oder die Weiterentwicklung des Bahnverkehrs, liegen zum Teil oder ganz in der Verantwortung Dritter. In solchen Fällen kann die Stadt versuchen, möglichst positiv auf die Entwicklung einzuwirken.
PM Stadt Lemgo
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